venerdì 22 luglio 2011

19060826

FÜNFTER VORTRAG Stuttgart, 26.August 1906


#G095-1964-SE044 - Vor dem Tore der Theosophie
#TI
FÜNFTER VORTRAG
Stuttgart, 26.August 1906
#TX 20110722 17:30
Wir haben uns gestern ein wenig bekanntgemacht mit dem Wesen von Devachan; nun liegt die Frage nahe: Wie kommt die eigentliche Selig­keit des Devachan zustande? - Die Tätigkeit im Devachan besteht hauptsächlich im Schöpferischen, und es ist schwer, eine Vorstellung von dieser Seligkeit zu geben. Aber vielleicht wird der Vergleich mit etwas Irdischem sie uns näherbringen.
Es gibt auf der Erde eine Empfindung, die sich am besten studieren läßt, wenn man ein Wesen bei einer Tätigkeit beobachtet, die mit dem Hervorbringen eines anderen Wesens zu tun hat, zum Beispiel ein Huhn, das ein Ei ausbrütet. Es ist das ein grotesker, aber sehr passen­der Vergleich. Für die sinnliche Empfindung des Huhns ist das Brüten eine Seligkeit, ein ungeheures Wohlgefühl. Das kann man nun auf das Geistige übertragen und so sich das Devachan ausmalen.
In der ersten Region, dem Kontinentalgebiet des Geisterlandes, wo alles Physische im Negativ, aber wie ein riesiges Tableau vor dem Menschen sich ausbreitet, wird er veranlaßt, das Bild seines neuen Körpers hervorzubringen. Er tut das in ungehemmter Tätigkeit und empfindet dabei die Seligkeit des Hervorbringens.
In der zweiten Region flutet das allgemeine Leben, das im physi­schen Leben an die Menschen-, Tier- und Pflanzenformen gebunden, in jeder Wesenheit abgegrenzt ist, wie die Meereswässer dahin. Man sieht es dahinfluten, das allgemeine Leben, nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich. Äußerlich dadurch, daß es rötlich-lilafarben flutet von Pflanzenform zu Pflanzenform, von Tierform zu Tierform, als in der Einheit des Lebens begriffen. Im Devachan lebt das Leben. Alle For­men des geistigen Lebens, zum Beispiel das der christlichen Gemein­schaften, sieht man dort als gemeinsam flutendes Leben. Auch den ersten Grundsatz des Theosophen, das all-eine Leben zu suchen, kann man dort recht ausüben; dort sieht man das allen gemeinsame, das eine Leben fluten.
In der dritten Region sieht man alles praktisch verwirklicht, was
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hier seelisch zwischen Mensch und Mensch spielt. Wenn zwei Men­schen sich lieben, sieht man dort die Liebe als ein Wesen selbst, das in der Liebe den Körper hat. Wenn man dies alles sich ausmalt, dann bekommt man ein Bild von der Seligkeit des Devachan. Wer davon etwas kennt, wird wenig Worte machen, weil das Geistige nicht zu schildern ist mit der physischen Sprache.
Man darf aber nicht glauben, daß der Mensch untätig oder nur mit sich selbst beschäftigt sei im Devachan. Der Mensch hat noch anderes dort zu arbeiten.
Das Antlitz der Erde verändert sich fortwährend mitsamt der ganzen Fauna und Flora. Wie anders war es zum Beispiel im Norden von Sibirien zu der Zeit, als das Mammut, das man jetzt in Bisfeldern wie lebendig vereist wiederfindet, noch dort lebte ! Wie anders hier, wo einst Urwälder den Boden bedeckten, wo wilde Tiere der heißen Zone hausten, kurz, eine Tropenwelt sich vorfand ! Wer macht das? Wer ändert den Zustand der Erde? Wie steht es mit der Seele, dem Geist der Tiere? Wie steht es mit der Seele der Pflanzen?
Wenn wir den physischen Plan betrachten, sagen wir mit Recht: Der Mensch hat hier sein Ich, hier seinen Wohnort; er ist das hervorragend­ste Geschöpf unter den Wesen, die hier leben. Ganz anders ist es auf dem Astralplan. Sobald der Eingeweihte den Astralplan betritt, lernt er eine ganze Reihe von neuen Wesenheiten kennen, die hier auf dem physischen Plane gar nicht vorhanden sind, und die dort aussehen wie seinesgleichen. Das sind unter anderem die Gattungs- oder Gruppenseelen der Tiere; mit denen hat man dort so Umgang wie hier mit den Menschen. Die Tiere haben auf dem physischen Plan nur den physi­schen, Äther- und Astralleib; das Ich haben sie nicht auf dem physi­schen, sondern auf dem Astralplan. So wie Ihre zehn Finger eine ge­meinsame Seele haben, so haben alle Tiere einer Gattung eine gemein­same Seele auf dem Astralplan. Das Ich der Tiergattung Löwe, Hund, Ameisen und so weiter ist dort vorhanden als eine Wesenheit. Es ist gleichsam, als schwebte das Ich im Astralraum und hielte an Seilen die verschiedenen Tiere wie Marionetten. Auch für die Pflanzen gibt es solche Gruppenseelen; sie haben ihr Ich aber im Devachan. Da reichen die «Seile» gewissermaßen noch höher hinauf. Und alle Mineralien
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aus gemeinsamen Stoffen, wie Gold, Diamanten, Steine und so weiter haben eine gemeinsame Gruppenseele in der oberen Partie des De­vachan.
So unterscheiden sich die Wesenheiten in ihrer Stufenfolge:

Tier    
Pflanze    
Mineral
ICH
Oberes Devachan    
-    
-
-
ICH
Unteres Devachan    
-
-
ICH
Astralleib    
Astralplan    
-
ICH
Astralleib    
Ätherleib
Physische Welt    
ICH
Astralleib    
Ätherleib    
physischer
    Leib
    

Wenn nun der Mensch gestorben ist, dann ist sein Ich auf dem Astralplan mit den Ichs - dieser ungewöhnliche Plural kann nicht um­gangen werden - der Tiere zusammen, und er kann dort eine Arbeit verrichten wie die Iche der Tiere. Diese Arbeit besteht darin, daß er die Tierwelt nach und nach verändert. Im unteren Devachan findet er die Iche der Pflanzen als seine Genossen; da kann er die Pflanzenwelt verändern. Auf diese Weise wirkt er selbst mit an der Umgestaltung der Erde.
Mithin ist es der Mensch selbst, der die großen Veränderungen der Erde vollbringt; er arbeitet selbst an dem Antlitz der Erde. Den so ganz veränderten Schauplatz bei seiner neuen Inkarnation hat der Mensch selbst bewirkt. Aber diese Arbeit verrichtet er unter der Lei­tung und Führung höherer Wesen. Es ist also durchaus wahr, wenn wir im Hinblick auf die Tier- und Pflanzenwelt, die sich fortwährend verändert, sagen: Das ist das Werk der Verstorbenen. Die Toten arbei­ten an der Umgestaltung der Fauna und Flora, ja selbst an der Um­wandelung der physischen Formen der festen Erde. Erdenarbeit ist Totenarbeit. Auch in den Naturkräften haben wir die Handlungen der entkörperten Menschen zu sehen. Und wie gewaltig arbeiten diese Naturkräfte die Erde um !
Alle Tätigkeit, alles Arbeiten hat einmal vor Zeiten einen Anfang
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genommen. Da gab es noch keine Pyramiden, da gab es auch noch keine Werkzeuge. Alles war da, wie die Götter, oder wie die Materia­listen sagen, die Naturkräfte es gegeben hatten, und der Mensch war in das hineingesetzt. Jetzt ist alles rund um uns her Menschenarbeit. So wird durch die Menschen die Erde umgewandelt. Das wird immer mehr erreicht werden, und was der Mensch hier nicht tun kann, das tut er in der Zeit zwischen Tod und neuer Geburt. Somit hängt unsere eigene Entwickelung zusammen mit der Veränderung der ganzen Erde. Der Bau und die Evolution der Erde ist die Arbeit des Menschen auf den höheren Planen, und je höher sich der Mensch selbst ent­wickelt, um so rascher und vollkommener schreitet die Umgestaltung der physischen Erde und der Fauna und Flora vorwärts. Je höher er entwickelt ist, desto länger hat er zu arbeiten in den höheren Partien des Devachan. Der Wilde hat noch wenig Einblick darin. In vielen Sagen und Märchen hat der scheinbar kindliche, in Wirklichkeit aber von hohen Kräften inspirierte Menschengeist diese Tatsachen zum Ausdruck gebracht.
Wie arbeiten nun die Kräfte, um den Menschen zu einer neuen In­karnation zu bringen? Ungefähr tausend Jahre gehen dahin zwischen Tod und Inkarnation, wie wir sahen; in dieser Zeit reift die Seele aus, um den Weg zu einer neuen Geburt wieder anzutreten. Für den Seher ist es außerordentlich interessant, die astralische Welt zu durch-forschen. Er kann zum Beispiel fliegende, in Auflösung begriffene Astralleichname beobachten. Der Astralleichnam eines hochentwickelten Menschen, der an seinen niederen Trieben gearbeitet hat, löst sich rasch auf; aber langsam geht die Auflösung vor sich bei niedrig­stehenden Menschen, die ihren Neigungen und Leidenschaften freien Lauf gelassen haben. Da kann es sogar vorkommen, daß der alte zu­rückgelassene Astralleichnam sich noch nicht aufgelöst hat, wenn der ursprüngliche Träger zu einer neuen Geburt schreitet. Und das ist dann ein schweres Schicksal. Es kann auch sein, daß ein Mensch durch besondere Umstände bald wiederkehrt und seinen alten Astralleich­nam noch vorfindet; dieser hat dann eine starke Anziehung zu ihm und schlüpft mit hinein in den neuen Astralleib. Der Mensch bildet sich also wohl einen neuen Astralleib, aber sein alter verbindet sich
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damit, beide schleppt er dann mit sich durchs Leben. Der alte Astral­leib tritt dann in bösen Träumen oder Visionen vor ihn als sein zweites Ich und umgaukelt, quält und peinigt ihn. Das ist der unberechtigte, falsche «Hüter der Schwelle». Dieser alte Astralleichnam tritt leicht aus dem Menschen heraus, weil er nicht fest mit den anderen Wesens-gliedern verbunden ist, und erscheint dann als ein Doppelgänger.
Außer diesen Gestalten sieht der Seher noch eine ganz besonders merkwürdige Art von Gebilden; es sind glockenförmige Gebilde, die mit riesiger Schnelligkeit den Astralraum durchfliegen und durch-schießen. Das sind die noch nicht verkörperten, aber nach Verkörpe­rung hinstrebenden Menschenkeime. Die Zeit und der Ort sind eigent­lich ziemlich bedeutungslos für diese zur Verkörperung hinstrebenden Menschenkeime, weil sie sich so leicht bewegen können. Sie sind mannigfaltig gefärbt und umgeben von einer Farbenatmosphäre, an einer Stelle sind sie rot, an der anderen blau, mitten drinnen funkelt ein gelbleuchtender Strahl. Es sind dies also die eben aus dem Deva­chan in den Astralraum hineinkommenden Menschenkeime. Was ist da geschehen? Der Mensch hatte den höheren Astralleib und die Früchte der verschiedenen Leben als Kausalleib mit sich ins Devachan genommen, und nun sammelt er eine neue « Astralmaterie» um sich herum. Es ist das gleichsam, wie wenn herumgestreute Eisenspäne sich ordnen nach den Kräften eines Magnets. Je nach den inne­wohnenden Kräften sammelt der Mensch die Astralmaterie um sich herum; bei einem guten Vorleben sammelt er anderes Material als bei einem schlechten. Das glockenförmige Gebilde nun ist der frühere Kausalleib, die Kräfte des früheren Astralleibes und der neue Astral­leib. Der Keim soll nun nicht mehr den alten Astralleib finden, sondern er soll sich einen neuen Astralleib bilden aus der undifferenzierten Astralmaterie, so daß dieser Vorgang von dem Menschen selbst ab­hängig ist: je nach den Kräften des vergangenen Lebens ist die Form und Farbe des neuen Astralleibes. Das ist eine Tatsache, die man wohl beachten muß. Warum schießen diese Menschenkeime mit solch rasender Schnelligkeit dahin? Weil das Elternpaar gesucht werden muß, das nach Charakter und Familienverhältnissen zu dem Menschen-keime paßt. Die Schnelligkeit ermöglicht es, daß das Elternpaar gefunden
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wird. Der Menschenkeim kann in diesem Moment hier, im nächsten schon in Amerika sein.
In dem, was weiter geschieht, ist der Mensch auf Hilfe angewiesen. Höhere Wesenheiten, die Lipikas, leiten den Menschenkeim hin zu dem entsprechenden Elternpaar, die Maharajas formen den Ätherleib in Gemäßheit der Astralform und dessen, was die Eltern an äußerem physischem Körper beitragen. Bei dem Befruchtungsakt kann der Seher in der Leidenschaft, die sich dabei von Seiten der Eltern ent­wickelt, auch Astralmaterie entdecken. Dadurch wird die Leiden­schaftlichkeit des Kindes je nach der Intensität dieser Leidenschaft be­stimmt. Dann schießt die Äthermaterie an von Nord, Süd, Ost und West, aus der Höhe und von der Tiefe.
Nicht immer kann ein Elternpaar gefunden werden, das ganz genau zu dem Menschenkeim paßt; es kann immer nur das am besten pas­sende herausgesucht werden. Und ebensowenig kann ein physischer Leib gebaut werden, der ganz genau zu dem Ätherleib des Menschen­keimes paßt. Eine völlige Harmonie kann es nie geben. Daher rühren die Zwiespalte im Menschen zwischen Seele und Körper.
Unmittelbar vor der Verkörperung tritt ein sehr wichtiges Ereignis ein, das demjenigen im Moment des Todes parallel ist. Wie unmittel­bar nach dem Tode die Rückerinnerung an das vergangene Leben gleich einem Tableau vor die Seele tritt, so ist unmittelbar vor der Ein-körperung eine Art Vorgesicht auf das kommende Leben vorhanden. Man sieht nicht alle Einzelheiten, aber in großen Umrissen alle Ver­hältnisse im kommenden Leben vor sich. Dieser Moment ist von un­geheurer Bedeutung. Es kommt vor, daß Menschen, die in früheren Leben viel gelitten haben und sehr Schweres durchgemacht haben, heim Anblick der neuen Verhältnisse und Schicksale einen Schock be­kommen und die Seele zurückhalten vor der ganzen Einkörperung, so daß nur ein Teil der Seele in den Körper eingeht. Die Folge des Schocks bei einem solchen Vorgesicht ist die Geburt eines Idioten oder Epileptikers.
In dem Moment der Verkörperung, gleich nach der Befruchtung, verdunkelt sich der gelbglämmende Faden im Kausalleib und ver­schwindet. Nur bei dem Eingeweihten bleibt er in allen Stadien.
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Nun darf man sich nicht vorstellen, daß die höheren Wesensglieder von Anfang an in vollster Weise mit dem Embryo verbunden sind. Was seine Tätigkeit zunächst entfaltet, ist der Kausalkörper, denn dieser arbeitet schon bei der allerersten Entstehung des physischen Leibes.
Die Entwickelung geht nach der Geburt in verschiedenster Weise stufenförmig weiter, und besonders wichtig für die Erziehung ist dann die Zeit vom siebenten bis zum vierzehnten Lebensjahre. Wir werden dann morgen weiter sehen, wie die Theosophie sich zu den Erzie­hungsfragen stellt, die ja ein wichtiges Kapitel in der Menschheits­entwickelung darstellen.

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