giovedì 14 luglio 2011

19060610

KOSMOGONIE Vierzehnter Vertrag, Paris, 10. Juni 1906


#G094-1979-SE093 - Kosmogonie
#TI
KOSMOGONIE
Vierzehnter Vertrag, Paris, 10. Juni 1906
#TX 20110714
20:28
Wir haben gestern rückläufig die Vergangenheit des Menschen vom Gesichtspunkt seiner Leibesgestalt betrachtet. Kommen wir heute auf seine vergangenen Bewußtseinszustände zurück.
Man legt sich oft die Frage vor: Sind die Menschen die einzigen Wesen auf der Erde, die ein Selbstbewußtsein besitzen? Oder auch:
Welche Beziehung besteht zwischen unserem menschlichen Bewußt­sein und dem der Tiere, der Pflanzen, der Metalle? Haben diese Wesen insgesamt ein Bewußtsein?
Denken Sie sich ein kleines Insekt, das über den Körper des Men­schen spazieren und nichts von ihm sehen würde als einen Finger. Es hätte weder vom körperlichen Organismus noch von der Seele des Menschen eine Vorstellung. Genau in derselben Lage sind wir gegen­über der ganzen Erde und den anderen Wesen, die darauf leben. Ein Materialist hat keine Vorstellung von der Erdenseele; fehlt ihm doch dafür die Wahrnehmung seiner eigenen Seele. Wenn entsprechend das kleine Insekt nichts von der Seele des Menschen verspürt, so ist der Grund dafür, daß es selbst keine Seele hat, um sie zu erfühlen.
Die Erdenseele steht weit über der Seele des Menschen, und der Mensch weiß nichts von ihr. In Wirklichkeit haben alle Wesen ein Bewußtsein, aber der Mensch unterscheidet sich von ihnen darin, daß sein Selbstbewußtsein heute vollkommen auf den physischen Plan bezogen ist.
Außerhalb des Wachzustandes, der diesem physischen Plan ent­spricht, kennt er andere Bewußtseinszustände, die ihn den Bewußt­seinszuständen anderer Reiche annähern. Während des traumlosen Schlafes lebt das menschliche Bewußtsein auf dem Devachanplan, wie es beim Bewußtsein der Gewächse fortwährend der Fall ist. Wenn eine Pflanze leidet, so bringt dieses Leiden eine Veränderung im devachanischen Bewußtsein hervor. Das Bewußtsein des Tieres, das dem Traumbewußtsein ähnelt, ist auf dem Astralplan beheimatet, das heißt, daß das Tier ein Astralbewußtsein von der Welt hat, wie der Mensch im Traum.
#SE094-094
20:38
Diese drei Bewußtseinszustände sind sehr verschieden. Auf dem physischen Plan macht man sich keine Vorstellungen und Begriffe als mittels der Sinnesorgane und der äußeren Realitäten, mit denen sie uns in Beziehung setzen. Auf dem Astralplan bemerkt man die Umgebung nur in Form von Bildern, wobei man sich zugleich mit ihr ganz verbunden fühlt.
Warum fühlt sich der Mensch im Wachbewußtsein auf dem physi­schen Plan getrennt von allem, was nicht er selbst ist? Der Grund ist der, daß er alle seine Eindrücke von einer Umgebung empfängt, die er mit deutlicher Unterscheidung außerhalb seines Körpers sieht. Im Gegensatz dazu nimmt man auf dem Astralplan nicht mit den Sinnen wahr, sondern durch die Sympathie, die euch ins Herz von allem, was euch begegnet, dringen läßt. Das Astralbewußtsein ist nicht eingeschlossen in einen verhältnismäßig geschlossenen Bezirk. Es ist gewissermaßen flüssig, fließend. Auf dem Felde des Devachan ist das Bewußtsein so flüchtig, wie es nur ein Gas sein kann. Es gibt da keine Ordnung, die sich mit derjenigen des physischen Bewußt­seins vergleichen ließe, in das nichts dringt, es sei denn auf dem Umweg über die Sinne.
Was war nun der Zweck dieser Einengung des Bewußtseins anstelle des imaginativen Bewußtseins? - Ohne sie hätte der Mensch niemals «Ich» zu sich sagen können. Der göttliche Keim, der im Menschen ist, konnte im Laufe der Entwickelung nur in ihn eindringen durch die Verdichtung seines physischen Leibes. Und dieser göttliche Geist - wo war er vor der Verfestigung der Erde und des Bewußtseins? Die Genesis sagt es uns: «Der Geist Gottes schwebte über den Wassern.» Dieser göttliche Geist, dieser Ich-Funke, war noch auf dem Astral­plan, wo alle Arten von Bewußtsein ihren Urstand haben wie die Wogen im Ozean.
Im oberen Devachan, über der vierten Stufe - man nennt sie Arupa [= formios], da wo diese Antimaterie beginnt, die man die Akasha nennt, da hat das Bewußtsein der Mineralien seinen Sitz. Man muß sich eine wahrheitsgemäße Anschauung erwerben, was das Mine­ral eigentlich ist, und muß herausfinden, welches moralische Band uns mit ihm eint. Die Rosenkreuzer des Mittelalters ließen ihre Schüler
#SE094-095
20:48
die Keuschheit des Minerals bewundern. Stellt euch vor, sagten sie, daß der Mensch nach Gedanke und Gefühl ganz Mensch bleibend, so rein geworden wäre, so wunschlos wie das Mineral - er wäre im Besitz einer unfehlbaren spirituellen Kraft. - Wenn man sagen kann, daß die geistigen Wesenheiten der verschiedenen Mineralien sich im Devachan befinden, kann man umgekehrt auch sagen, daß die geistige Wesenheit des Minerals vergleichbar ist einem Menschen, der nur mit einem devachanischen Bewußtsein leben würde.
Man braucht deshalb den anderen Wesenheiten das Bewußtsein nicht abzusprechen. Alle diese Bewußtseinsgrade hat der Mensch auf der absteigenden Linie seiner Entwickelung durchschritten. Ur­sprünglich war er ähnlich den Mineralien, in dem Sinne, daß sein Ich in einer höheren Welt zuhause war und ihn von oben her führte. Aber die Entwickelung hat zum Ziel, ihn von der Abhängigkeit von Wesen, die auf höherer Bewußtseinsstufe als der seinen stehen, zu befreien und ihn dahin zu bringen, daß er auf höheren Daseinsstufen voll bewußt bleibt.
Alle diese Bewußtseinsebenen kreuzen sich heute im Menschen:
Erstens: Das minerälische Bewußtsein. Es ist das des Tiefschlafs (der heutige Mensch verliert es).
Zweitens: Das pflanzliche Bewußtsein. Es ist dasjenige des ge­wöhnlichen Schlafzustandes.
Drittens: Das Bewußtsein der Tiere, das dem Traumbewußtsein entspricht.
Viertens: Das physische Gegenstandsbewußtsein. Dies ist der nor­male Wachzustand, während die zwei vorhergehenden atavistische Relikte sind.
Fünftens: Ein Bewußtsein, das den dritten Grad wiederholt, dabei aber die erworbene Gegenständlichkeit beibehält. Die Bilder haben bestimmte Farben und unterscheiden sich von dem, der sie wahr­nimmt; die subjektive Anziehung oder Abstoßung verschwindet. Auf dieser neuen imaginativen Bewußtseinsstufe behält die in der physi­schen Welt erworbene Vernunft ihre Rechte.
Sechstens: Jetzt ist es nicht mehr der Traum, sondern der Schlaf, der zu einem neuen Bewußtseinszustand aufsteigt. Wir nehmen nicht
#SE094-096
20:53

mehr allein Bilder wahr, sondern wir dringen in das Sein der Wesen und der Dinge ein und nehmen ihre innere Klangfülle wahr. Auf dem physischen Plan geben wir jedem Ding einen Namen, aber dieser Name bleibt außerhalb des Dinges. Nur wir selbst können uns von innen her bestimmen, indem wir sagen: Ich - dieser unaussprechliche Name der bewußten Individualität. Das ist die Grundtatsache jeder Psychologie. Durch dieses Wort unterscheiden wir unsere Persönlich-keit vom ganzen übrigen Universum. Wenn wir aber mit unserem Bewußtsein die Welt der Töne erreichen, sagt uns jedes Ding seinen unaussprechlichen Namen. Durch die Hellhörigkeit nehmen wir den Ton wahr, der das innerste Wesen jedes Dinges ausdrückt und aus ihm eine Note im Universum macht, verschieden von allen anderen.
Siebentens: Noch eine Stufe weiter, und der Tiefschlaf wird be­wußt. Dieser Zustand läßt sich nicht beschreiben, weil er jeden Ver­gleich übersteigt. Man kann lediglich sagen, daß er existiert.
Das sind die sieben Bewußtseinszustände, durch die der Mensch hindurchgeht. Er wird noch andere durchschreiten. Dabei gibt es immer einen Hauptzustand in der Mitte, drei nach der Vergangenheit und drei nach der Zukunft, wobei letztere auf eine gehobenere Art die drei unteren wieder hervorbringen. Der Reisende, der vorwärts-rückt, ist immer in der Mitte seines Blickfeldes.
Jeder Bewußtseinszustand entwickelt sich im Laufe von sieben Lebenszuständen, und jeder Lebenszustand im Laufe von sieben Formzuständen. Sieben Formzustände bilden dann immer einen Lebenszustand; sieben Lebenszustände machen zusammen eine plane­tarische Entwickelung aus, wie zum Beispiel diejenige unserer Erde.
Die sieben Lebenszustände führen zur Bildung von sieben Reichen, von denen gegenwärtig vier sichtbar sind: das Mineralreich, das Pflanzenreich, das Tierreich und das Menschenreich.
Den Durchgang durch einen Lebenszustand nennt man eine Runde. Der Mensch geht also in jedem Bewußtseinszustand durch 7 mal 7 Formzustände; das bedeutet 7 mal 7 mal 7 Metamorphosen oder 343 Metamorphosen, die ebensoviele Stufen der menschlichen Natur bedeuten.
#SE094-097
20:58
Könnte sich jemand die 343 Fortuzustände auf einer einzigen Tafel vorstellen, so hätte er ein Bild vom dritten Logos.
Könnte er sich die 49 Lebenszustände vorstellen, so hätte er ein Bild vom zweiten Logos.
Könnte er sich die sieben Bewußtseinszustände vorstellen, so hätte er einen Begriff vom ersten Logos.
Die Entwickelung besteht in einer wechselseitigen Betätigung aller dieser Formen. Um von einer Form zur anderen überzugehen, dazu bedarf es eines neuen Geistes - das ist die Wirkung des Heiligen Gei­stes. Um von einem Lebenszustand zum anderen überzugehen, bedarf es einer neuen Kraft - das ist die Wirkung des Sohnes. Um von einem Bewußtseinszustand zum anderen überzugehen, dazu bedarf es eines neuen Bewußtseins - das ist die Wirkung des Vaters.
Der Christus Jesus hat in die Menschheit einen neuen Lebenszu­stand eingeführt und wurde in Wahrheit der fleischgewordene Logos. Mit der Erscheinung des Christus ist eine neue Kraft in die Welt ein-getreten, zur Vorbereitung einer neuen Erde, die in einer neuen Be­ziehung zu den Himmelswelten steht.
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