giovedì 14 luglio 2011

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KOSMOGONIE Dreizehnter Vortrag, Paris, 9. Juni 1906


#G094-1979-SE085 - Kosmogonie
#TI
KOSMOGONIE
Dreizehnter Vortrag, Paris, 9. Juni 1906
#TX 20110714  
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Versuchen wir heute, uns in der Betrachtung der menschlichen Ent­wickelung bis zum Logos zurückzuversetzen, der unsere Welt ge­schaffen hat, und gehen wir zu diesem Zweck die Schritte dieser Evolution bis zu einem bestimmten Punkt zurück.
Die gegenwarage exoterische Wissenschaft reicht geschichtlich zurück bis zum Steinzeitalter, während dessen der Mensch in Höh­len lebte und keine andere Waffe kannte als behauene Steine. Sein Leben war einfach, sein Horizont beschränkt, seine Gedankenwelt
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auf die Verteidigung seines Lebens und auf die Nahrungssuche be­grenzt.
Die Geheimwissenschaft gelangt jenseits dieses Steinzeitalters zu einer anderen Menschheitsepoche: zu derjenigen der Menschen, die den Erdteil Atlantis bewohnten. Diese unterschieden sich von der nachfolgenden Menschheit schon durch ihr physisches Aussehen. Der prähistorische Mensch - die Tatsache ist bekannt - zeigt noch eine unentwickelte vordere Stirnpartie. Denn die Entwickelung der vor­deren Stirnpartie geht parallel derjenigen des Gehirns und des Ge­dankens. Das physische Gehirn war einstmals wesentlich kleiner als die Ätherpartie, die es von allen Seiten überragte. Im Laufe der Ent­wickelung haben sich die Größenverhältnisse des physischen und des ätherischen Kopfes einander angenähert. Ein bestimmter Punkt des Äthergehirns, der sich heute innerhalb des Schädels befindet, war da­mals noch außerhalb. Es gab einen Zeitpunkt in der Entwickelung der Atlantier - sie dauerte mehrere Millionen Jahre -, wo dieser Punkt sich ins Innere des Schädels zurückzog. Dieser Moment ist von grundlegender Wichtigkeit, denn von dem Zeitpunkt an, wo der Mensch anfing zu denken, Kenntnis von sich selbst zu nehmen, « Ich» zu sich zu sagen, begann er auch zu kombinieren, zu rechnen, wozu er vorher nicht fähig gewesen war. Dafür besaßen die ersten Atlantier ein getreueres, weniger dem Irrtum unterworfenes Gedächt­nis. Ihr ganzes Wissen beruhte nicht auf der Kenntnis der Beziehun­gen der Tatsachen untereinander, sondern auf der Erinnerung an die Tatsachen. Sie wußten durch das Gedächtnis, daß ein bestimmtes Ereignis immer eine Reihe anderer nach sich zog, aber sie kannten nicht die Ursache dieser Ereignisse und konnten nicht darüber nach­denken. Der Begriff der Kausalität existierte bei ihnen erst in einem embryonalen Stadium.
Mit dieser mächtigen Kraft des Gedächtnisses verbanden sie eine andere, nicht weniger kostbare: die Kraft des Willens. Der heutige Mensch kann nicht mehr unmittelbar durch seinen Willen auf die Lebenskräfte wirken. Er kann beispielsweise nicht mehr durch seinen Willen das Wachstum der Pflanzen beschleunigen. Der Atlantier konnte es, ja er zog aus den Pflanzen eine Ätherkraft, die er zu gebrauchen wußte.
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Er tat das aus Instinkt, ohne die Hilfe der Kennt­nisse und der exakten Methoden, die wir heutzutage als den Geist der Wissenschaft ansprechen. In dem Maße, als sich beim Atlantier die Verstandeskraft im Verein mit der Überlegung, Berechnung und dem Denken einstellte, nahmen seine instinktiven und hellseherischen Fähigkeiten ab.
Wenn wir noch weiter in der Geschichte der Atlantier zurückgehen, kommen wir zu einer sehr weit zurückliegenden Epoche, wo sie fähig wurden, sich durch die Sprache, das heißt durch artikulierte Laute auszudrücken. Dieser Zeitpunkt entspricht demjenigen, wo der Mensch lernte, aufrecht zu gehen. Denn die Sprache kann nur bei Wesen mit aufrechter Haltung erscheinen. Man muß sich aufrecht-halten können, um artikulierte Laute auszusprechen.
Vor dem atlantischen Kontinent und der großen Rasse der Atlantier, aus der alle Rassen Europas und Asiens hervorgegangen sind, gab es einen anderen Kontinent und eine andere, noch mehr in die Tierheit versunkene menschliche Rasse: diejenige der Lemurier. Die Wissenschaft läßt sie nur als eine Hypothese gelten. Gewisse Inseln südlich von Asien und nördlich von Australien sind gleichwohl Zeug­nisse für sie, denn sie sind die metamorphosierten Überbleibsel des alten lemurischen Kontinents.
Die Temperatur war m dieser Zeitepoche wesentlich höher als in unseren Tagen. Die Atmosphäre war von Dampf erfüllt, ein Gemisch aus Luft und Wasser, durchzogen von unzähligen Strömungen. Wir begegnen da rudimentären menschlichen Wesen, die nicht durch den Mund, sondern durch Kiemen (BRANCHIE) atmen.
In der menschlichen Evolution bilden sich die Organe ständig um und verändern ihre Natur und Tätigkeit. So ging der primitive Mensch auf allen vieren und hatte weder artikulierte Laute zum Sprechen noch Ohren zum Hören. Er hatte jedoch, um sich in dem halb flüssigen, halb luftförmigen Element, das ihn umgab, bewegen zu können, ein Organ, das ihm als Apparat diente, um sich auf dem Wasser treiben zu lassen und schwimmen zu können. Als die Elemente sich trennten und der Mensch sich auf der festen Erde aufrecht hielt, bildete dieses Organ sich um in Lungenflügel, seine Kiemen in Ohren, die Vordergliedmaßen
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in Arme und Hände, freie Arbeitswerkzeuge. Weiter er­warb er sich das artikulierte Sprechen.
Diese Umbildung war für die Menschheit von entscheidender Be­deutung. Wir lesen in der Genesis: «Gott der Herr blies dem Men­schen den lebendigen Odem in seine Nase. Und ward der Mensch eine lebendige Seele.» Diese Stelle beschreibt den Entwickelungs-moment, wo die Kiemen des Menschen sich in Lungenflügel ver­wandelten und wo er anfing, die äußere Luft zu atmen. Mit der Fähig-keit des Atmens empfing er eine innere Seele und durch sie die Mög­lichkeit, sich in sich selbst zu erfühlen, die Möglichkeit, allmählich zu erfühlen, wie das Ich in der Seele lebte.
Der durch seine Lunge atmende Mensch sah, wie sein Blut an Stärke gewann. Jetzt konnten sich Seelen, die durch das Ich-Prinzip individualisiert waren und höher standen als die Gruppenseele der Tiere, in ihm inkarnieren und so die ganze Entwickelung in ihre voll-menschlichen, später göttlichen Phasen hinüberleiten. Diese Seelen hätten sich nicht inkarnieren können, bevor die Körper Luft atmeten. Denn die Luft ist ein seelisches Element. Der Mensch hat also zu die­ser Zeit buchstäblich die göttliche Seele, die ihm vom Himmel zukam, eingeatmet. Die Worte der Genesis, im Sinne der Evolution des Men­schengeschlechts verstanden, sind also wörtlich zu nehmen. Atmen heißt, sich vergeistigen. Daher sind die Übungen des alten Joga ge­kommen. Sie gründen sich auf dem Atmungsrhythmus und haben zum Zweck, den Körper durchlässig zu machen für den ihm innewohnen­den Geist. In der Tat verbinden wir uns durch die Atmung mit der Weltseele. Die Luft, die wir atmen, ist das körperliche Kleid dieser höheren Seele, so wie das Fleisch unseres Körpers das Kleid für unser niederes Wesen ist.
Diese Änderungen im Atmungssystem bezeichnen den Übergang vom alten Bewußtsein, das nur Bilder widerspiegelte, zum gegen­wärtigen Bewußtsein, das vom Körper her seine Sinneswahrnehmun­gen empfängt und daher seinen objektiven Charakter erhält. Das imaginative Bilderbewußtsein konnte von sich aus nicht ein Objekt abbilden, sondern es gab sich einen inneren Gehalt durch eine in ihm liegende plastische Kraft. Je weiter wir in die Vergangenheit der
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Menschheit zurückgehen, desto mehr sehen wir die Seele des Men­schen nicht in ihm, sondern um ihn. Wir kommen zu einem Punkt, wo die Empfindungswerkzeuge nur erst keimhaft existieren und wo der Mensch die äußeren Gegenstände nur durch Anziehung oder Ab­stoßung, durch Sympathie oder Antipathie wahrnimmt. Dieses Wesen, das noch nicht ein Mensch ist in dem Sinne, wie wir ihn verstehen, sondern erst ein Menschenkeim, dirigiert seine Bewegungen nach die­sen Anziehungen oder Abstoßungen. Es hat noch keine Vernunft, und die Zirbeldrüse, die einstmals ein wichtiges Organ war, bildet für sich allein sein Gehirn.
In der Tatsache dieses Bilderbewußtseins findet sich die Antwort auf alle die philosophischen Diskussionen über die Objektivität und Realität der Welt und die Widerlegung der rein subjektivistischen Philosophien wie derjenigen von Berkeley. Das Universum und der Mensch sind zugleich subjektiv und objektiv. Diese beiden Pole von Sein und Leben sind notwendig für die Evolution. Das universale Subjekt wird zum objektiven Universum, und der Mensch schreitet zuerst vor vom Subjektiven zum Objektiven durch die gradweise fortschreitende Beschaffenheit seines physischen Körpers. Alsdann kehrt er vom Objektiven zum Subjektiven zurück durch die Höher-entwickelung seiner Seele (Manas), seines Lebensgeistes {Buddhi), seines Geistesmenschen (Atma).
Das Bewußtsein, das wir im Traumzustand haben, ist ein atavisti­sches Überbleibsel des einstmaligen Bilderbewußtseins.
Eine Besonderheit dieses Bilderbewußtseins ist, daß es schöpferisch ist. Es erschafft in seiner eigenen Wesenheit Formen und Farben, die in physischer Wirklichkeit nicht existieren.
Das Gegenstandsbewußtsein ist analytisch. Das subjektive Bewußt­sein ist plastisch, es hat eine magische Gewalt.
Wir haben also gesehen, wie das objektive und analytische Be­wußtsein des Menschen dem subjektiven und plastischen Bewußtsein nachfolgte. Der Vorgang, durch welchen die Seele, die zuerst den Menschen wie eine Wolke umgab und in der Folgezeit den physischen Leib durchdrang, läßt sich vergleichen mit dem Entwickelungsgang der Schnecke, die zuerst aus ihrer eigenen Körpersubstanz ihr eigenes
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Schneckenhaus absondert und dann sich in dasselbe zurückzieht. In gleicher Weise durchdrang die Seele den Körper, den sie zuvor model­liert hatte und für den sie von außen her die Sinneswerkzeuge prä­pariert hatte. Die Sehkraft, mit der unser Auge heute begabt ist, ist dieselbe Kraft, die einstmals von außen auf das Auge einwirkte, um es aufzubauen. Die Umkehrung der Wirkenskraft der Seele, die, einst­mals von außen wirkend, zu einer innerlich wirkenden wird, ist immer durch eine Hieroglyphe bezeichnet worden, nämlich durch zwei Wir­bel von entgegengesetzter Richtung. Die erste Bewegung, nach innen, drückt sich in der einen, die zweite, von innen nach außen, drückt sich in der anderen Richtung aus.
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Je weiter wir in der parallellaufenden Entwickelung von Erde und Menschheit zurückgehen, desto mehr finden wir beide im flüssigen und embryonalen Zustand, desto näher sind sie auch dem geistigen Zustand. Heute, wo wir den tiefsten Punkt der abwärtsgehenden Entwickelung erreicht haben, haben Erde und Mensch den äußersten Grad von Verfestigung erreicht und sind im Begriff, durch Betäti­gung des individuellen Willens, zum geistigen Zustand wieder auf­zusteigen.
Was ist nun der Sinn dieser ganzen Entwickelung? Wo befanden sich die Wesen, als sie im Anfangszustand nichts als Keime waren? Von wo ist das Menschengeschlecht ausgegangen? Wer hat es er­schaffen?
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Hier gilt es nun, die Schwelle zu überschreiten, die uns einen Lebens­grad und eine Macht der Offenbarung enthüllt, die dem menschlichen und planetarischen Leben übergeordnet ist. Diese Macht ist der Logos.
Worin unterscheidet sich das gesamte menschliche und planetarische Leben vom Leben des Logos?

Diese Frage scheint von uns zunächst einen Sprung ins Unbekannte, in ein Universum anderer Ordnung zu erfordern. Und dennoch gibt es in unserer Welt analoge Phänomene, die uns die Schöpfermacht des Logos begreifen oder wenigstens erfühlen lassen können.
Nehmen wir an, eine menschliche Intelligenz könnte die Summe alles dessen umfassen, was ihr zugänglich ist; sie habe ein geordnetes Wissen von allen irdischen und planetarischen Phänomenen. Sie könnte wieder aufleben lassen alle Entwickelungsformen. Aber sie könnte nicht mit dieser Fähigkeit allein zurückgehen zu der Stufe vor der Erscheinung des Menschen und des Planetensystems im Uni­versum. Sie würde im Bereich dessen bleiben, was wissenschaftlich festgestellt worden ist durch den Menschen; unsere Verstandeskraft überschreitet diese Grenze nicht.
Aber wir können uns zu einer anderen Bewußtseinsstufe erheben als diejenige ist, die nur die Verstandeserfahrungen reproduziert. Es gibt gewisse Zustände einer schöpferischen Aktivität, wo der mensch­liche Geist zum Schöpfer wird und Neues, noch niemals Gesehenes schaffen kann. Solcherart ist zum Beispiel der Seelenzustand des Bild­hauers im Moment der Konzeption, wo er blitzartig vor seinem Geist die Form einer Statue sieht, deren Vorbild er niemals gesehen hat, sondern die er erschafft. Solcherart ist auch der Seelenzustand des Dichters, der in einem Entwurf, in einer schöpferischen Vision seines Geistes ein Werk konzipiert.
Diese Schaffenskraft empfängt ihre Inspiration nicht von einer verstandesmäßigen Vorstellung, Idee, sondern von einem spirituell inspirierten Gefühl. Betrachten wir die Henne, die ihr Ei bebrütet. Sie ist ganz von ihrem Brutgeschäft absorbiert und empfindet dabei ein Wohlgefühl, wo sie, wie im Traum, das Ausschlüpfen des kleinen geflügelten Küchleins erlebt. Dieses Wohlgefühl des Schaffens findet sich auf allen Stufen der kosmischen Entwickelung, und überall entbindet
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es eine entsprechende Wärme. Wenn man sich die kosmische Intelligenz vorstellt als die Welt der Gedanken, die dem höheren Ich (Manas) zugänglich sind, bemerkt man sofort diese Kraft der Wärme, die das Universum durchdringt, gleichsam hervorgehend aus der schöpferischen Quelle allen Lebens (Lebensgeist: Buddhi). Und durch sie kann man vorfühlen diese Welt der Schöpferkraft, die vor der unsrigen war und sie einhüllt. Man erhebt sich alsdann von Manas zu Buddhi und von Buddhi zu Atma.
Das Wort, welches das Ich im Menschen, dem Mikrokosmos, ent­zündet, ist der dritte Logos.
Man stelle sich in der Folge die Kraft des höheren Ich im Menschen, des Manas vor, ausgedehnt auf das ganze Universum wie eine Wärme­quelle, die das Leben entzündet, und man gelangt zum zweiten Logos, der das makrokosmische Leben entzündet und von dem die mensch­liche Seele einen Widerschein empfängt in ihren schöpferischen Akti­vitäten (Buddhi).
Ihre gemeinsame Quelle ist der erste Logos, die unergründliche Gottheit, das Zentrum jeder Manifestation.
Zu allen Zeiten hat der Okkultismus diese drei Logoi durch folgende Zeichen abgebildet:
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Man hat sie zusammengefaßt in der Zahl: 7-7-7, der esoterischen Ziffer der drei Logoi. Die exoterische Zahl ist die Multiplikation die­ser drei im Entwickelungsplan liegenden Siebenheiten, nämlich 343.
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