sabato 13 agosto 2011

19061027


Die Theosophie an Hand des Johannes-Evangeliums. Notizen Erster Vortrag, München 27 Oktober 1906


#G094-1979-SE225 - Kosmogonie
#TI
Die Theosophie an Hand
des Johannes-Evangeliums
Notizen aus acht Vorträgen,
gehalten in München vom 27. Oktober bis 6. November 1906
DIE THEOSOPHIE AN HAND DES JOHANNES-EVANGELIUMS
Erster Vortrag, München, 27. Oktober 1906
#TX 20110813 19:26
In einer Reihe von Vorträgen wollen wir einmal in einer Art systema­tischer Ordnung ein Gesamtbild aufnehmen theosophischer Gesin­nung und Weltauffassung und desjenigen was darin als Grundlage für unsere geisteswissenschaftliche Arbeit gelten kann. Und dabei wollen wir diese theosophischen Betrachtungen an das Johannes ­Evangelium anlehnen. Es wird sich ganz natürlich ergeben, daß nach einigen Vorträgen Licht hineinkommt in das allermerkwürdigste Schriftstück der Welt. Denn das ist dieses Johannes-Evangelium. Las­sen Sie mich heute einmal darauf hinweisen, was das Johannes-Evan­gelium eigentlich ist.
Da müssen wir uns zunächst eine Grundlage schaffen, um das tief-sinnige erste Kapitel zu verstehen. Wenn man das Evangelium liest, kann man erbaut sein über die Größe der Bilder, aber man kann als Gegenwartsmensch nicht mehr so recht darauf kommen, was mit die­sem Evangelium eigentlich gemeint ist. Früher galt es als eine Ur­kunde dafür, wie der wirkliche Christus Jesus auf Erden gelebt hat und was da eigentlich in Palästina geschehen ist. In der mehr prote­stantischen und in der modernen Forschung überhaupt hat man später zu bemerken geglaubt, daß das Evangelium des Johannes den drei anderen Evangelien zu widersprechen scheint. Die drei ersten, die Synoptiker, wurden daher zusammengefaßt. Das vierte Evangelium will man als gleichwertig nicht gelten lassen, da es viel später entstanden ist. Es enthielte nichts Geschichtliches, sondern sei eine Art poetischer Wiedergabe, ein Gedicht, in dem der Schreiber das niedergelegt hat, was er sich von dem Leben des Christus Jesus ge­dacht hat. Das ist der Standpunkt des sogenannten Gläubigen der Gegenwart. Mit einem gewissen Recht hat daher der berühmte Theologe Bunsen gesagt: «Wenn das Johannes-Evangelium nichts anderes ist, als der poetische Erguß eines einzelnen, dann fällt mit diesem das ganze Christentum.» Es liegt dieser ganzen Forschung zugrunde die Unfähigkeit der letzten vier bis fünf Jahrhunderte,
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überhaupt dahinterzukommen, was mit dem Johannes-Evangelium gemeint ist.
Der Mensch und die Anschauungen haben sich geändert, und der heutige Mensch kann sich gar nicht denken, daß man die Welt auch von anderem Standpunkte aus ansehen könne. Was dem Menschen der Gegenwart so recht verständlich ist, das ist Sinnes- und Ver­standeserkenntnis. Früher dagegen wußte man noch, daß es auch eine andere Art von Erkenntnis gibt. Man wußte, daß es noch andere Sinne und andere Erkenntnisquellen gibt. Die heutige materialistische Forschung steht in bezug auf diese Erkenntnis dem orthodoxen Bibel-gläubigen schroff BURBERO gegenüber. Das gilt auch für die mosaische Schöp­fungsgeschichte. Diese ist niemals wörtlich zu nehmen. Wir haben es dabei mit langen, langen Zeiträumen zu tun. Kein Mensch hat ur­sprünglich in der Kirche gesagt: Das hat sich vor den äußeren Augen in der mosaischen Schöpfungsgeschichte so abgespielt. Dem mittel­alterlichen Theologen wäre das grotesk erschienen. Die Auffassung von dem Wörtlichnehmen der sieben Schöpfungstage ist erst durch den Materialismus hereingekommen.
Als eine Art gesetzmäßiger Notwendigkeit flutete die materiali­stische Weltanschauung über unsere Erde dahin, und das erste, was diese Welle ergriff, war die Religion. Zuerst wurde nicht die Wissen­schaft erfaßt von der materialistischen Anschauung, zunächst war es die Kirche. Was früher spirituell aufgefaßt wurde, in das wurde die materialistische Gesinnung hineingelegt. Jetzt bekämpft die Wissen­schaft etwas, was die materialistische Weltauffassung hineingebracht hat.
Ein Beispiel dafür bietet die Auffassung des Abendmahls. Im 12. Jahrhundert ging es wie eine große Erschütterung durch die Kirche, als man anfing, das Abendmahl so aufzufassen, als ob sich Wein in wirkliches Blut und Brot in wirklichen Leib verwan­deln könne. Die spirituelle Lehre der Transsubstantiation wurde ver­gessen.
So ging Stück für Stück der spirituelle Sinn verloren. Der Theologe des 6. und 7. Jahrhunderts wußte noch, was mit der Schöpfungs­geschichte gemeint ist. Wenn es heißt: «Adam fiel in einen tiefen
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Schlaf», so wird damit auf eine Traumvision hingewiesen, durch die Adam das Sieben-Tage-Werk als astralen Vorgang erlebte.
Was in der Vorzeit war, die Sinne konnten es nicht mehr erreichen. Aber in einem höheren geistigen Zustande konnten es jene erreichen, die mit der Seele schauten. Aber es erscheint ihnen dann im Bilde. So waren es astrale Bilder, was Adam in den sieben Schöpfungstagen da im Traume sah; er sah zurück auf die Ursprungswelt, aus der er gekommen ist.
Also man schrieb den religiösen Urkunden höhere Erkenntnis-quellen zu. Die Bekämpfung der Bibel beruht auf Mißverständnissen. Das Johannes-Evangelium wörtlich zu nehmen im materialistischen Sinne, heißt, es mißverstehen. Das soll nicht heißen, daß man es sym­bolisch zu nehmen hat. Dasjenige, was im Johannes-Evangelium steht, kann ebensowenig in dieser physischen sinnlichen Welt erlebt werden wie das Werk der sieben Tage, die Schöpfungsgeschichte, son­dern nur in anderem Bewußtseinszustand. Der Schreiber des vierten Evangeliums stellt dar dasjenige, was er außerhalb des physischen Leibes in einem anderen Bewußtseinszustand wahrgenommen hat. Die drei anderen Evangelien lassen das Wörtlichnehmen noch zu, das Johannes-Evangelium nicht mehr. Es ist wahrer als wahr, es enthält die tiefste Wahrheit des Christentums. Es sieht in Christus Jesus den Mittelpunkt der Weltenentwickelung. Für Johannes ist der in Jesus verborgene Christus eine überragend hohe Persönlichkeit, die man nur verstehen kann, wenn man sich zu einer höheren Erkenntnis auf-schwingt. Um das zu verstehen, was im Johannes-Evangelium lebt, dazu ist es nötig, die tiefsten Geheimnisse des Daseins zu erkennen. Um den Menschen und den Führer der Menschheit zu verstehen, muß man das Wesen des Kosmos erfassen. Das Johannes-Evangelium be­ginnt mit den Worten, denen das ganze Weltengeheimnis zugrunde liegt. Das eigentümlichste dieser Worte ist, daß sie nicht nur an unser Verständnis appellieren, sondern auch von magisch mentaler Wirkung sind. Sie geben uns ein Bild, wie der Mensch und der Kosmos zu­sammenhängen.
Das Johannes-Evangelium muß erlebt werden. Man muß die ersten Worte als Meditationsstoff nehmen, in sich leben lassen. Das ist geistiger Lebensstoff.
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Man muß sich sagen: Das ist für mich ein Stoff mit dem ich fünf Minuten täglich leben will. Diese Worte werden Ihre Geistesaugen und -ohren öffnen; die Zaubergewalt dieser Worte, die Kräfte sind, werden Sie erleben, und zwar in astralen Bildern. Lassen Sie mich Ihnen vor die Seele rücken, was der Schreiber des Johannes-Evangeliums als Impuls empfunden hat, was er hat sagen wollen. Zu­erst war er einer, der seiner Seele nach ein Neugeborener war, einer, der erweckt worden war durch die Gewalt der Erkenntnisse, die in den Sätzen liegt:

«Im Urbeginne war das Wort,
und das Wort war bei Gott,
und ein Gott war das Wort.
Dieses war im Urbeginne bei Gott.
Alles ist durch dasselbe geworden,
und außer durch dieses ist nichts von dem Entstandenen geworden.
In diesem war das Leben,
und das Leben war das Licht der Men­schen.
Und das Licht schien in die Finsternis,
und die Finsternis hat es nicht begriffen.»

Das ist der erste Teil der Meditation. Und dies ist der zweite Teil:

« Es ward ein Mensch, gesandt war er von Gott,
mit seinem Namen Johannes.
Dieser kam zum Zeugnis,
auf daß er Zeugnis ablege von dem Lichte,
und daß durch ihn alle glauben sollten.
Er war nicht das Licht, sondern ein Zeuge des Lichtes.
Denn das wahre Licht,
das alle Menschen erleuchtet,
sollte in die Welt kommen.
Es war in der Welt,
und die Welt ist durch es geworden,
aber die Welt hat es nicht erkannt.
In die einzelnen Menschen kam es
(bis zu den Ich-Menschen kam es),
aber die einzelnen Menschen
(die Ich-Menschen) nahmen es nicht auf.
Die es aber aufnahmen, die konnten sich durch es als Gottes Kinder offenbaren.

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Die seinem Namen vertrauten,
sind nicht aus Blut,
nicht aus dem Willen des Fleisches,
und nicht aus menschlichem Willen,
sondern aus Gott geworden.
Und das Wort ist Fleisch geworden
und hat unter uns gewohnt,
und wir haben seine Lehre gehöret,
die Lehre von dem einigen Sohn des Vaters,
erfüllt von Hingabe und Wahrheit.»

Wenn Sie die Valeurs dieser Worte nehmen, nicht bloß ihre lexika­lische Bedeutung, dann haben sie einen unendlichen Wert. So muß es zum Beispiel heißen: «Bis zu den Ich-Menschen kam es » - statt:
«Er kam in sein Eigentum.»
Wenn Sie diese Worte lesen, dann haben Sie einen kurzen Abriß der Theosophie des Johannes und derjenigen, die wir auch lehren. Wollen wir also versuchen, uns zum Verständnis der allerersten Worte hinaufzuranken. Dazu ist eine kurz gehaltene Übersicht der elemen­taren Grundbegriffe der Theosophie nötig.
Es gibt Wesenheiten, die über dem Menschen stehen und die keinen physischen Körper mehr brauchen. Das sind:
1.      die Engel,
2.      die Erzengel,
3.      Urbeginne oder Anfänge,
4.      Gewalten,
5.      Mächte,
6.      Herrschaften,
7.      Throne,
8.      Cherubim,
9.      Seraphim.
Vers 1: «In den Urbeginnen war das Wort, und das bekam Leben, und weil es schöpferisch war, war es ein Gott.» Alles, alles ist kristalli­siertes göttliches Wort, gesprochenes Wort. Jetzt hat der Mensch das Wort; später wird er seinesgleichen hervorbringen durch das Wort. Die Urbeginne sind die Wesenheiten, die am Anfang der Erdenentwickelung schon auf der Stufe standen, auf welcher der Mensch am Ende der Erdenentwickelung angelangt sein wird.
Dadurch, daß Johannes diesen Impuls empfinden konnte, hatte er in großen astralen Visionen das erlebt, was in diesen Sätzen steht. Das war aber erst das zweite in seiner Seele, das erste war die Erweckung dieser Kräfte. Das dritte war nun das Folgende. Wir wollen es an einem Beispiele zu verstehen suchen. Sie haben zum Beispiel in einer gewissen Nacht einen Traum; er zeigt Ihnen einen Menschen, den Sie noch nie gesehen haben. Der Traum gibt Ihnen die Gewißheit, daß dieser Mensch Ihnen nicht gleichgültig ist; nach kurzer Zeit lernen Sie ihn kennen. -
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So war es Johannes ergangen mit dem Erleben des Christus. Er hatte im Traumeszustand die astralen Visionen gehabt von dem, was in Palästina Geschichte wurde. Was seine Erlebnisse in höheren Welten waren, seine Schauungen, das wurde im irdischen Erleben dann Erfahrung.
Die Meditation wäre so zu machen, daß der Mensch eines Morgens beginnt, sich die ersten Worte des Johannes-Evangeliums täglich durch die Seele ziehen zu lassen. Er wird nach Monaten, nach Jahren, nach Jahrzehnten in seiner Seele etwas erleben von dem, was in diesen Worten enthalten ist. Namentlich ist die Übersetzung dieser Worte wichtig: « Bis zu den Ich-Menschen kam es, aber die Ich-Menschen nahmen es nicht auf.» Wenn Sie diese Worte durchgehen, haben Sie darin einen kurzen Abriß der Theosophie im Johannes-Evangelium:
die Theosophie, die wir lehren. Daher ihre ungeheure Wirkung. Nut wer erst diese seelisch-geistigen Kräfte in sich wachruft, der wird das erleben.
Versuchen Sie zum Verständnis der allerersten Worte zu kommen, beginnen Sie mit den allerelementarsten Begriffen der Theosophie, und Sie werden sehen, wie die Worte des Johannes-Evangeliums daraus hervorquellen.
Versuchen wir es, indem wir von unten beginnen. Wenn wir den Menschen betrachten, wie er heute vor uns steht, so kann man sagen:
Dasjenige, wovon man heute etwas weiß, das ist der physische Leib, ein Glied nur der menschlichen Wesenheit. Schon der physische Men­schenleib ist von anderen höheren Wesensgliedern durchdrungen; daher sieht er so aus, wie er uns jetzt erscheint. Wäre er nicht so durchzogen von anderer Wesenhaftigkeit, er wäre nur ein physika­lischer Apparat, den nichts von innen bewegt, dem nichts wehe tut. Allein das physische Auge ist gleich einem physikalischen Apparat. Sie müssen sich die Möglichkeit, daß der Mensch wächst und daß ihm etwas wehe tut, lebhaft vor Augen halten, dann erkennen Sie, wie der physische Leib mit zwei anderen Gebilden durchsetzt ist: Das eine macht, daß der Mensch wächst, sich fortpflanzt und sich nährt; es geschieht dies durch seinen Ätherleib. Das andere ist, daß er emp­findet, daß er Triebe, Begierden und Leidenschaften hat, die ihm von
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seinem Astralleib kommen. Damit der physische Leib wachsen kann, braucht er den Ätherleib. Damit er empfinden kann, braucht er den Astralleib.
Wasserstoff allein kann nicht Wasser darstellen; er braucht dazu den Sauerstoff. Trennen sich wieder Wasserstoff und Sauerstoff, so haben wir nicht mehr Wasser; der Zusammenhang ist hier wie dort nötig. Wird der Mensch von seinen zwei anderen Leibern getrennt, so ver­fällt der physische Leib augenblicklich.
Empfindungsleib, Ätherleib, physischer Leib, diese drei Wesens-glieder gehen bis zum Tier hinab. Seinen Fleischleib hat der Mensch gemein mit der Erde, dem Mineral; seinen Ätherleib mit den Pflan­zen, seinen Astralleib mit den Tieren. Wir können auch sagen: Alles, was Wachstum und Fortpflanzung bedingt, ruht im Ätherleib; Triebe, Lust und Schmerzempfindungen im Astralleib.
Im Tode bleibt der physische Leib zurück, Äther- und Astralleib bleiben zunächst zusammen, und bald trennt sich auch noch der Ätherleib vom Astralleib. Im Schlafe ist der Mensch im vollsten, buchstäblichsten Sinne also Pflanze: sein Leib ist allein noch in Be­trieb gehalten von dem vegetativen Leben, dem Ätherleib. Normaler­weise ist der Mensch im Schlaf ohne Bewußtsein und ohne Willen oder Begierden. Die wenigen, die im Schlafe ihr Bewußtsein aufrecht­erhalten, sind Vorzügler der Menschheit; sie repräsentieren heute schon einen Zustand, den einmal in späterer Zukunft alle Menschen erreichen werden: sie sind die prädisponierten, prädestinierten Führer und Propheten der Menschheit.
Wie sind Träume möglich? Wie kommen sie zustande? Im Astralleib liegt eine verborgene Anlage. Wenn diese Fähigkeit voll ausge­bildet wird, so tritt Bewußtsein ein.
Zum physischen Leibe, zum Äther- und Astralleibe kommt noch eines hinzu. Es gibt ein Wort, das sich von allen anderen unterschei­det, weil man es nur zu sich selbst sagen kann. Es ist das Wort «Ich». Diese Tatsache ist von höchster Bedeutung. Ein schönes Beispiel von der Bedeutsamkeit dieses Wortes gibt uns die Erzählung Jean Pauls. Er schildert uns, wie er als ganz junger Knabe unter der Tür seines Elternhauses stand, als plötzlich das Bewußtsein in ihm aufblitzte:
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Ich bin ein Ich! - Es ist ein Vorgang im verhangenen Allerheiligsten des Inneren, den reine Naturen besonders stark als ein Mysterium empfinden. Die Tragweite dieses Mysteriums empfanden die Priester und Weisen aller Zeiten. Es liegt auch dem zugrunde, was man bei den alten Hebräern den unaussprechlichen Namen Gottes nannte. «Joph» sagte der Hohepriester einmal im Jahr, wenn er ausdrücken wollte, wie das Unaussprechliche ertönt. Joph ist das Ich. Zusammen mit den vorher genannten Leibern bildet das Ich das, was als die pythagoräische Vierheit bekannt ist.
Der Hellsichtige kann die höheren Leiber bei vollem Bewußtsein sehen. Etwas anderes ist es um die Hypnose. In diesem Zustand sieht der Hypnotisierte das, was der Hypnotiseur will. Der Hypnotisierte unterliegt einer positiven oder negativen Suggestion, je nachdem ihm glauben gemacht wird, daß etwas wirklich da ist, daß er etwas emp­findet, zum Beispiel den süßen Geschmack einer Birne, während er in eine Kartoffel beißt, oder daß etwas nicht da ist, zum Beispiel keine Leute, keine Gegenstände in der Stube und so weiter.
Diesen letztgenannten Zustand kann man sich bewußt hervorbrin­gen, um sich den Ätherleib sichtbar zu machen. Es ist eine höhere Art der Aufmerksamkeit. Durch einen energischen Willensentschluß suggeriert man sich den physischen Leib weg und überzeugt sich dann, daß der Raum, den vorhin der physische Körper einnahm, nicht leer ist, sondern ausgefüllt mit einem herrlichen, mit nichts Irdischem vergleichbaren Lichtstoffe, und in der Herz- und Lungengegend sieht man wunderbare Bewegungen dieses Lichtstoffes, das ist der Äther­leib des Menschen. Der bewußt Hellsehende sieht den Ätherleib ein wenig über den Menschenleib hervorragen. Beim Pferde ist er sehr viel weiter herausstehend.
Das dritte, was der Hellseher sehen kann, wenn auch der Ätherleib wegsuggeriert ist, das ist der Astralkörper, der dann als elliptische Wolke in Erscheinung tritt. Da sieht man die Triebe und Begierden in Form von farbigen Lichtbildungen, das helle Gelb einer entwickel­ten Intelligenz und klaren Denkens, und das schöne Blau der Fröm­migkeit und selbstloser Aufopferungsfähigkeit.
Zu diesen drei für den Hellseher sichtbaren Erscheinungen kommt
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noch ein viertes hinzu, das bei allen Menschen sehr verschieden ge­bildet ist. Im Raum hinter der Nasenwurzel sieht man im Astralkörper eine Art Hohlkugel von bläulicher Farbe, älurlich dem Kern einer Lichtflamme, der durch die gelbe Lichthülle blau erscheint. Beim un­entwickelten Menschen ist es ein kleines bläuliches Oval; beim ent­wickelten Menschen wird es als blauer Schein sichtbar.
Freundschaft, Liebe, Religiosität erscheinen in Grün, Blau, Blaurot; alles fortwährend und intensiv bewegt, während der Ätherleib rotiert.
Fragen wir uns nun, unter welchen Einflüssen diese vier Bestand­teile der menschlichen Wesenheit sich gebildet haben, so ist die Ant­wort, daß der physische Leib, der nur das Leben der Erde wider­spiegelt, aus den Kräften der Erde zusammengesetzt ist. Auf ihn hat die Erde Einfluß. Der Ätherkörper ist wie die Pflanzen nicht nur von der Erde, sondern auch von der Sonne abhängig; er strebt der Sonne zu. Unser Astralleib aber ist abhängig von den Kräften der Sternenwelt, daher sein Name. Ganz mit Recht sagt Paracelsus: Nichts ist im Himmel und auf der Erde, das nicht auch im Menschen ist, und Gott, der im Himmel und auf der Erde ist, der ist auch im Menschen. - In der Nacht lebt der Mensch in den Sternen, in den Kräften, aus denen er aufgebaut wurde. Sein Astralleib erlebt während des Schlafes die Bahnen, in denen sich die Sterne bewegen und halten. Aus diesem Astralleib, dem aus den Sternen herausgeborenen Leib, wird nun das Ich geboren.
Was man als Grundton der Gestirnbewegungen im Weltenall ver­nehmen kann, nennt man die Pythagoräische Sphärenmusik. Diesen Grundakkord der Sternenbahnen und des Weltenalls, diesen Ton be­zeichnet und meint der Schreiber des Johannes-Evangeliums, wenn er vom Weltenwort spricht. So wird in unserem Bewußtsein ein erstes Verstehen des tiefen mystischen Sinnes dieser Worte aufzudäm­mern beginnen. Es wird uns immer tiefer und tiefer in die wahre okkulte Bedeutung dieser wunderbaren Urkunde hineinführen.
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