| #G159-1967-SE299 – Das Geheimnis des Todes #TI GEMEINSAMKEIT ÜBER UNS CHRISTUS IN UNS Düsseldorf, 15. Juni 1915 #TX Wir haben uns heute hier versammelt, meine lieben Freunde, in erster Linie, um die Feier der Einrichtung jenes Zweiges zu begehen, welcher von unserem lieben Freunde Professor Craemer begründet worden ist, und welcher in der innerhalb unserer geisteswissenschaftlichen Bewegung gehaltenen Art und Weise seine Kräfte dem geistigen Leben der Gegenwart und der Zukunft weihen will. Bei einer solchen Gelegenheit ist es immer gut, zu gedenken des eigentlichen Sinnes unserer Vereinigung in einzelnen Zweigen, uns zu fragen: Warum schließen wir uns zu Arbeitsgruppen zusammen, und warum pflegen wir innerhalb solcher Arbeitsgruppen das Geistesgut, dem wir unsere Fähigkeiten widmen wollen? Wenn wir uns diese Frage im rechten Sinne beantworten wollen, müssen wir klar darüber sein, daß wir unsere Arbeit, die wir hier leisten, in einer gewissen Weise noch abtrennen, wenn auch nur in Gedanken abtrennen, von der Art und Weise, wie wir uns in Bezug auf unsere sonstige Arbeit einrichten. Derjenige Mensch in unserer Gegenwart, der sich überhaupt mit gewissen intimeren Wahrheiten des geistigen Fortschrittes der Menschheit nicht genau bekanntmachen will, der könnte fragen: Könntet ihr denn nicht, auch ohne daß ihr euch in einzelnen abgeschlossenen Gruppen zusammenschließt, einfach dadurch diese Geisteswissenschaft treiben, daß sich Vortragende dieser Gruppen finden und in ganz freier Weise Menschen, die sich auch nicht besonders kennen, zusammenkommen lassen, sie zusammenrufen, um an ihre Seelen das geistige Gut, von dem ihr sprecht, herangelangen zu lassen? - Selbstverständlich könnten wir auch so verfahren. Aber solange es uns in irgendeiner Weise möglich ist, Verbindungen herzustellen im weiteren und im engeren Sinne von Menschen, die sich kennen, die sich in gewisser Beziehung freundschaftlichst und brüderlichst in diesen Arbeitsgruppen vereinigen, so lange wollen wir dieses aus vollem Bewußtsein unserer mit der Geisteswissenschaft verbundenen Gesinnung #SE159-300 heraus tun. Denn es ist nicht umsonst, daß sich bei uns Menschen treffen zur Pflege des intimeren Teiles unseres Geistesgutes, die sich ernst geloben, in brüderlicher Liebe und Eintracht zusammenzusein. Nicht nur, daß es eine gewisse Bedeutung hat für die Art und Weise, wie wir zueinander stehen, wie wir miteinander verkehren, daß wir in ganz anderer Weise sprechen können, wenn wir wissen, wir sprechen zu uns verwandten, mit uns bewußt verbundenen Seelen, nicht nur, daß dies so ist, sondern es ist noch etwas anderes. Wir verrichten in der Tat mit solcher Vereinigung in den einzelnen Zweigen etwas, was innig zusammenhängt mit der ganzen Auffassung, die wir von unserer geistigen Bewegung haben müssen, wenn wir sie im tiefsten Inneren verstehen. Unsere geistige Bewegung muß ja uns alle durchdringen mit dem Bewußtsein, daß sie nicht nur eine Bedeutung hat für dasjenige Dasein, welches die Sinne umfassen können, und für das Dasein, welches der auf das Äußere gerichtete Verstand der Menschen umfassen kann; unsere geistige Bewegung muß sich klar darüber sein, daß unsere Seelen durch sie eine echte und wahre Verbindung mit den geistigen Welten suchen. Wir müssen uns gleichsam mit Bewußtsein immer wieder und wiederum sagen: Indem wir Geisteswissenschaft treiben, versetzen wir in gewissem Sinne unsere Seelen hinein in jene Welten, welche nicht nur Erdenwesen bewohnen, sondern welche als ihren Daseinsort die Wesen der höheren Hierarchien bewohnen, die Wesen der unsichtbaren Welten. Daß wir gewissermaßen darinnen sind und daß unsere Arbeit für diese unsichtbaren Welten eine Bedeutung hat, daß wir in diesen unsichtbaren Welten wirklich darinnen sind - das ist es, was uns bei unserer Arbeit zum vollen Bewußtsein kommen muß. Nun ist es in der Tat so, daß innerhalb der geistigen Welt die geistige Arbeit, die wir verrichten, indem wir, uns kennend, in einzelnen Arbeitsgruppen zusammenarbeiten, eine ganz andere Bedeutung hat, als wenn wir eine solche Arbeit nicht innerhalb solcher Arbeitsgruppen, sondern außerhalb derselben, zerstreut in der Welt leisten würden. Also eine ganz andere Bedeutung für die geistigen Welten als eine Arbeit, die wir sonst leisten könnten, hat die Arbeit, die wir innerhalb unserer Gruppen in brüderlicher Eintracht zusammen leisten. Um das in vollständigem #SE159-301 22:08 Sinne zu verstehen, müssen wir uns an Bedeutsames erinnern, das uns bei unserem geisteswissenschaftlichen Arbeiten der letzten Jahre in mannigfaltiger Weise vor die Seele hat treten können. Gedenken wir einmal dessen, daß sich unsere Erdenentwickelung für uns Menschen so vollzogen hat, daß in der nachatlantischen Zeit zuerst diese Erdenentwickelung getragen worden ist von derjenigen Kulturgemeinschaft, die wir (1) die altindische Kulturperiode nennen. Daß dann fortgesetzt worden ist diese Kulturperiode von dem, was wir mit einem mehr oder weniger passenden Ausdruck - darauf kommt es jetzt nicht an – (2) die urpersische Kulturperiode nennen. Dann kam (3) die ägyptisch-chaldäisch-babylonische Kulturperiode, dann (4) die griechisch-atenische, dann unsere (5) fünfte nachatlantische Kulturperiode. Jede solche Kulturperiode hat auf der einen Seite dasjenige an Kultur und an geistigem Leben besonders zu pflegen, was ihr zunächst für die äußere sichtbare Welt zugeteilt ist. Aber eine jede solche Kulturperiode muß zugleich vorbereiten, gewissermaßen in ihrem Schoße vorbereitend tragen dasjenige, was da kommen soll in der nächstfolgenden Kulturperiode. Die erste nachatlantische Kulturperiode, die altindische, mußte in ihrem Schoße die urpersische vorbereiten, die urpersische wiederum die ägyptisch-chaldäische und so weiter. Und unsere fünfte nach-atlantische Kulturperiode muß die sechste Kulturperiode der nächsten Zeit vorbereiten. Öfter ist es nun gesagt worden, daß es unsere geisteswissenschaftliche Aufgabe ist, durch dasjenige, was wir uns aneignen, nicht nur, was ja ganz recht, aber nicht das einzige ist, Geistesgut für unsere einzelnen Seelen zu gewinnen - das wird uns zugeteilt für das ewige Leben unserer Seele -, aber es ist auch unsere Aufgabe, dasjenige vorzubereiten, was dann die sechste Kulturperiode zu ihrem Inhalte, zu ihrer besonderen äußerlichen Arbeit haben soll. So war es in jeder der einzelnen nachatlantischen Kulturperioden. Und diejenigen Stätten, in welchen immer dasjenige vorbereitet wurde, was für die nächste Kulturperiode das bedeutsame Äußere war, das waren die Mysterienstätten. Das waren diejenigen Vereinigungen von Menschen, in denen anderes gepflegt worden ist, als die äußere Welt pflegt. #SE159-302 22:11 Nun wissen Sie auch, daß es bei der ersten nachatlantischen Kulturperiode, bei der altindischen Kulturperiode, vorzüglich darauf ankam, daß durch diese altindische Kultur gepflegt wurde des Menschen Ätherleib, bei der urpersischen der Astralleib, durch die ägyptisch-chaldäische die Empfindungsseele, durch die griechisch-ateinjsche die Verstandes- oder Gemütsseele. Unsere Kulturperiode pflegt und wird zur Ausbildung bringen bis zu ihrem Ende dasjenige, was man Bewußtseinsseele nennt. Vorbereitet aber muß dasjenige werden, was dann in der sechsten Kulturperiode gewissermaßen den Inhalt, den Charakter der äußeren Kultur abgeben wird. 0 diese sechste Kulturperiode, sie wird mancherlei Züge in sich tragen, mancherlei Charakterzüge, die sich gar sehr unterscheiden von den Charakterzügen unserer Zeit. Vor allen Dingen können wir drei Charakterzüge hervorheben, von denen wir wissen müssen, daß wir sie als unsere Ideale für die sechste nachatlantische Kulturperiode schon im Herzen tragen müssen, daß wir sie vorzubereiten haben für diese sechste Kulturperiode. Jetzt ist etwas noch nicht in der Menschengemeinschaft vorhanden, was in der sechsten Kulturperiode da sein wird bei denjenigen Menschen, die gelten werden als solche, die das Ziel der sechsten Kulturperiode erreicht haben, die nicht zurückgeblieben sind hinter diesem Ziele; also nicht innerhalb derer, die in der sechsten Kulturperiode Wilde oder Barbaren sind. Von diesen Bewohnern der Erde in der sechsten Kulturperiode - von denen also, die dann auf der Höhe der Kultur stehen werden - wird einer der wichtigsten Charakterzüge ein gewissermaßen moralischer Charakterzug sein. Jetzt ist noch wenig innerhalb der Menschheit von diesem Charakterzug zu bemerken. Der Mensch muß heute schon feiner organisiert sein, wenn es ihm in der Seele weh tun soll, daß er außer seinem eigenen Dasein andere Menschen in der Welt anschauen, betrachten, sehen muß, denen es schlechter geht als ihm. Gewiß, feiner organisierte Naturen empfinden auch heute schon Leid über das Leid, das über viele Menschen in der Welt ausgegossen ist - aber es müssen eben feiner organisierte Naturen sein. In der sechsten Kulturperiode wird bei denjenigen Menschen, die ganz auf der Höhe dieser Kultur stehen werden, nicht nur jenes Gefühl vorhanden sein, das wir heute als Schmerz empfinden über #SE159-303 22:15 Elend, Leid und Armut, die verbreitet sind in der Welt, sondern der Mensch wird dann auf der Höhe der Kultur der sechsten nachatlantischen Kulturperiode jedes fremde Leid als sein eigenes Leid empfinden. Wenn er einen Hungernden sieht, wird er den Hunger so lebhaft empfinden bis ins Physische herunter, daß ihm dieser Hunger des andern unerträglich sein wird. Dasjenige, wovon hier angedeutet ist, daß es in der sechsten Kulturperiode nicht mehr so sein wird wie noch in der fünften, daß vielmehr in der sechsten Kulturperiode das Wohl des einzelnen voll abhängen wird von dem Wohl der Gesamtheit, ist ein moralischer Charakterzug. So wie jetzt nur das Wohl eines einzelnen menschlichen Gliedes von der Gesundheit des ganzen Leibes abhängt, und wenn der ganze Mensch nicht gesund ist, sich auch das einzelne Glied nicht aufgelegt fühlt, dieses oder jenes zu tun -, so wird in der sechsten Kulturperiode ein Gemeinsames die dann zivilisierte, die dann kultivierte Menschheit ergreifen, und der einzelne wird in viel höherem Maße, wie ein Glied des Ganzen, das Leiden, die ganze Not, die ganze Armut oder den Reichtum mitempfinden. Das ist der erste vorzugsweise moralische Wesenszug, der die zivilisierte Menschheit der sechsten Kulturperiode charakterisieren wird. Ein zweiter Grundzug wird dann sein, daß all dasjenige, was wir heute Glaubensgüter nennen, in einem viel, viel höheren Maße abhängen wird von der Individualität des einzelnen, als das heute der Fall ist. Die Geisteswissenschaft drückt das so aus, daß auf jeglichem religiösen Gebiet in der sechsten Kulturperiode vollständige Gedankenfreiheit und Sehnsucht nach der Gedankenfreiheit die Menschen ergreifen werden, so daß all dasjenige, was ein Mensch glauben will, wovon ein Mensch namentlich in religiöser Beziehung überzeugt sein will, in die Kraft seiner Individualität gestellt sein wird. Glaubenszusammenhang, wie er heute noch so vielfach existiert, Glaubenszusammenhang, der in der verschiedensten Weise unter den einzelnen Menschengemeinschaften herrscht, wird in dem Teile der Menschheit in der sechsten Kulturperiode, die dann die zivilisierte sein wird, nicht mehr herrschen. Jeder wird als notwendige Eigentümlichkeit der Menschen empfinden, daß auf religiösem Gebiet vollständige Gedankenfreiheit herrscht. #SE159-304 22:17 Und das dritte wird sein, daß die Menschen in der sechsten Kulturperiode Erkenntnisse überhaupt nur zu haben vermeinen werden, wenn sie Geistiges erkennen, wenn sie erkennen, daß in der Welt das Geistige ausgebreitet ist und daß die Menschenseelen sich mit dem Geistigen verbinden müssen. Was man heute Wissenschaft nennt, und was als Wissenschaft eine materialistische Färbung trägt, wird in der sechsten Kulturperiode gar nicht mehr Wissenschaft heißen. Das wird man betrachten als einen alten Aberglauben, der nur denjenigen Menschen eigentümlich sein kann, die auf der Stufe der fünften, dann überstandenen nachatiantischen Kulturperiode zurückgeblieben sind. Heute betrachten wir es als alten Aberglauben, sagen wir, wenn der Neger meint, daß kein Glied seines Leibes nach seinem Tode abgetrennt werden dürfe von seinem Leibe, weil er dann nicht als ein ganzer Mensch in die geistige Welt eintreten könne. Es verknüpft heute noch der Neger den Unsterblichkeitsgedanken mit reinem Materialismus, mit dem Glauben nämlich, daß irgendein Abdruck seiner gesamten Form in die geistige Welt eingehen müsse. Wie er also im Grunde materialistisch denkt, aber an Unsterblichkeit glaubt, während wir heute, da wir aus unserer Geisteswissenschaft wissen, daß wir das Geistige vom Leibe zu trennen haben und daß nur das Geistige in die übersinnliche Welt eingeht, wie wir heute jenen materialistischen Unsterblichkeitsglauben als einen Aberglauben betrachten müssen, so wird aller materialistischer Glaube, auch in der Wissenschaft, in der sechsten nachatlantischen Kulturperiode als alter Aberglaube da sein. Und als Wissenschaft wird ganz selbstverständlich für die Menschen nur dasjenige gelten, was, wie die Geisteswissenschaft sagt, Pneumatologie, Geistiges zur Grundlage hat. Sie sehen, unsere Geisteswissenschaft ist ganz darauf angelegt, die Dinge, die eben genannt worden sind, für die sechste Kulturperiode vorzubereiten. Wir versuchen, Geisteswissenschaft zu pflegen, um den Materialismus zu überwinden, um vorzubereiten dasjenige, was in der sechsten Kulturperiode an Wissenschaft da sein muß. Wir begründen Menschengemeinschaften, in denen gar nichts herrschen darf von irgendeinem Autoritätsglauben, von Anerkennung einer Lehre, nur weil sie von der einen oder andern Persönlichkeit geliefert wird. #SE159-305 22:20 Wir begründen Menschengemeinschaften, in denen alles, alles gebaut sein muß auf die freie Zustimmung der Seele zu den Lehren. Damit bereiten wir dasjenige vor, was die Geisteswissenschaft Gedankenfreiheit nennt. Und dadurch, daß wir uns zusammenschließen, uns in brüderlichen Vereinigungen verbinden, um unsere Geisteswissenschaft zu treiben, bereiten wir dasjenige vor, was als Kultur, als Zivilisation die sechste nachatlantische Kulturperiode durchdringen soll. Aber noch tiefer müssen wir in den Gang der Menschheitsentwickelung hineinschauen, wenn wir ganz verstehen wollen, um was es sich bei unseren brüderlichen Vereinigungen eigentlich handelt. In der ersten nachatlantischen Kulturperiode hat man auch in Gemeinschaften, die dazumal ihren Mysteriencharakter hatten, dasjenige gepflegt, was dann in der zweiten Kulturperiode herrschte. Das heißt, man hat schon in den besonderen Vereinigungen der ersten nach-atlantischen, der urindischen Kulturperiode dasjenige gepflegt, was dann herrschen sollte als Pflege des Astralleibes. Es würde viel zu weit führen, wollte man heute beschreiben, was in diesen besonderen Vereinigungen des alten Indien gepflegt worden ist, abweichend von dem, was äußere altindische Kultur war, um vorzubereiten die urpersische Kulturepoche. Aber das soll gesagt werden, wenn sich diese Menschen der altindischen Kulturperiode vereinigten, um das vorzubereiten, was für die zweite Kulturperiode vorzubereiten war, dann fühlten sie: Das ist noch nicht erreicht, das ist noch nicht bei uns, was bei uns sein wird, wenn unsere Seelen in der nächsten Kulturperiode wiederverkörpert sein werden. Das schwebt gleichsam noch über uns. - Und so ist es auch. In dieser ersten Kulturperiode war das, was in der zweiten erst, man möchte sagen, vom Himmel auf die Erde heruntersteigen sollte, noch über den Seelen schwebend. Und die Arbeit wurde so eingerichtet, daß die Geister der höheren Hierarchien durch die Arbeit, welche die Menschen auf der Erde in engeren Vereinigungen, in Mysterienvereinigungen verrichteten, herauffließend hatten Kräfte, durch die sie pflegen konnten dasjenige, was dann als Inhalt des Astralleibes in die Seelen der Menschen in der zweiten, der urpersischen Kulturperiode herunterströmen sollte. Man möchte sagen, als kleine Kinder waren sie noch vorhanden, die Kräfte, welche #SE159-306 22:21 dann, etwas erwachsen, herabstiegen in die Seelen, die in altpersischen Leibern verkörpert waren. Oben in der geistigen Welt empfingen sie die Kräfte von der Menschenarbeit, die von unten heraufströmten, vorbereitend die nächste Kulturperiode, und durch diese Kräfte wurden herangepflegt jene Kräfte, die dann herunterströmen sollten. Und so muß es in jeder weiteren Kulturperiode sein. In unserer Kulturperiode muß es so sein, daß wir uns bewußt werden: Das, was sich in uns durch die gewöhnliche Zivilisation, durch die gewöhnliche Kultur ausgebildet hat, muß die Bewußtseinsseele sein; das muß dasjenige sein, was seit dem 14., 15., 16. Jahrhundert angefangen hat, als Wissenschaft, als äußeres materialistisches Bewußtsein die Menschen zu ergreifen, was sich immer weiter und weiter ausbreiten wird, und was nach Ablauf der fünften Kulturperiode, bis an das Ende der fünften Kulturperiode sich ganz und gar durchentwickelt haben wird. Dasjenige aber, was die sechste Kulturperiode ergreifen muß, muß das Geistselbst sein. Das Geistselbst muß dann in den Seelen darinnen selber ausgebildet werden, wie jetzt die Bewußtseinsseele ausgebildet wird. Das ist aber die Eigentümlichkeit des Geistselbst, daß es diese drei Charakterzüge, von denen ich gesprochen habe, in den Menschenseelen voraussetzt, wie Geisteswissenschaft es sagt: Brüderliches soziales Zusammenleben, Gedankenfreiheit und Pneumatologie. Eine Menschengemeinschaft, innerhalb welcher das Geistselbst so ausgebildet wird wie in unseren Seelen der fünften nachatlantischen Kulturperiode durch die äußere Kultur die Bewußtseinsseele, braucht eben diese Charakterzüge. Daher dürfen wir uns vorstellen, daß dadurch, daß wir uns in Arbeitsgruppen brüderlich vereinigen, unsichtbar über unserer Arbeit schwebt dasjenige, was wie das Kind jener Kräfte ist, welche die Kräfte des Geistselbst sind, das von den Wesen der höheren Hierarchien gepflegt wird, damit es dann herunterströmen kann in unsere Seelen, wenn sie wieder da sein werden in der sechsten Kulturperiode. Arbeit leisten wir in unseren brüderlichen Arbeitsgruppen, die heraufströmt zu den für das Geistselbst vorbereitet werdenden Kräften. So sehen Sie, wie wir im Grunde nur aus dem Weisheitsgut unserer Geisteswissenschaft heraus verstehen können, was wir eigentlich in #SE159-307 22:22 bezug auf unseren Zusammenhang mit den höheren, den geistigen Welten tun, wenn wir uns in solchen Arbeitsgruppen vereinigen. Und der Gedanke, daß wir solches tun, daß wir die Arbeit, die wir in unseren Arbeitsgruppen verrichten, nicht allein um unserer Egoität willen verrichten, sondern daß wir sie verrichten dafür, daß sie hinaufströme in geistige Welten, der Gedanke an dieses Arbeiten im Zusammenhang mit den geistigen Welten gibt einem Arbeitszweige die rechte Weihe. Und indem wir einen solchen Gedanken hegen, durchdringen wir uns mit dem Weihegedanken, der eine solche Arbeitsgruppe innerhalb unserer geistigen Bewegung begründet. Daher ist es von einer besonderen Bedeutung, daß wir diese Tatsache so recht geistig erfassen. Wir finden uns in Arbeitsgruppen zusammen, welche neben dem, daß sie Geisteswissenschaft, pneumatologische Wissenschaft treiben, neben dem, daß sie auf Gedankenfreiheit aufgebaut sein wollen und nichts von einem Dogma, nichts von einem Glaubenszwang kennen, ihre Arbeit tauchen in brüderliches Zusammenarbeiten. Darauf kommt es an, daß wir diesen Gemeinschaftsgedanken in der richtigen Weise wirklich in unser Bewußtsein aufnehmen, daß wir uns gewissermaßen sagen: Außer dem, daß wir als gegenwärtige Seelen angehören der fünften nachatlantischen Kulturperiode und da ganz individuell uns entwickeln, immer mehr und mehr das Einzel-persönliche herausholen aus dem Gemeinschaftsleben, müssen wir wiederum eine höhere Gemeinschaft, die wir auf freie brüderliche Liebe begründen, wie den Zauberhauch empfinden, den wir einatmen in unseren Arbeitsgruppen. Das ist die ganz tiefe Bedeutung der westeuropäischen Kultur: daß die Bewußtseinsseele gesucht werden soll innerhalb der fünften nach-atlantischen Kultur. Es ist die Aufgabe der westeuropäischen und ganz besonders der mitteleuropäischen Kultur, daß die Menschen immer mehr und mehr in ihrer Seele eine individuelle Kultur, ein individuelles Bewußtsein entwickeln. Darauf kommt es an in der Gegenwart. Wir können vergleichen diese unsere Kulturperiode mit der griechischen, der römischen. In der griechischen Kulturperiode, da sehen wir es besonders auffällig: es herrscht noch ganz besonders Gruppenseelenhaftigkeit, ein Bewußtsein von einer Gruppenseelenhaftigkeit #SE159-308 gerade bei den zivilisierten Griechen. Derjenige, der in Athen lebte und geboren war, fühlte sich vor allen Dingen als Athener. Diese Gemeinschaft der Stadt mit dem, was dazugehört, hatte eine andere Bedeutung für den einzelnen Menschen als heute eine menschliche Gemeinschaft. Heute will der Mensch herauswachsen aus der Gemeinschaft, und das ist die richtige Aufgabe der fünften nach-atlantischen Kulturperiode. In Rom war der Mensch vor allen Dingen nicht etwas anderes als römischer Bürger; das war dasjenige, was er in erster Linie war. Die Zeit aber ist heraufgestiegen in der fünften nachatlantischen Kulturperiode, wo wir vor allen Dingen Mensch sein wollen, Mensch und nichts als Mensch in unserem innersten Wesen. Was uns heute so schmerzlich erleben läßt, wie die Menschen gegeneinanderstreben auf der Erde, ist ja nur eine Reaktion auf das unablässige Streben der fünften Kulturperiode nach freier Ausbildung des allgemein Menschlichen. Durch die feindselige Abschließung der einzelnen Länder und Völkerschaften heute soll nur um so mehr im Widerstand die Kraft entwickelt werden, die den Menschen vor allen Dingen ganz Mensch sein läßt, die Kräfte, die den Menschen herauswachsen lassen aus jeglicher Art von Gemeinschaft. Dafür aber muß er vorbereiten wiederum Gemeinschaften, die auf vollem Bewußtsein aufgebaut sind, in die er in der sechsten Kulturperiode frei eintreten wird, die er sich ganz allein selber auferlegt. Wie ein hohes Ideal schwebt vor uns diese Gemeinschaft, die die sechste Kulturperiode so umschließen wird, daß sich die zivilisierten Menschen selbstverständlich aus ihrer Seele heraus wie Brüder und Schwestern gegenüberstehen werden. Wir wissen nun eines aus den zahlreichen Vorträgen, die in den verflossenen Jahren gehalten worden sind: daß im Osten Europas ein Volk lebt, welches insbesondere dazu berufen sein wird, dasjenige, was an elementaren Kräften in ihm ist, erst in der sechsten Kulturperiode zur besonderen Ausprägung zu bringen. Wir wissen, daß das russische Volk erst in der sechsten Kulturperiode reif sein wird, die Kräfte, die in ihm heute elementar vorhanden sind, zur Ausprägung zu bringen. West- und Mitteleuropa ist dazu berufen, dasjenige in die Menschenseelen hineinzubringen, was durch die Bewußtseinsseele #SE159-309 hineingebracht werden kann. Dazu ist der Osten nicht berufen. Der Osten Europas wird warten müssen, bis das Geistselbst herabsteigt auf die Erde und die Menschenseelen durchdringen kann. Das ist oftmals erwähnt worden; wir müssen es im rechten Sinne verstehen. Im unrechten Sinne verstanden, kann es sehr leicht zu Hochmut und zu Überhebung gerade im Osten führen. Die Höhe der nachatlantischen Kultur ist schon in der fünften nachatlantischen Kulturperiode zu erreichen. Dasjenige, was folgen wird in der sechsten und siebenten Kulturperiode, das wird eine absteigende Entwickelung sein. Dennoch aber wird es so sein, daß diese absteigende Kulturentwickelung in der sechsten Kulturperiode inspiriert sein wird, durchdrungen sein wird von dem Geistselbst. Heute fühlt instinktiv, aber man möchte sagen, oftmals recht verkehrt instinktiv, der Mensch des Ostens, derjenige, der von den Geistern des Ostens selbst « der russische Mensch» genannt wird, er fühlt, daß das mit ihm so steht; er hat nur meistens ein höchst unklares Bewußtsein davon. Schon charakteristisch ist es, daß so vielfach heraufkommen konnte dieser Ausdruck «der russische Mensch». In der Sprache herrscht ein Genius, wenn so etwas aus der Sprache herausgeholt wird und man nicht sagt, wie im Westen: der Brite, der Franzose, der Italiener, der Deutsche, sondern «der russische Mensch». Und viele der russischen Intellektuellen legen einen Wert darauf, daß immer gesagt werde « der russische Mensch». Das liegt tief begründet in dem ganzen Genius der entsprechenden Kultur. Man meint schon dasjenige, was sich als Menschentum, gleichsam als Brüderlichkeit über eine Gemeinsamkeit ausbreitet. Man will es andeuten dadurch, daß man eben das Menschsein im Ausdruck gebraucht. Aber man zeigt zugleich, daß man noch nicht auf der vollen Höhe ist, die man zu erreichen hat in ferner Zukunft, indem man dazusetzt etwas, was im Grunde grell widersprechend ist dem Hauptwort. Der «russische» Mensch: man nimmt gleichsam im Eigenschaftswort das zurück, was man im Hauptwort ausspricht. Denn wenn das Menschentum erreicht werden soll, so darf es kein solches Eigenschaftswort haben, welches dieses Menschentum ja wiederum zu etwas Ausschließendem macht. Aber noch viel, viel tiefer ist gegenwärtig gerade in den Mitgliedern #SE159-310 der russischen Intelligenz das darinnen begründet, daß eine gewisse, in der Zukunft zu verstehende Gemeinschaftlichkeitsidee, eine Brüderlichkeitsidee herrschen müsse. In dieser Beziehung fühlt die russische Seele schon: Das Geistselbst soll einmal herabsteigen, es kann aber nur herabsteigen in eine Menschengemeinschaft, welche von Brüderlichkeit durchdrungen ist. Niemals kann es sich ausbreiten in einer Menschengemeinschaft, die nicht von Brüderlichkeit durchdrungen ist. Deshalb ist es, daß die russischen Intellektuellen, wie sie sich nennen, dem Westen Europas und auch Mitteleuropa folgenden Vorwurf machen. Sie sagen: Ihr achtet ja gar nicht auf dasjenige, was echtes Gemeinschaftsleben ist, ihr pflegt nur den Individualismus. Jeder will ein Eigener sein, jeder will nur eine Individualität sein. Ihr treibt das Persönliche, durch das sich jeder einzelne Mensch als Selbst, als Individualität fühlt, auf die höchste Spitze. - Das ist dasjenige, was in sehr vielen Vorwurfen in bezug auf Barbarei und so weiter Mitteleuropa und Westeuropa vom Osten her entgegentönt. Und diejenigen, die sich bewußt werden wollen über das, was da eigentlich vorliegt, sagen: Dieses ganze West- und Mitteleuropa hat schon alles Gefühl für menschliche Zusammenhänge verloren. Und indem man jetzt Gegenwart und Zukunft verwechselt, sagt man: Wirkliche menschliche Zusammenhänge, wo sich jeder als der Bruder des andern fühlt, wo sich derjenige, der über dem andern steht, fühlt als dessen «Väterchen » und «Mütterchen», wirkliches menschliches Gemeinschaftsleben ist nur in Rußland. - So sagt die russische Intelligenz. Und sie sagt, deshalb hat es das westeuropäische Christentum nicht zustande gebracht, das wirkliche menschliche Gemeinschaftswesen zu pflegen. Der Russe kennt noch, so sagen sie, die Gemeinschaft. Und ein solcher ausgezeichneter russischer Intellektueller wie der im 19. Jahrhundert lebende Alexander Herzen kam, als auf die letzte Konsequenz, dazu, zu sagen: In Westeuropa kann niemals Glück entstehen. Was man auch für Versuche machen mag in der westeuropäischen Kultur und Zivilisation, niemals wird da Glück entstehen. Niemals wird die Menschheit zufrieden sein können. Da kann nur das Chaos herrschen. Der einzige Segen liegt im russischen Wesen, wo die Menschen sich noch nicht von der Gemeinschaft getrennt haben, wo #SE159-311 sie in ihren Dorfgemeinden noch etwas haben wie Gruppenseelenhaftigkeit, an dem sie festhalten. Was wir Gruppenseele nennen, aus dem sich die Menschheit nach und nach herausgearbeitet hat und in dem noch ganz und gar die Tierheit drinnen lebt, das verehren gerade die russischen Intellektuellen bei ihrem Volk als etwas besonders Großes und Bedeutsames. Sie können sich nicht erheben zu dem Gedanken, daß die Zukunftsgemeinschaftlichkeit als hohes Ideal vorschweben soll, ein Ideal, das erst geltend gemacht werden muß. Sie halten an dem Gedanken fest: Schauen wir, was uns als den letzten in Europa geblieben ist! Die andern haben schon sich herausgehoben aus der Gruppenseelenhaftigkeit, wir haben sie uns noch bewahrt; wir müssen sie uns bewahren. -Diese Gruppenseelenhaftigkeit wird in Wirklichkeit gar nicht sein dürfen für die Zukunft, denn das ist die alte Gruppenseelenhaftigkeit. Es würde nur eine luziferische Gruppenseelenhaftigkeit, eine auf früherer Stufe zurückgebliebene Gruppenseelenhaftigkeit sein, während die wahre, die zu erstrebende Gruppenseelenhaftigkeit diejenige ist, die wir innerhalb unserer Geisteswissenschaft suchen. Aber gerade an dem Drang und der Sehnsucht der russischen Menschen, namentlich der Intellektuellen, ist zu erkennen, wie man zum Herabsteigen des Geistselbst den Geist der Gemeinschaft braucht. Wie er dort nur auf falschem Wege gesucht wird, so muß er in unserer geisteswissenschaftlichen Strömung auf rechtem Wege gesucht werden. Und wir möchten hinüberrufen nach dem Osten: Gerade das müssen wir bis ins Äußerste überwinden, was ihr auf äußere Art zu bewahren sucht: die alte luziferisch-ahrimanische Gemeinschaft. - Die Gemeinschaftlichkeit luziferischer und ahrimanischer Art, sie wird einen so festen Glaubenszwang haben, wie ihn begründen mußte die orthodox gebliebene katholische Kirche in Rußland. Diese Gemeinschaftlichkeit wird nicht verstehen, was Gedankenfreiheit ist, und sie wird am allerwenigsten sich zur völligen Individualität und doch zum sozialen brüderlichen Zusammenleben heraufschwingen können. Daher möchte sie das bewahren, was in Blutsbrüderschaft geblieben ist, in bloßer Zusammengehörigkeit durch das Blut. Eine Gemeinschaft, die sich nicht auf das Blut, sondern auf den Geist, auf die Gemeinschaft der #SE159-312 Seelen gründet, das ist, was angestrebt werden muß auf geisteswissenschaftlichem Wege. Und das ist es, was wir anstreben, indem wir uns sagen: Gemeinschaften müssen wir anstreben, in denen das Blut nicht mehr spricht. Es wird fortbestehen selbstverständlich, das Blut, es wird in Familienzusammenhängen sich ausleben - was bleiben muß, das wird nicht ausgerottet, aber etwas Neues muß entstehen! Das, was in dem Kind bedeutsam ist, wird in den Greisenkräften erhalten sein, aber der Mensch muß im späteren Lebensalter Neues hinzu-bekommen. Dasjenige, was das Blut bringt, darf nicht so umgedeutet werden, als ob es die großen Menschengemeinschaften der Zukunft umfassen würde. Das ist der große Irrtum, der vom Osten in die heutigen blutigen Ereignisse hineinspielt, daß man einen Krieg entbrannt hat unter dem Titel einer Gemeinschaft des Blutes der slawischen Völker Da spielt in unsere schlcksaltragende Zeit all dasjenige hinein, was jetzt eben auseinandergesetzt worden ist, was aber im Grunde wiederum den richtigen Kern in sich enthält, nämlich das instinktive Fühlen: das Geistselbst kann nur in einer brüderlichen Gemeinschaft erscheinen. Es darf aber nicht eine Gemeinschaft des Blutes sein, sondern es muß eine Gemeinschaft der Seelen sein. Was dann erwächst als Gemeinschaft der Seelen, was das sein soll, das pflegen wir in seiner Kindhaftigkeit in unseren Arbeitsgemeinschaften, in unseren Zweigen. Dasjenige, was so wie der Osten Europas an der Gruppenseelenhaftigkeit festhält, indem er zum Beispiel die slawische Gruppenseele als etwas bezeichnet, aus dem er nicht heraus will, das er im Gegenteil zum umfassenden Prinzip für seine ganze Staatenbildung ansehen will, das ist etwas, was gerade überwunden werden muß. Wie ein großes Symbolum steht es da, wie ein ungeheures Symbolum, daß die beiden Staaten, von denen der Krieg ausgegangen ist, auf der einen Seite Blutsbrüderschaft als den Grund des Krieges angeben - Rußland mit dem gesamten Slawentum -, und der andere Staat, der dem gegenübersteht, dreizehn offizielle Völkerschaften und dreizehn Staatssprachen hat. Der Mobilisationsbefehl in Österreich mußte in dreizehn Sprachen ausgestellt werden, weil dreizehn Völkerschaften in Österreich vereinigt sind: Deutsche, Tschechen, Polen, #SE159-313 Ruthenen, Rumänen, Magyaren, Slowaken, Serben, Kroaten, Slowenen - dazu noch eine besondere Slowenen-Vulgärsprache -, Bosnier, Dalmatiner und Italiener. So sind dreizehn verschiedene Stämme, von allen kleinen Differenzierungen abgesehen, in Österreich vereinigt. Ob man das nun einsieht oder nicht, das zeigt, daß dieses Österreich aus einem Zusammenhang von Menschen besteht, wo die Gemeinsamkeit niemals begründet werden kann auf Blutsbrüderschaft, denn in dreizehn verschiedenen Geblüten entsprießt dasjenige, was in dieser eigentümlichen Grenze herrscht. Man möchte sagen, der am meisten zusammengesetzte Staat Europas steht gegenüber dem Staate, der am meisten nach Gruppenseelenhaftigkeit strebt oder nach Konformität. Aber dieses Streben nach Gruppenseelenhaftigkeit zieht manches andere noch nach sich. Und da kommen wir nun noch auf etwas weiteres, an das wir uns heute bedeutungsvoll erinnern mögen. Ich habe auch schon gestern im öffentlichen Vortrag als einen der bedeutendsten Geister des ganzen Rußland den großen Philosophen Solowjow genannt. Solowjow ist wirklich ein hervorragender Geist, aber ein ganz russischer Geist. Ein Geist, der außerordentlich schwierig zu verstehen ist vom westeuropäischen Gesichtspunkte aus. Aber Anthroposophen sollten ihn kennenlernen. Diejenigen, die auf dem Boden der Geisteswissenschaft stehen, sollten ihn kenneniernen, sie sollten sich zu einem gewissen Verständnis Solowjows hinauf-schwingen können. Nun will ich eine, ich möchte sagen, die Haupt-und Zentralidee Solowjows einmal von unserem intimen Gesichtspunkte aus vor Ihre Seelen bringen. Solowjow ist viel zu sehr Philosoph, als daß er so ganz ohne weiteres die Gruppenseelenhaftigkeit wirklich für sich annehmen könnte. Die Sache macht ihm Schwierigkeiten, und er kommt in mancherlei Widersprüche hinein. Aber von einer Idee ist er nicht ganz vollbewußt beherrscht, so beherrscht, daß man sagen muß: Ach, wenn dieser Solowjow nur ganz hellsichtig wäre, daß er vorausnehmen könnte dasjenige, was seine Seele erst einsehen wird auf der Erde, wenn sie in der sechsten Kulturperiode inkarniett sein wird! Die Idee, die dem Westeuropäer in ihrem Ausgangspunkt recht schwer verständlich ist, selbstverständlich auch dem Mitteleuropäer, #SE159-314 wurde zu einer Haupt- und Zentralidee bei Solowjow. Das ist die folgende. Wir in Westeuropa suchen gerade in dem, was wir als die Vorbereitung für die sechste Kulturperiode pflegen, unter vielem andern, den Tod zu begreifen in seiner Bedeutung für das Leben. Wir versuchen zu verstehen, wie der Tod das Erscheinen einer Daseinsform ist, wie die Seele sich im Tode verwandelt in eine andere Daseinsform. Wir schildern, wie der Mensch lebt in seinem Leibe, und was er für ein Leben führt zwischen Tod und neuer Geburt. Wir suchen den Tod zu verstehen. Wir suchen den Tod zu überwinden, indem wir ihn verstehen, indem wir zeigen, daß er nur ein Schein ist, daß die Seele in Wahrheit lebt, indem sie durch den Tod geht. Aber das ist uns mit eine Hauptsache, daß wir den Tod durch das Verstehen zu überwinden suchen. Da stehen wir aber zum Beispiel auf einem der Punkte, und zwar gerade einem der hauptsächlichsten Punkte, wo sich geisteswissenschaftliches Streben ganz und gar differenziert von dem, was Solowjow, der große russische Geist, als seine Idee bat: Es gibt Übel in der Welt, es gibt Böses in der Welt. Das Böse in der Welt, die Übel sind da. Schauen wir mit unseren Sinnen die Übel, das Böse an, dann können wir nicht leugnen, daß die Welt voll von Bösem ist. Das spricht dagegen, sagt Solowjow, daß die Welt göttlich ist. Denn wie kann man, wenn man die Welt mit seinen Sinnen anschaut, an eine göttliche Welt glauben, da eine göttliche Welt doch nicht das Böse darstellen kann! Aber die Sinne sehen es überall, das Böse, und das ärgste Böse ist der Tod. Dadurch, daß der Tod in der Welt ist, zeigt sich die Welt in ihrer ganzen Bösheit, in ihrem ganzen Übel. Das Urübel ist der Tod. Das ist die Weltcharakteristik von Solowjow. Er sagt - ich zitiere fast wörtlich - Schaut nur die Welt an mit euren bloßen Sinnen! Versucht nur zu begreifen die Welt mit eurem bloßen Verstande. Da könnt ihr niemals die Übel in der Welt wegleugnen. Und den Tod verstehen zu wollen, wäre absurd! Der Tod ist da. Er zeigt sich. Niemals kann eine Sinnenerkenntnis den Tod erkennen. Daher zeigt die Sinnenerkenntuis eine böse Welt, eine Welt der Übel. Können wir nun glauben - sagt Solowjow -, daß diese Welt göttlich ist, wenn sie uns #SE159-315 zeigt, daß sie voller Übel ist? Wenn sie uns den Tod auf Schritt und Tritt zeigt? Nimmermehr können wir glauben, daß diese Welt eine göttliche ist, die uns den Tod zeigt. Denn in Gott können nicht Übel, kann nicht das Böse sein, kann vor allen Dingen nicht das Urübel, das Urböse sein. In Gott kann nicht der Tod sein. Wenn also Gott in die Welt käme - ich wiederhole fast wörtlich, was Solowjow sagt-, wenn Gott in die Welt käme, wenn er in der Welt erschiene, könnten wir ihm so ohne weiteres glauben, daß er Gott sei? Nein, wir könnten Gott nicht ohne weiteres glauben, daß er Gott sei! Er müßte sich erst legitimieren! Wenn ein Wesen käme und behauptete, es wäre Gott, dann würden wir ihm nicht glauben. Dann müßte es sich erst legitimieren. Es müßte erst etwas aufweisen - so spricht Solowjow - wie ein Weltdokument, etwas, wodurch wir erkennen können: Das ist Gott! Und so etwas können wir in der Welt nicht finden. Gott kann sich durch das, was in der Welt ist, nicht legitimieren, denn das alles, was in der Welt ist, widerspricht dem Göttlichen. Wodurch also kann er sich legitimieren? Dadurch allein kann er sich legitimieren, daß er, wenn er auf die Welt kommt, zeigt, daß er Sieger über den Tod ist, daß der Tod ihm nichts anhaben kann. Wir würden niemals glauben, daß der Christus Gott ist, wenn er sich nicht legitimierte. Und er hat es getan, indem er auferstanden ist, indem er gezeigt hat, daß das Urübel, der Tod, nicht in ihm ist. - Also da haben wir ein Gottbewußtsein, das sich aufbaut nur auf einer wirklichen, historischen Auferstehung des Christus, die den Gott legitimiert als Gott. Nichts in der Welt als die Auferstehung läßt uns erkennen, daß es einen Gott gibt. Wäre Christus nicht auferstanden - dieser Paulus-Spruch ist es hauptsächlich, den Solowjow immer wieder anführt -, so wäre all unser Glaube eitel. Und eitel wäre alles, was wir sagen können über ein Göttliches in der Welt. Daher der Satz Solowjows: Schauen wir die Welt an, so sehen wir in der Welt überall nur Übel und Böses und Verwesung und Sinnlosigkeit. Wäre Christus nicht auferstanden, so wäre die Welt sinnlos. Also ist der Christus auferstanden! - Merken Sie wohl diesen Satz! Denn dieser Satz, er ist ein Kardinalsatz eines der größten Geister des Ostens! Wäre Christus nicht auferstanden, so wäre die Welt sinnlos. #SE159-316 Also ist der Christus auferstanden! - Solowjow hat gesagt: Es mag Leute geben, die glauben, es wäre nicht logisch, wenn ich sage: Wäre Christus nicht auferstanden, so wäre die Welt sinnlos; also ist er auferstanden! - Das ist aber eine viel bessere Logik - meint Solowjow -, als alle Logik, die ihr mir entgegenhalten könnt! Ich habe Ihnen im Konkreten, gerade an diesem eigentümlichen Fordern eines Dokumentes für die Göttlichkeit von dem Gott, bei Solowjow gezeigt, wie eigentümlich im Osten die Gedanken sind; wie eigentümlich die Gedanken sich hinaufranken, um dasjenige, wodurch der Gott unmittelbar zeigt, daß er der Gott ist, einmal zu ergreifen. Wie anders ist es im Westen, wie anders in Mitteleuropa! Wofür wenden wir geisteswissenschaftliches Streben auf? Versuchen Sie zu vergleichen und zu überblicken all dasjenige, was wir in der Geisteswissenschaft treiben! Was hat es denn für ein Ziel, worauf wollen wir denn hinaus? Wir wollen aus dem Wissen, aus der Erkenntnis heraus, so daß wir es einsehen können, in der Welt erkennen, daß die Welt einen Sinn hat, daß die Welt Bedeutung hat, daß nicht bloß Übel und Verwesung in ihr sind. Unmittelbar durch die Erkenntnis wollen wir begreifen, daß die Welt einen Sinn hat. Und wir wollen uns gerade vorbereiten dadurch, daß wir begreifen, daß die Welt einen Sinn hat, für ein Miterleben der Christus -Wesenheit. Wir wollen den lebendigen Christus erfassen. Allerdings als eine Gabe, als eine Gnade des Christus wollen wir all das entgegennehmen. Wir wissen, daß es so ist, was uns gegeben werden kann nach dem Ausspruch: «Ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Welt.» Wir wollen entgegennehmen all dasjenige, was uns der Christus fortwährend verspricht. Denn nicht bloß durch die Evangelien spricht er, sondern auch in unseren Seelen. Das meint er mit dem Ausspruch : «Ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Welt.» Immer kann er gefunden werden als der lebendige Christus. Wir wollen in ihm leben, ihn in uns aufnehmen: «Nicht ich, sondern der Christus in mir!» Das ist unser hauptsächlichster Paulinischer Ausspruch: «Nicht ich, sondern der Christus in mir !» Damit wir durch ihn sehen: Überall, wo wir hinkommen, ist Sinn! Faust schon wollte das sagen, indem er seine ganze Weltanschauung in den Worten aussprach: #SE159-317 Erhabner Geist, du gabst mir, gabst mir alles, Warum ich bat. Du hast mir nicht umsonst Dein Angesicht im Feuer zugewendet. Gabst mir die herrliche Natur zum Königreich, Kraft, sie zu fühlen, zu genießen. Nicht Kalt staunenden Besuch erlaubst du nur, Vergönnest mir, in ihre tiefe Brust Wie in den Busen eines Freunds zu schauen. Du führst die Reihe der Lebendigen Vor mir vorbei und lehrst mich meine Brüder Im stillen Busch, in Luft und Wasser kennen. Und wenn der Sturm im Walde braust und knarrt, Die Riesenfichte, stürzend, Nachbaräste Und Nachbarstämme quetschend, niederstreift, Und ihrem Fall dumpf hohl der Hügel donnert, Dann führst du mich zur sichern Höhle, zeigst Mich dann mir selbst, und meiner eignen Brust Geheime tiefe Wunder öffnen sich. Äußeres und Inneres geistig erfassen, Sinn überall erfassen, den Tod selbst sinnvoll erfassen, daß er der Durchgang ist von einer Lebensform zur andern Lebensform! Und indem wir also den lebendigen Christus suchen, dann - den lebendigen Christus suchend - folgen wir ihm auch durch den Tod und durch die Auferstehung hindurch. Wir gehen nicht von der Auferstehung aus, wie der osteuropäische Mensch. Wir folgen dem Christus, von dem wir uns inspirieren lassen, dem Christus, den wir hineinnehmen in unsere Imaginationen. Wir folgen dem Christus bis zum Tode. Wir folgen ihm nicht nur, indem wir sagen : Ex deo nascimur -, sondern indem wir sagen : In Christo morimur. - Wir verfolgen die Welt und wissen, daß die Welt das Dokument ist, durch das Gott seine Göttlichkeit ausspricht. Wir können im Westen nicht sagen, indem wir erleben und erfassen wollen das geistige Weben und Walten : Wir brauchen ein Dokument, wenn Gott in die Welt hineinkommt und sich ausweisen soll -, sondern wir #SE159-318 suchen überall den Gott. In der Natur und in den Menschenseelen suchen wir den Gott. Daher bedarf aber auch diese fünfte nachatlantische Kulturepoche desjenigen, was wir pflegen in unseren brüderlichen Zweigvereinigungen. Sie bedarf der bewußten Pflege, gleichsam jener geistigen Aura, die noch über uns schwebt, die von den Geistern der höheren Hierarchien gepflegt ist und hineinffießen wird in die Menschenseelen, wenn sie in der sechsten Kulturperiode leben werden. Wir wollen uns nicht an Totes wenden, wie der Osten. an die Gruppenseelenhaftigkeit, an die überbliebene Gemeinschaftlichkeit. Wir wollen das Lebendige pflegen von Kindheit auf, und das ist der Gemeinschaftsgeist unserer Zweige. Wir wollen nicht suchen, was da unten im Blute rumort, um zusammenzurufen bloß die, bei denen etwas Gemeinsames im Blut rumort, und das in irgendeiner Gemeinschaft pflegen. Wir wollen zusammenrufen die Menschen, die sich entschließen, Brüder und Schwestern zu sein, und die das über sich schwebend haben, was sie pflegen wollen, indem sie die Geisteswissenschaft pflegen und den guten Geist der Brüderlichkeit über sich schwebend fühlen. Dieses ist dasjenige, was wir als einen Weihegedanken bei der ersten Entfaltung eines unserer Zweige in uns aufnehmen. Damit weihen wir einen Zweig, wenn wir ihn begründen, ein. Gemeinsamkeit und Lebendigkeit! Gemeinsamkeit suchen wir über uns, den lebendigen Christus in uns, der kein Dokument braucht, der nicht erst durch die Auferstehung sich beglaubigen soll, der beglaubigt ist, weil wir ihn in uns selbst erleben. Die Gemeinsamkeit über uns, den Christus in uns : das machen wir zu unserem Wahlspruch, zu unserem Weihewahlspruch, indem wir einen Zweig begründen. Und wir wissen : Ob zwei oder drei oder sieben oder viele, viele in diesem Sinne im Namen des Christus vereinigt sind, in ihnen lebt der Christus. Und alle jene, die in diesem Sinne den Christus als ihren Bruder anerkennen, sind selbst Schwestern und Brüder. Und diesen will der Christus als seinen Bruder anerkennen, der den andern Menschen als seinen Bruder anerkennt. Wenn wir in der Lage sind, solchen Weihewahlspruch in uns aufzunehmen, mit solcher Gesinnung unsere Arbeit zu verrichten, dann #SE159-319 wird der rechte Geist unserer geisteswissenschaftlichen Bewegung in dieser unserer Arbeit walten. Auch in dieser schwierigen Zeit haben sich unsere geisteswissenschaftlichen Freunde von auswärts vereinigt mit denjenigen, die hier ihren Zweig begründet haben. Das ist immer cm schöner Brauch. Denn dadurch tragen die Weihegedanken, den Weihewahlspruch auch die andern, die in andern Zweigen arbeiten, hinaus. Und sie geloben sich, immer wiederum zu denken an diejenigen, die in einem Zweige sich versprochen haben, miteinander im Sinne unserer Bewegung zu arbeiten. Und so wächst und wächst dasjenige, was wir als unsere unsichtbare Gemeinschaft durch die Art unserer Arbeit begründen wollen. Dann aber, wenn solche Gesinnung, mit unserer Arbeit sie verbindend, sich immer mehr ausbreitet, dann werden wir den durch die Geisteswissenschaft uns gestellten Forderungen für den Fortschritt der Menschheit gerecht. Und dann dürfen wir glauben, daß diejenigen, die da leiten als die großen Meister der Weisheit den menschlichen Fortschritt und das menschliche Wissen, bei unserer Arbeit unter uns sind. Und insoferne Sie, die Sie hier arbeiten, in dieser unserer geisteswissenschaftlichen Gesinnung arbeiten, in demselben Sinne weiß ich, daß die hohen Meister, die wirklich unsere Bewegung leiten von den geistigen Welten aus, auch in der Mitte Ihres Arbeitens sein werden. Von diesem Gesichtspunkte aus rufe ich heute die Kraft und die Gnade und die Liebe dieser Meister der Weisheit, die da lenken und leiten dasjenige, was wir als Arbeit in brüderlichen Vereinigungen in unseren Zweigen treiben, ich rufe die Gnade, ich rufe die Kraft, ich rufe die Liebe dieser Meister der Weisheit, die in unmittelbarem Zusammenhang stehen mit den Kräften der höheren Hierarchien, über die Arbeit auch dieses Zweiges hernieder. Möge das, was der gute Geist von Euch, Ihr großen Meister, und möge das, was der gute Geist unserer geisteswissenschaftlichen Bewegung ist, mit diesem Zweige sein. Möge es in ihm walten und wirken! |
Questo è il blog del Concierge, che durante la settimana insegna tedesco e il sabato e la domenica alla Reception legge conferenze di antroposofia.
giovedì 16 giugno 2011
GEMEINSAMKEIT ÜBER UNS CHRISTUS IN UNS Düsseldorf, 15. Juni 1915
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PREMESSA di un ASPIRANTE TRADUTTORE
RispondiEliminaCari Amici,
ieri alla fine della riunione Piero mi ha chiesto di ricercare il testo originale tedesco dei 12 punti. Niente avviene per caso. Vi ho detto che è mia intenzione leggere in tedesco le 6.000 conferenze di Rudol Steiner? Spero di poter vivere abbastanza da poter realizzare questo mio proposito. Dovendo scegliere un criterio ho adottato quello cronologico: immagino di fare un salto indietro nel tempo, 99 anni fa, e immagino di ascoltare dalla viva voce di Rudolf Steiner quelle parole che ha pronunciato il 16.06.2012. Perché 99 anni fa? Perché ho sperimentato che il seme spirituale produce il suo frutto dopo 33 anni, così dal catalogo cronologico dove sono riportate tutte le conferenze cerco la conferenza che il dottore ha tenuto il 15.06.1912. Se quel giorno ha fatto festa ne prendo un'altra del 15 giugno di un altro anno. Mi lascio anche guidare dall’istinto.
Un giorno, durante una visita alla Libreria Herder (davanti a Montecitorio), mentre me ne stavo appollaiato sulle scalette del piano di sopra a sbirciare tra i libri di teologia mi è saltato agli occhi questo libro di Rudolf Steiner “Die Mission einzelner Volksseelen” nell’edizione tascabile (€ 12,50), era il 4.VI.2010 e la Prima conferenza portava la data del 7.VI.1910! Ho letto le prime 40 pagine e l’ho messo da parte. Quest’anno l’ho ripreso e ho capito che la LEGGE dei 99 anni è vera. Come diceva ieri sera IVANO, riusciamo a capire solo quello che parla alla nostra esperienza. Ieri Maria, ricordando la buonanima della sua mamma, della quale ricorreva l’anniversario ha voluto rivolgere un pensiero ai nostri cari defunti. Il mio elenco è piuttosto lungo: Nonno Salvatore, Nonno Antonio e Nonna Linda, zia Eleana, Pietro, Antonio, Alessandra, tanto per citare i parenti più stretti . Oggi mia moglie mi ha detto che sabato ha invitato a cena Renzo Boni. Il mio pensiero è andato subito a Daniela e a Giovanni. Penso a Mimma e a Romolo. È a loro che voglio dedicare questo mio primo tentativo di traduzione. In questa prima stesura voglio tradurre senza soffermarmi troppo a ricercare la giusta parola, così, a braccio, come se stessi facendo una traduzione simultanea. Voglio anche misurarmi con i tempi. Inizio alle 21:00, come un esercizio di volontà che durerà 60 minuti. Vediamo quante parole riesco a tradurre. Io lavoro così: ho aperto due file di word in contemporanea: sul primo che la parte superiore dello schermo ho la versione tedesca e su questo su cui sto scrivendo ora inserisco la traduzione italiana. Se mi viene in mente un pensiero lo aggiungo a questa premessa in corsivo. Mi viene in mente ora che mi sento profondamente INADEGUATO a tradurre. Mi vergogno come un cane e non consentirei mai una pubblicazione senza la revisione di PIERO o di un TRADUTTORE vero. Ma questa voglia mi faccio coraggio. Ho capito che la mia VERGOGNA è solo una forma di VIGLIACCHERIA, e voglio superarla. Voglio farlo proprio cominciando con questa conferenza dedicata ai nostri cari DEFUNTI, pensando anche che un giorno mi unirò a loro. Mio cugino Antonio Falzini veniva a casa mia a studiare inglese, aveva bisogno di fare conversazione, perché stava seguendo un progetto con un’università americana. Aveva sperimentato un nuovo modo di riparare le ossa rotte sulle pecore e in America hanno utilizzato i suoi sperimenti anche sugli esseri umani, con successo. Era molto orgoglioso di questo, ma aveva problemi poi quando, finita la sua conferenza, doveva parlare del più e del meno con i colleghi americani. Ho questo ricordo di mio cugino Antonio e in questo momento, mentre lo ricordo e mi commuovo lo sento qui seduto accanto a me, che mi sorride. Il giorno prima di morire mi ha lasciato un post it giallo sulla porta con su scritto “QUANDO ARRIVI CHIAMAMI”. Voleva dire che lo dovevo chiamare al telefono, per la nostra lezione di inglese. Ma forse quel messaggio assume un altro significato. Quando anch’io entrerò nei Mondi Spirituali lo chiamerò e lui mi accompagnerà.
RispondiEliminaSono stato interrotto da alcuni ospiti tedeschi che vivono in Australia e da due ospiti rumeni che staranno da noi ancora un altro mese in attesa che sia pronta la loro nuova casa. I due tedeschi che vivono in Australia mi hanno pregato di inviare al cartolina con la faccia del Papa ad un’amica che non ci credeva che sarebbero andati a Roma! Torno a tradurre. 21:42
RispondiElimina22:00 Ho tradotto solo 400 parole delle 7.000 parole della conferenza. Avrei potuto fare di più. Potrò fare di più. Ci ritornerò su questa stessa conferenza, il 15.06.2014 e la finirò di tradurre. Non è importante quante parole sono riuscito a tradurre. È importante che in questi 60 minuti i miei pensieri siano stati dedicati a questi contenuti. Mi ha scritto Felice Motta e mi ha regalato questo libro che stavo leggendo la settimana scorsa. Pubblicherò la traduzione come commento sotto i POST che ho pubblicato. Farò così anche per questa. Inserirò nel nuovo post il testo tedesco che ho letto e nel commento queste 409 parole di traduzione. Mi piace l’idea che un giorno, quando io non ci sarò più mia figlia potrà ripercorrere i miei pensieri rileggendo questo blog, che così vagherà nella rete come un MESSAGE IN A BOTTLE.
IL MISTERO DELLA MORTE (OPERA OMNIA 159)
RispondiEliminaComunità al si sopra di noi, Christo in noi. Düsseldorf 15 giugno 1915
Miei cari Amici, ci siamo radunati qui oggi prima di tutto per festeggiare la nascita di un nuovo RAMO, quello fondato dal nostro caro amico Professor Craemer, il quale vuole dedicare le sue forze spirituali del presente e del futuro all’interno del nostro movimento della Scienza dello Spirito. In tali occasioni è sempre bene riflettere sul senso del nostro riunirci nei singoli gruppi e chiederci: perché ci incontriamo nei gruppi di lavoro? Perché curiamo all’interno di tali gruppi di lavoro il bene dello spirito, a cui vogliamo dedicare le nostre capacità? Se vogliamo rispondere a questa domanda nel senso giusto, deve essere chiaro il fatto che il nostro lavoro, che qui stiamo facendo è diverso, anche se solo nei pensieri diverso, dal modo in cui noi eseguiamo altri lavori ordinari.
Quelle persone che nel nostro presente non vogliono affatto occuparsi di certe intime verità del progresso spirituale dell’umanità potrebbero chiedere: ma perché non potete occuparvi di questa scienza dello spirito individualmente? Che bisogno c’è di ritrovarsi in questi gruppi di persone che neanche si conoscono bene tra loro per lasciar giungere la notizia di questo bene spirituale nelle loro anime?
Ovviamente potremmo anche fare così. Ma finché ci è consentito stabilire dei legami in senso più ampio e più stretto, di uomini che si conoscono, che si riuniscono in gruppi di lavoro in certi rapporti il più possibile amichevoli e fraterni, fintanto che noi vogliamo questo, pienamente consapevoli di questo per il sentimento che ci lega alla Scienza dello Spirito. Allora non è inutile, che uomini si incontrano per prendersi cura della parte più intima del nostro patrimonio spirituale, che si lodano con serietà, in amore fraterno e uniti insieme nella concordia. Non solo questo ha un certo significato per il modo in cui noi ci rapportiamo gli uni agli altri, come noi interloquiamo gli uni con gli altri, perché sappiamo che possiamo parlare tra di noi in modo diverso da come parliamo abitualmente perché sappiamo di parlare ad anime che sono imparentate con le nostre, in modo consapevole parliamo ad anime legate alle nostre. Non solo questo, c’è dell’altro. Così facendo noi eseguiamo qualcosa nei singoli gruppi che ci collega interiormente gli uni agli altri con la concezione globale che noi dobbiamo avere del nostro movimento spirituale, se noi lo intendiamo nel senso più profondo. Il nostro movimento