martedì 5 luglio 2011

19060710

POPULÄRER OKKULTISMUS Dreizehnter Vortrag, Leipzig, 10. Juli 1906


#G094-1979-SE174 - Kosmogonie
#TI
POPULÄRER OKKULTISMUS
Dreizehnter Vortrag, Leipzig, 10. Juli 1906
#TX 20110705 16:47
Wie die Lungenatmung mit der Entwickelung des Ich-Bewußtseins, so hängt der Atmungsprozeß mit der okkulten Schulung zusammen. Der Geheimschüler bringt einen gewissen Rhythmus auch in seine Atmung, indem er Einziehen, Anhalten des Atems und Ausatmen in eine gewisse Anzahl von Sekunden bringt. Die Art und Weise dieser Atemübungen kann aber nur vom Lehrer dem Schüler angegeben werden. Durch die Übungen zur bewußten Regelung des Atempro­zesses wird nichts Geringeres getan, als der Anfang zur Alchimie gemacht; dies nennt man «das Aufsuchen des Steines der Weisen». Noch an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert haben die Rosen­kreuzer etwas davon gewußt, und es war noch manches davon öffent­lich zu lesen. Der Okkultist weiß, daß der Mensch durch seine Kohlensäureausatmung fortwährend die Luft verpestet und Leben tötet, mehr sogar, als durch das Fleischessen Leben getötet wird. Und je materieller die Zeitalter wurden, desto schlechter war die ausgeatmete Luft, desto mehr frische Luft braucht der Mensch. Der indische Jogi atmete weniger schlechte Luft aus. Die schlechte Luft, die von den Menschen ausgeatmet wird, wird von den Pflanzen wiederhergestellt, die Sauerstoff abgeben und den Kohlenstoff aufsaugen. Den Pflanzen verdankt somit Tier und Mensch sein Leben. In den Steinkohlen geben dann die Pflanzen auch den Kohlenstoff wieder an die Menschen ab. Die Pflanze ihrerseits ist so eingerichtet, daß sie mit Hilfe des Kohlenstoffs aufgebaut wird. Dieser Prozeß bildet eine vollständige und wunderbare Einheit. Genauso wie der Mensch einmal Pflanze war, so wird er in ferner Zukunft auch wieder Pflanze werden in einem gewissen Sinn, nämlich mit vollem Ich-Bewußtsein. Dann wird der Mensch das, was heute noch die Pflanzen für ihn besorgen, in sich selbst herstellen, und er wird sich seinen Ätherkörper aus dem Koh­lenstoff in bewußter Weise aufbauen. Dahin zielt die Regelung des Atmungsprozesses. Der Kohlenstoff ist der Stein der Weisen. Je mehr der Mensch nach der Weisheit atmet, um so reiner und brauchbarer wird die Luft um ihn herum. Die Chemie wird sich bald mit dieser Frage beschäftigen.
#SE094-175 16:57
Wer eine Zeitlang rhytlanisch geatmet hat, bekommt Gewalt über seine astralischen Sinne. Der Europäer muß sehr vorsichtig mit Atemübungen sein und sie erst spät nach entsprechender Anweisung beginnen.
Die zweite Stufe der orientalischen Schulung besteht darin, eine Zeitlang die äußeren Eindrücke auszuschalten, sich zu konzentrieren und seine Seele vom Ewigen erfüllt sein zu lassen. Es gibt für diese Übungen gewisse ewige Bilder und Sätze, so wie man solche auch im Johannes-Evangelium findet. Wenn der Mensch so weit gekommen ist, die innere Windstille in sich herzustellen, dann werden durch die Vertiefung in solche Sätze neue Kräfte in ihm lebendig. Er muß aber diese Sätze nicht bloß verstehen, sondern es muß in ihm eine Liebe zu ihnen erwachen. Dasselbe gilt von magischen Figuren wie Penta-gramm und so weiter. Man kann über sie Meditationen anstellen.
Auf einer gewissen hohen Stufe der Entwickelung bringt es der Schüler soweit, daß sich das Erlebnis einstellt: es bleibt bei völliger Leere des Bewußtseins die Funktion des Denkens ohne Gedanken-inhalt noch vorhanden. Der Schüler lernt in der Meditation bewußt zu sein und diese Funktion zu üben, in der Art, daß er sich keinen Inhalt für sein Denken gibt. Dies ist ein Anfang, und die geistige Welt kann danach beginnen, in ihn einzufließen. Der Inspirationsprozeß beginnt.
Darauf folgt dann die Stufe der Intuition, die aber erst nach ent­sprechend langer okkulter Schulung erreicht werden kann. Schließlich lebt der Schüler bewußt in den höheren Welten. Der orientalische Geheimschüler muß sich bedingungslos unter die strenge Zucht des Gurn stellen, wenn er die Geheimschulung durchmachen will. Er muß sein Leben danach einrichten und vieles tun, was er erst später verstehen lernt. Wenn er sich so an den Guru angeschlossen hat, dann beginnt sich der Astralleib zu verändern, die astralen Sinnesorgane, die Lotusblumen bilden sich aus.
Michelangelo hat an seinem Moses die zweiblättrige Lotusblume als zwei Hörner wiedergegeben. Zunächst werden da zwei Lichtstrahlen bemerkbar, die immer breiter werden und dann anfangen, sich zu bewegen.
1.      Die sechzehnblättrige Lotusblume ist wie ein Rad mit sechzehn Speichen, sie liegt am Kehlkopf (LARINGE)
#SE094-176 17:07
und dreht sich nach rechts.
2.      Die zweiblättrige befähigt uns, den Willen auszubilden;
3.      die sechzehnblättrige, in fremde Gedanken einzudringen;
4.      die zwölfblättrige, das Gefühlsleben zu erkennen;
5.      die vierblättrige, das Swastikazeichen, hängt mit der Regeneration und mit der Produktivkraft des Menschen zusammen.
6.      Von der orientalischen Einweihungsform unterscheidet sich die christliche. Bei ihr spricht man von sieben ganz bestimmten Stufen:

erstens Fußwaschung,
zweitens Geißelung,
drittens Dornenkrönung,
viertens Kreuzigung,
fünftens mystischer Tod,
sechstens Grablegung,
siebentens Auferstehung.
Die Gedanken und Bilder, deren hingebungsvolle Meditation die christliche Einweihung bewirkt, sind im Johannes-Evangelium ent-halten. Wer die ersten vierzehn Verse des Johannes-Evangeliums durch viele Monate in seiner Seele erlebt, der erfährt, daß sie wie Zauberkräfte wirken. Schließlich erlebt der Schüler etwas ganz Merk­würdiges: Alles, was im Johannes-Evangelium steht, tritt als astrale Bilder auf. Denn es ist geschrieben, um meditiert zu werden.
Die dritte Schulungsart, die aber für die gegenwärtige Menschheit die geeignetste ist, weil der Wissenschaft am meisten gewachsen, ist die rosenkreuzerische. Sie geht von Christian Rosenkreutz aus, jener großen Individualität, die seit ihrer Einweihung immer wieder inkar­niert war. Ihre Schulung ist die allerfreieste, ich habe sie an verschie­denen Orten schon geschildert. Auf diesem Wege ist der Lehrer nur der Anreger, er gibt nur Ratschläge. Aber gerade in dieser Schulung ist am meisten Gefahr, daß der Schüler durch seine volle Freiheit zu leicht die devotionelle Stimmung verliert und sich dadurch selbst Steine in den Weg legt. Der Lehrer ist hier der Diener des Schülers, und dessen Devotion soll ein freies Geschenk sein. In der Gegenwart verlangt die rosenkreuzerische Schulung vom Schüler besonders ein ausgebildetes Denken, vor allem ein sinnlichkeitsfreies Denken. Dazu ist «Die Philosophie der Freiheit» und «Wahrheit und Wissenschaft» geschrieben worden. In diesen Büchern ist noch nichts von eigentlicher Theosophie enthalten. Sie können aber als Stützpunkte und Wegweiser für den europäischen Zögling dienen.
993 parole

Nessun commento:

Posta un commento