sabato 10 dicembre 2011

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WIE BEGREIFT MAN KRANKHEIT UND TOD? Berlin, 13. Dezember 1906

ÖIffentliche Vorträge - GA 55 Die Erkenntnis des Übersinnlichen in unserer

#G055-1955-SE100 - Die Erkenntnis des Übersinnlichen in unserer Zeit und deren Bedeutung für das heutige Leben
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WIE BEGREIFT MAN KRANKHEIT UND TOD?
Berlin, 13. Dezember 1906
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20111210 18:20
Heute haben wir es mit einem Thema zu tun, das zwei­fellos jedem Menschen nahegeht, denn die beiden Worte «
Krankheit und Tod» drücken etwas aus, was sich in jedes Leben hineinstellt, oftmals wie ein unerbetener Gast, oft aber auch als etwas Quälendes, Beengendes, Furchtmachen­des. Ja, der Tod stellt sieh als die größte Rätselfrage ins Dasein hinein, so daß, wenn jemand die Frage nach dem Wesen des Todes gelöst hat, für ihn dann wohl auch die Frage nach dem Wesen des Lebens gelöst ist. Oft hört man sagen: Der Tod bildet ein Rätsel, noch keiner hat es gelöst, und auch keiner wird es je lösen. - Die Menschen, die der­gleichen aussprechen, ahnen gar nicht, welche Unbescheiden­heit in diesen Worten liegt, sie ahnen gar nicht, daß es eine Lösung solcher Rätselfragen gibt und daß sie es nur nicht verstehen. Heute, wo wir es mit einem so umfassend wich­tigen Ding zu tun haben, bitte ich Sie, ganz besonders dar­auf zu achten, daß es sich um nichts anderes handeln kann, als um eine Beantwortung der gestellten Frage: Wie begreift man Krankheit und Tod? Wir können uns daher nicht auf spezielle Fragen über Krankheiten und Gesundheit einlas­sen, sondern müssen uns im wesentlichen an die Frage hal­ten: Wie erlangt man ein Verständnis für diese zwei wich­tigen Fragen unseres Daseins?
Die bekannteste Antwort auf die Frage nach dem Wesen des Todes, die Jahrhunderte hindurch geltend war, heute aber für den weitaus größten Teil der Gebildeten der Menschheit
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ihren Wert eingebüßt hat, liegt vor in den Worten des Paulus: «
Denn der Tod ist der Sünde Sold.» Wie gesagt, viele Jahrhunderte hindurch war dieses Wort eine Art Lö­sung des Rätsels des Todes. Heute wird derjenige, der im modernen Sinne denkt, mit einer solchen Antwort überhaupt nichts anfangen können, denn daß die Sünde etwas völlig Moralisches, etwas rein im Wesen des menschlichen Verhal­tens Liegendes, die Ursache einer physischen Tatsache, wie der Tod es ist, sein könnte oder irgendwie mit dem Wesen der Krankheit zusammenhängen sollte, das ist für einen heutigen Denker ganz unerfindlich.
Es wird uns vielleicht noch nützlich sein, wenn wir auch darauf hinweisen, daß unsere Gegenwart nicht einmal mehr den Wortlaut des Satzes: «
Denn der Tod ist der Sünde Sold» versteht. Denn unter «Sünde» verstanden Paulus und die, welche zu seiner Zeit lebten, ganz und gar nicht das, was man heute im philiströsen Sinne darunter versteht. Nicht eine Verfehlung im gewöhnlichen Sinne ist hier mit Sünde gemeint, auch nicht eine Verfehlung radikaler Art, sondern unter Sünde wird da verstanden, was aus Selbst­sucht und Egoismus hervorgeht. Alles, was Selbstsucht und Egoismus zum Antriebe des Handelns hat - im Gegensatz zu dem, was sachlichen, objektiven Impulsen entspringt -, ist Sünde. Der Egoismus, das selbstische Handeln, aber setzt voraus, daß der Mensch selbständig, ich-bewußt geworden ist. Das muß man erkennen, wenn man sich ganz und gar auf die Denkweise eines solchen Geistes wie Paulus einläßt.
Wer nicht an der Oberfläche des Verständnisses der alt-und neutestamentlichen Urkunden bleibt, sondern wirklich in ihren Geist eindringt, der weiß, daß eine ganz bestimmte, man möchte sagen naturphilosophische Denkweise die Un­terströmung dieser alt- und neutestamentlichen Denkweise bildet. Diese Unterströmung ist etwa die folgende: Alles,
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was an Lebensschöpfung in der Welt vorhanden ist, richtet sich nach einem ganz bestimmten Ziel hin. Die niederen Wesen sind noch neutral gegen Lust und Leid, Freude und Schmerz. Wir finden dann, wie sich das Leben steigert und etwas damit verbunden wird. Derjenige, dem schaudert, wenn man von Zielstrebigkeit spricht, der möge bedenken, daß hier nicht eine Theorie gedacht ist, sondern daß es sich hier um eine reine Tatsache handelt: das ganze Reich der Lebewesen bis zum Menschen hinauf nähert sich einer be­stimmten Tatsache, die sich darin zeigt, daß an der Spitze der Lebewesen ein persönliches Bewußtsein möglich ist.
Es schaute der Eingeweihte des Alten und Neuen Testa­mentes hinunter ins Reich der Tiere und sah, wie alles dahin strebt, daß einmal eine freie Persönlichkeit zustande kom­men kann, die aus sich selbst heraus die Antriebe und Im­pulse zum Handeln haben kann, und wie mit dem Wesen einer solchen Persönlichkeit das verbunden ist, was man die Möglichkeit einer egoistischen, selbstsüchtigen Handlung nennt. Nun aber würde ein Denker wie Paulus sagen:
Wenn in einem Leibe eine solche Persönlichkeit wohnt, die ego­istisch zu handeln imstande ist, so muß dieser Leib sterblich sein. In einem unsterblichen Leibe würde niemals eine Seele mit Selbständigkeit, Selbstbewußtsein und folglich auch mit Egoismus wohnen können. Daher gehören zusammen: ein sterblicher Leib und eine Seele mit Persönlichkeitsbewußt­sein und die einseitige Ausbildung der Persönlichkeit zu Handlungsimpulsen. Das heißt die Bibel «Sünde», und so definiert Paulus: «Der Tod ist der Sünde Sold». Da sehen Sie allerdings, daß wir diesen, wie jeden anderen Ausspruch der Bibel modifizieren müssen, weil sie im Laufe der Jahr­hunderte ganz in ihr Gegenteil umgekehrt worden sind. Modifiziert man sie, nicht indem man sie umdeutet, sondern indem man sich klarmacht, daß man den gegenwärtigen
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Sinn, den die Theologie gibt, in den ursprünglichen verwan­delt, so sieht man daraus, daß man es oftmals mit einer sehr tiefen Auffassung der Sache zu tun hatte, die dem gar nicht so fernsteht, was man heute wieder begreifen kann. Dies zur notwendigen Richtigstellung.
Aber es haben sich ja die Denker, die Weltanschauungs­forscher aller Zeiten mit der
Frage nach dem Rätsel des Todes beschäftigt, und wir finden diese Frage seit Jahrtau­senden scheinbar in der mannigfaltigsten Weise beantwor­tet. Wir können uns hier nicht mit einer geschichtlichen Be­trachtung einer solchen Lösung befassen, daher sei nur auf zwei Denker hingewiesen, damit Sie sehen, wie selbst der Gegenwart recht nahestehende Denker nichts Erhebliches zu dieser Frage beizubringen wissen.
Der eine ist
Schopenhauer. Sie kennen ja alle seine pessi­mistische Art zu denken, und wer einmal den Satz durch­gegangen ist: «Das Leben ist eine mißliche Sache, und ich habe mir vorgenommen, das meinige damit hinzubringen, über dasselbe nachzudenken» - der wird begreifen, daß Schopenhauer kaum zu einer anderen Lösung gekommen ist als zu der: Eigentlich tröstet der Tod über das Leben und das Leben über den Tod; das Leben ist eine fatale Sache, und man könnte es nicht ertragen, wenn man nicht wüßte, daß der Tod es schließen würde; und wenn man die Furcht vor dem Tode hat, dann braucht man sich nur einmal klarzu-machen, daß das Leben nicht besser sei und daß durch den Tod nichts weiter beschlossen ist. Das ist seine pessimistische Art zu denken, die nur einmal darüber hinausführt, wo er den Erdgeist sagen läßt: Ihr wollt, daß immer neues Leben entsteht, da muß ich Platz haben. Also sieht Schopenhauer in einer gewissen Beziehung in der Tatsache, daß das Leben sich fortpflanzt, immer neues Leben gebiert, die Notwen­digkeit, daß das Alte sterben müsse, damit für das Neue Raum sei.
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Sonst weiß auch Schopenhauer gar nichts Erheb­liches vorzubringen; denn alles, was er sonst sagt, atmet in diesen zwei Worten.
Der andere ist
Eduard von Hartmann. Er hat sich noch in seinem letzten Buche mit dem Rätsel des Todes beschäf­tigt. Er sagt da: Wenn wir uns das zunächst höchste Lebe­wesen betrachten, so finden wir, daß der Mensch, nachdem wieder ein oder zwei neue Generationen heraufgezogen sind, die Welt nicht mehr versteht. Wenn der Mensch alt geworden ist, kann er die Jugend nicht mehr fassen, daher ist es not­wendig, daß das Alte absterbe und Neues wieder hervor­komme. - Sie sehen jedenfalls auf diese Fragen auch keine Antwort, die uns mit wirklichem Verständnis dem Rätsel des Todes näherbringen könnte.
So wollen wir einmal in die heutigen, gegenwärtigen Welt­anschauungen hineinstellen, was die sogenannte Geisteswis­senschaft, die man heute auch
Anthroposophie nennt, über die Ursachen von Tod und Krankheit zu sagen hat. Wir wollen uns aber dabei eines klarmachen: der Geisteswissenschaft geht es nicht so gut wie den anderen Wissenschaften, daß sie in einer bestimmten Weise über alles sprechen kann. Der heutige Naturforscher würde es nicht begreifen, daß man, wenn man über Krankheit und Tod spricht, trennen muß zwischen Tier und Mensch, daß man aber gerade, wenn man die Frage des heutigen Vortrages begreifen will, sich wird auf die Erscheinungen beim Menschen beschränken müssen. Da die Wesen nicht nur das abstrakte «Gleiche» miteinander haben, sondern auch jedes sein Wesentliches und seine Eigen­art hat, so wird nur einiges von dem, was heute gesagt wird, auch auf die Tierwelt anzuwenden sein, vielleicht auch auf die Pflanzen; im wesentlichen aber wird über den Menschen gesprochen werden, und die anderen Dinge werden nur herangezogen werden, wenn sie etwas erklären sollen.
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Wenn wir Tod und Krankheit beim Menschen erfassen wollen, müssen wir vor allen Dingen darauf sehen, daß der Mensch im Sinne der Geisteswissenschaft ein höchst kom­pliziertes Wesen ist und daß wir den Menschen seinem Wesen nach aus den folgenden vier Gliedern heraus begreifen müssen: erstens haben wir den äußerlich sichtbaren
physi­schen Körper, als zweites den Ather- oder Lebensleib, so­dann den Astralleib, und als viertes das Ich des Menschen oder den Mittelpunkt seines Wesens. Dann müssen wir uns klar sein, daß im physischen Leibe dieselben Kräfte und Stoffe vorhanden sind wie in der physischen Welt draußen und daß in dem Atherleib das liegt, was diese Stoffe zum Leben aufruft, und daß der Mensch seinen Atherleib mit der ganzen Pflanzenwelt gemeinschaftlich hat. Der Astral­leib, den der Mensch mit den Tieren gemein hat, ist der Trä­ger des ganzen Gefühlslebens, von Begierden, Lust und Un­lust, Freude und Schmerz. Das Ich hat der Mensch ganz für sich allein, das macht ihn zur Krone der Erdenschöpfung.
Wenn wir den Menschen als physischen Organismus vor uns haben, dann müssen wir uns klarmachen, daß innerhalb dieses physischen Organismus die drei anderen Glieder als Bildner und Architekten arbeiten. Das physische Prinzip arbeitet nur teilweise am physischen Organismus des Men­schen, in einem anderen Teil ist im wesentlichen der Ätherleib tätig, wieder in einem anderen der Astralleib, und wie­derum in einem anderen Teil des Menschen ist das Ich tätig. Der Mensch besteht für die Geisteswissenschaft physisch erst einmal aus Knochen, Muskeln, denjenigen Organen, die den Menschen stützen, ihn zu einem festen, auf der Erde gehen­den Gebilde machen; diese allein rechnet man im strengsten Sinn der Geisteswissenschaft zu dem durch
das physische Prinzip zustande gekommenen Teil der Organe. Dazu kom­men noch die eigentlichen Sinnesorgane; dabei haben wir es
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mit physikalischen Apparaten zu tun; beim Auge mit einer Art camera obscura, beim Ohr mit einem sehr komplizier­ten Musikinstrument. Es kommt nun darauf an, woraus diese Organe gebaut sind. Sie sind von dem ersten Prinzip gebaut. Dagegen sind alle Organe, die mit Wachstum, Fort­pflanzung, Verdauung und anderem zusammenhängen, nicht bloß im Sinne des physischen Prinzips gebaut, sondern im Sinne des Äther- oder Lebensleibes, der ja auch die physi­schen Organe durchdringt. Nur der gesetzmäßige Aufbau wird vom physischen Prinzip besorgt,
der Vorgang von Verdauung, Fortpflanzung und Wachstum dagegen wird vom Ätherprinzip besorgt. Der Astralleib ist der Schöpfer des ganzen Nervensystems, bis hinauf zum Gehirn und zu den Strängen, die in Form von Sinnesnervensträngen zum Gehirn gehen. Das Ich endlich ist der Architekt des Blut­kreislaufes. Wenn wir also in echt geisteswissenschaftlichem Sinne einen menschlichen Organismus vor uns haben, so sind wir uns klar, daß diese vier Glieder - auch im äußerlich wahrnehmbaren Organismus - eigentlich wie vier ganz voneinander verschiedene Wesenheiten im Menschen ver­schmelzen und miteinander wirksam gemacht worden sind. Diese Glieder, die den menschlichen Organismus zusammen­setzen, sind von ganz verschiedenem Werte, und wir wer­den ihre Bedeutung für den Menschen begreifen, wenn wir erforschen, wie die Entwicklung des Menschen mit diesen einzelnen Gliedern zusammenhängt.
Heute sei mehr vom physiologischen Gesichtspunkt aus besprochen, was man
die Arbeit des physischen Prinzips im menschlichen Organismus nennt. Das wird geleistet in der Epoche von der Geburt bis zum Zahnwechsel. Da arbeitet das physische Prinzip am physischen Leibe so, wie die Kräfte und Stoffe des mütterlichen Organismus am Kindeskeim arbeiten, bevor das Kind geboren ist.
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Vom siebenten Jahre bis zur Geschlechtsreife arbeitet am physischen Leibe haupt­sächlich das Ätherprinzip, und von der Geschlechtsreife an arbeiten die Kräfte, die innerhalb des Astralleibes verankert sind. So daß wir uns die Entwicklung des Menschen recht vorstellen, wenn wir uns denken, daß der Mensch bis zur Geburt vom Leibe der Mutter umschlossen ist. Mit der Ge­burt drängt er gleichsam den mütterlichen Leib zurück, seine Sinne werden frei, und nun ist es möglich, daß die äußere Welt anfängt, auf den menschlichen Organismus einzuwir­ken. Da stößt der Mensch auch eine Hülle von sich, und derjenige erst begreift richtig die Entwicklung des Menschen, der begreift, daß zwar nicht im physischen, aber im geisti­gen Leben etwas Ähnliches in der Zeit des Zahnwechsels vor sich geht. Um das siebente Jahr herum wird der Mensch richtig ein zweites Mal geboren. Da wird nämlich sein Äther-leib zur freien Tätigkeit geboren, wie sein physischer Leib zur Zeit der Geburt. So wie physisch der Mutterleib an dem Menschenkeim in der Zeit vor der Geburt arbeitet, so arbeiten geistige Kräfte des Weltenäthers bis zum Zahn-wechsel an dem Ätherleib des Menschen, und sie werden um das siebente Jahr herum ebenso zurückgedrängt wie der Mutterleib bei der physischen Geburt. Bis zum siebenten Jahre liegt der Ätherleib wie latent im physischen Leibe. Wie bei einem in Brand gesetzten Zündholz ist es mit dem Ätherleib um die Zeit des Zahnwechsels herum. Er ist im physischen Leibe darinnen gebunden und kommt nun her­aus zur eigenen, freien, selbständigen Tätigkeit. Und das Zeichen, wodurch sich diese freie Tätigkeit des Ätherleibes ankündigt, ist gerade der Zahnwechsel. Der Zahnwechsel hat für den, der tiefer in die Natur des Menschen hinein-schaut, eine ganz bedeutsame Stellung. Haben wir einen Menschen bis zum siebenten Jahr vor uns, so arbeitet das physische Prinzip frei im physischen Leib; aber gebunden
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und aus den geistigen Hüllen noch nicht herausgeboren ist das Äther- und das astrale Prinzip.
Wenn wir den Menschen bis zum siebenten Jahr betrach­ten, so enthält er eine ganze Summe von Vererbungstat­sachen, die er nicht mit seinem eigenen Prinzip erbaut hat, sondern die er von den Vorfahren ererbt erhalten hat. Dazu gehört das, was man die
Milchzähne nennt. Erst die Zähne, die nach dem Zahnwechsel kommen, sind im Kinde die eigene Schöpfung des Prinzips, das als physisches dazu veranlagt ist, die feste Stütze zu bilden. Was in den Zähnen zum Ausdruck kommt, schafft bis zum Zahnwechsel im In­nern, und es bildet am Ende seiner Wirksamkeit gleichsam den Schlußpunkt und bringt den härtesten Teil des Stütz­organes in den Zähnen hervor, weil es noch den Äther- oder Lebensleib als Wachstumsträger in sich gebunden hält.
Nachdem dieses Prinzip abgestoßen ist, wird der Ätherleib frei und schafft jetzt an den physischen Organen bis zur Geschlechtsreife, und dann wird ebenso eine Hülle, die äußere astrale Hülle, weggedrängt wie bei der Geburt die Mutterhülle.
Astralisch wird der Mensch bei der Geschlechts-reife zum dritten Male geboren. Und die wirkenden Kräfte, die im Ätherleib gebunden waren, machen jetzt für ihre Schöpfungsart im Menschen den Schlußpunkt, indem sie die Fähigkeit der Geschlechtsreife, der Fortpflanzung, und ihre Organe erzeugen. So wie das physische Prinzip im sieben­ten Jahre durch die Zähne den Schlußpunkt macht, indem es die letzten harten Organe schafft, und wodurch der Äther-leib, das Wachstumsprinzip, frei wird, so schafft das astrale Prinzip in dem Moment, wo es frei wird, die stärkste Kon­zentration der Triebe und Begierden, der Lebensäußerung, insofern wir es mit der physischen Natur zu tun haben. Wie Sie das physische Prinzip wie konzentriert in den Zähnen haben, so das Wachstumsprinzip in der Geschlechtsreife. Da ist der Astralleib, die Umhüllung des Ich frei, und das Ich arbeitet nun am Astralleib.
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Der europäische Kulturmenseh folgt nicht bloß seinen Trieben und Begierden; er hat sie geläutert und umge­wandelt in moralische Empfindungen und ethische Ideale. Vergleichen wir nun einen Wilden mit einem europäischen Durchschnittsmenschen oder gar mit einem
Schiller oder Franz von Assisi, so können wir sagen, daß diese ihre Triebe vom Ich aus umgestaltet, geläutert haben. So können wir uns sagen, daß dieser Astralleib stets zwei Teile enthält:
einen, der aus der ursprünglichen Anlage herrührt, und einen, den das Ich selbst geboren hat.
Nun verstehen wir die Arbeit des Ich nur dann, wenn wir uns klarmachen, daß der Mensch einer Wiederverkörperung - wiederholten Er­denleben - unterliegt; daß der Mensch, wenn er geboren wird, gleichsam in vier voneinander geteilten Leibern sich die Früchte und Ergebnisse früherer Erdenleben mitbringt, die als ein Maß für die Energie und Kraft seines Lebens da sind. Der eine Mensch wird geboren, weil er es früher dazu gebracht hat, mit viel Lebensenergie, mit starken Kräften seinen Astralleib umzugestalten. Der andere wird darin bald erlahmen. Wenn man hellsehend untersuchen kann, wie das Ich beginnt, an dem Astralleibe frei zu arbeiten, die Begierden, Triebe und Leidenschaften vom Ich aus zu be­herrschen, dann könnte man, wenn man das Maß von Ener­gie, das das Ich sich mitgebracht hat, anzugeben vermag, sagen: dieses Maß ist so groß, daß das Ich so und so lange an seiner Umgestaltung an sich arbeiten wird und nicht mehr. Und nach der Zeit der Geschlechtsreife gibt es für jeden Menschen ein solches Maß, durch das man messen kann und angeben könnte, bis wann er alles aus seinem Astralkörper herausgearbeitet hat nach den ihm in diesem Leben zugeteilten Pfunden. Was der Mensch so in seinem
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Gemüt an Lebenskräften umzugestalten und zu läutern ver­mag, erhält sich selbst. Solange dieses Maß ausreicht, lebt er auf Kosten des sich selbst erhaltenden Astralleibes. Ist er erschöpft, findet er keinen Mut mehr, neue Triebe umzu­gestalten, kurz, keine Energie, an sieh zu arbeiten, dann reißt der Lebensfaden ab, - und er muß nach einem Maße, das jedem Menschen zuerteilt ist, einmal abreißen. Dann ist die Zeit gekommen, wo der Astralleib seine Kräfte von dem Prinzip des menschlichen Lebens nehmen muß, das ihm zunächst liegt, vom
Ätherleib. Und jetzt kommt die Zeit, wo der Astralleib auf Kosten der im Ätherleib aufgespei­cherten Kraft lebt; der Ausdruck dafür ist für den Menschen da, wenn sein Gedächtnis, seine produktive Einbildungs-kraft allmählich schwindet.
Wir haben öfter hier gehört, daß
der Ätherleib der Trä­ger der produktiven Phantasie und des Gedächtnisses ist, dessen, was man Lebenshoffnung und Lebensmut nennt. Diese Gefühle, wenn sie zu seinem bleibenden Element wer­den, haften an dem Ätherleib. Sie werden jetzt von dem Astralleib herausgesogen; und nachdem der Astralleib so auf Kosten des Ätherleibes gelebt und alles, was dieser her­zugeben hatte, ausgesogen hat, beginnt die Zeit, wo die schöpferischen Kräfte des physischen Leibes vom Astralleib aufgezehrt werden. Und sind diese herausgezehrt, dann schwindet die Lebenskraft des physischen Leibes, der Kör­per verhärtet sich, der Puls wird langsamer. Da zehrt der Astralleib zuletzt auch noch am physischen Leibe und nimmt ihm die Kraft weg. Und hat er die aufgezehrt, dann ist keine Möglichkeit mehr, daß aus dem physischen Prinzip heraus der physische Leib erhalten werden kann.
Soll der Astralleib es dahin bringen, daß er frei werden und zu dem Leben und der Arbeit des Ich geboren werden soll, dann ist es notwendig, daß in der zweiten Hälfte des
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Lebens der freigewordene
Astralleib, wenn das Maß der Arbeit erschöpft ist, seine Hüllen geradeso wie sie gebildet worden sind, selber wieder aufzehrt. So ist das individu­elle Leben vom Ich heraus geschaffen.
Zum Gleichnis diene Folgendes: Denken Sie sich
ein Stück Holz, das Sie anzünden. Wäre es nicht so, wie es ist, so würden Sie es nicht anzünden können. Die Flamme quillt aus dem Holz hervor, aber sie zehrt es zu gleicher Zeit auf. Das ist das Wesen der Flamme, daß sie aus dem Holz her­aus frei wird und den eigenen Mutterboden aufzehrt. So wird der Astralleib dreifach herausgeboren, so zehrt er, wie die Flamme das Holz, seine eigene Grundlage auf; und darin besteht die Möglichkeit, daß das individuelle Leben da sein kann, weil es seine Grundlage wieder aufzehrt. Der Tod ist ihm die Wurzel des Lebens, und es könnte gar kein bewußt individuelles Leben geben, wenn es nicht den Tod gäbe. Wir verstehen und begreifen den Tod allein, indem wir seinen Ursprung zu erkennen suchen, und daher begrei­fen wir das Leben, indem wir sein Verhältnis zum Tod er­kennen. In ähnlicher Weise lernen wir das Wesen der Krankheit begreifen, und dies wird uns noch mehr das Wesen des Todes klarmachen. Jede Krankheit stellt sich wie eine Zerstörerin des Lebens dar. Was ist Krankheit?
Um ihr Wesen zu verstehen, müssen wir den Menschen im Zusammenhang mit der Natur betrachten. Machen wir uns klar, was denn geschieht, wenn der Mensch als leben­diges Wesen der übrigen Natur gegenübersteht. Mit jedem Luftzug, mit jedem Ton, mit der Nahrung, mit dem Licht, die er in sich aufnimmt, tritt der Mensch in ein Wediselver­hältnis mit der ihn umgebenden Natur. Wenn Sie die Sache genau betrachten, so werden Sie auch ohne Okkultismus darauf kommen, daß die Dinge draußen die eigentlichen Bildner und Öffner der physischen Organe sind. Wenn gewisse
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Tiere in finstere Höhlen einwandern, dann werden ihre Augen mit der Zeit rückgebildet.
Wo kein Licht mehr ist, können nicht mehr lichtempfängliche Augen sein; um-gekehrt, nur wo Licht ist, können lichtempfindliche Augen sich bilden. Deshalb sagt Goethe, das Auge wird vom Licht für das Licht gebildet. Natürlich wird im Sinne dessen, was die eigentlichen inneren Architekten genannt werden, der physische Leib aufgebaut. Der Mensch ist ein physisches Wesen, und die äußeren Dinge sind dasjenige, woraus im Einklang mit den inneren Bildnern der ganze Mensch auf­gebaut wird. Dann wird das Verhältnis einzelner Kräfte und Stoffe zum Menschen ein ganz anderes Bild ergeben. Diejenigen, die hier den tiefen Blick des wahren Mystikers gehabt haben, werden uns hier besonders viel sagen kön­nen. Für Paracelsus ist die ganze äußere Welt ein fächer-artig auseinandergelegter menschlicher Organismus, und der Mensch ist wie ein Extrakt der ganzen äußeren Welt. Wenn wir eine Pflanze sehen, können wir im Sinne des Paracelsus sagen: In dieser Pflanze ist ein gesetzmäßiger Zusammen­hang, und es gibt etwas im Menschen, was im gesunden oder kranken Organismus dieser Pflanze entspricht. Daher nennt Paracelsus zum Beispiel einen Cholerakranken einen «Arsenikus», und das Arsenik ist ihm ein Heilmittel für Cholera. So besteht eine Beziehung zwischen jedem Organ des Menschen und dem, was in der Natur um ihn herum ist. Man bräuchte nur eine Essenz der Natur zu nehmen und sie menschenähnlich formen, dann hätte man den Men­schen. In der ganzen Natur sind die einzelnen Buchstaben ausgebreitet, nimmt man sie zusammen, dann hat man den Menschen. Da bekommen Sie eine Ahnung, wie die ganze übrige Natur auf den Menschen wirkt, und daß der Mensch berufen ist, aus der ganzen übrigen Natur seine Wesenheit zusammenzusetzen. Alles, was in uns ist, ist im Grunde
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genommen in uns hineingezogen aus der äußeren Natur, aufgenommen worden in den Lebensprozeß. Wenn wir dieses Geheimnis von der Verlebendigung äußerer Kräfte und Stoffe verstehen, dann werden wir das Wesen einer Krankheit begreifen können.
Wir kommen da auf ein Kapitel, wo es einem heutigen Gebildeten schwer wird zu verstehen,
wie viele Begriffe in der Medizin wie eine Art Nebelgebilde wirken. Wie wirkt es heute in den Versammlungen suggestiv, wenn jemand als Naturheilkundiger das Wort «Gift» ausspricht. Was ist ein Gift, und was ist eine unnatürliche Wirkung im mensch­lichen Organismus? Was Sie auch immer in den mensch­lichen Organismus einführen, wirkt nach Naturgesetzen. Es ist unerfindlich, wie man davon sprechen kann, daß irgendetwas nicht nach Naturgesetzen im Körper wirken könnte. Und was ist ein Gift? Wasser ist ein starkes Gift, wenn Sie zehn Eimer davon auf einmal vertilgen; und was heute Gift ist, könnte von den wohltätigsten Wirkungen sein, wenn man es in der richtigen Weise dem Körper zuführt. Es kommt immer darauf an, in welcher Quantität und unter welchen Umständen man einen Stoff zu sich nimmt. Es gibt kein Gift an sich.
In Afrika gibt es einen Stamm, der eine bestimmte Hunde­art zur Jagd verwendet. Nun gibt es aber dort
eine Art von Fliegen, die ein bestimmtes Gift in sich tragen, das die Hunde tötet, wenn sie von den Fliegen gestochen werden. Da haben die Wilden des Sambesiflusses ein Mittel gegen diesen Stich gefunden. Sie führen nämlich die trächtigen Hündinnen gerade in solche Gegenden, wo sehr viele von diesen Tsetsefliegen sind, und lassen die Hündinnen von den Tsetsefliegen stechen. Die Wilden wissen es dann so ein­zurichten, daß die Hündinnen erst dann sterben, wenn sie geworfen haben. Und nun stellt sich die Tatsache heraus,
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daß die jungen Hunde jetzt
immun sind und zur Jagd ver­wendet werden können.
Da ist etwas geschehen, was für das Verständnis des Le­bens so wichtig ist: Ein Gift ist in einen Lebensprozeß auf­genommen worden im Moment, wo eine absteigende Linie in eine aufsteigende Linie übergeht, so daß das Gift ein zum Organismus gehöriger Stoff wird. Was wir so von der äuße­ren Natur aufgenommen haben, das macht uns stark und schützt uns gerade.
Die Geisteswissenschaft zeigt uns, daß der ganze mensch­liche Organismus auf diese Weise auferbaut ist; wenn wir so sagen wollen, aus lauter Dingen, die ursprünglich Gifte waren. Für die Nahrungsmittel, die Sie heute genießen, hat man sich die Möglichkeit geholt, sie zu essen, nachdem man sich durch einen ähnlichen Vorgang in der rückläufigen Linie gegen ihre Schädlichkeit immun gemacht hat. Und wir sind um so stärker, je mehr solcher Stoffe wir auf diese Weise uns einverleibt haben. Schwach machen wir uns ge­gen die äußere Natur, indem wir ihre Stoffe zurückweisen.
In den Gegenden, wo die Arzneikunde noch auf den Ok­kultismus aufgebaut ist, wirft der Arzt seine ganze Persön­lichkeit in die Schranken.
Es gibt Kuren, innerhalb welcher der Arzt sich zum Beispiel Schlangengift einverleibt, dann wird sein Speichel zum Heilmittel gegen solche Schlangen­bisse. Er verleibt dem eigenen Organismus das Gift ein, macht sich dadurch zum Träger der heilenden Kräfte, wird stark und macht damit die anderen stark gegen das betref­fende Gift.
Das Harmloseste, was der Organismus hat, ist auf diese Weise entstanden. Die Einverleibung der äußeren Welten und der Natur braucht der Organismus; aber dabei muß auch die Möglichkeit gegeben werden, daß die Sache wie ein Pendel hinüberschlägt nach der anderen Seite. Immer
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ist die Möglichkeit gegeben, wenn der Mensch sich solchen Stoffen aussetzt - und dem ist er in jedem Augenblick aus­gesetzt -, daß das Mittel in seiner Wirkung sich überschlägt und schädigt, je nachdem, ob der Lebensleib geeignet ist, es aufzunehmen oder nicht. Dadurch wird der Organismus stark gegen das Mittel, wenn er im Augenblick stark genug ist, den Stoff in sich aufzunehmen. Es gibt keine Möglich­keit, der Krankheit zu entkommen, wenn man die Gesund­heit haben will.
Jede Möglichkeit, sich gegen die äußeren Einflüsse stark zu machen, beruht auf der Möglichkeit, Krankheit zu haben, krank zu sein. So ist die Krankheit die Bedingung der Gesundheit. Das ist ein ganz realer Werdegang. Das ist geradezu die Folgerung und Gabe der Krankheit, daß das Starke vom Menschen erworben wer­den muß. Was beim Ausschlagen des Pendels überlebt, das hat die Frucht der Immunität aus der Krankheit, - und sogar über den Tod hinaus.
Wer etwas weitergeht, wird gerade daraus eine Art von Verständnis für das Wesen der Krankheit und das Wesen des Todes gewinnen.
Wollen wir die Stärke, die Gesund­heit, dann müssen wir ihre Vorbedingung, die Krankheit, mit in den Kauf nehmen. Wollen wir stark sein, dann müssen wir uns gegen die Schwäche schützen, indem wir die Schwäche in uns selber aufnehmen und in Stärke verwan­deln. Wenn man dies lebendig auffaßt, wird es uns Krank­heit und Tod begreiflich machen. Diese Begriffe wird die geisteswissenschaftliche Bewegung der Menschheit bringen. Heute mag das für viele noch etwas sein, was nur zum Ver­stande spricht. Wenn aber der Verstand die Sache völlig aufgenommen haben wird, dann wird das eine tiefe har­monische Gemütslage im Menschen bewirken, dann wird das Lebensweisheit werden.
Haben Sie denn noch nicht gehört, daß die anthroposophischen
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Wahrheiten, die aus dem Okkultismus heraus ge­schöpft sind,
sogar gefährlich werden können? Haben wir nicht zahlreiche Gegner, die behaupten, die Anthroposophie sei ein Gift und schädige den Menschen? Ja, das wissen die Anthroposophen und der Okkultist selber, daß die An­throposophie auch schädlich wirken kann; sie wissen aber auch, daß sie aufgenommen und einverleibt werden muß, um den Menschen stark zu machen, und daß sie nicht nur etwas ist, worüber man diskutieren kann, sondern etwas, was sich dann im Leben bewährt als ein geistiges Heilmittel.
Und das weiß die Geisteswissenschaft auch, daß das Physische aus dem Geistigen heraus aufgebaut wird. Wir­ken die geistigen Kräfte auf den Ätherleib, dann wirken sie auch als gesund im Zusammenhang des physischen Leibes. Sind unsere Vorstellungen von der Welt und vom Leben gesund, dann sind diese gesunden Gedanken die kräftigsten Heilmittel, und nur auf schwache Naturen, die durch Mate­rialismus und Naturalismus schwache Naturen geworden sind, wirkt das, was die Anthroposophie als Wahrheit ver­kündigt, krankmachend. Das müssen sie sich einverleiben, um sich stark zu machen. Erst dann hat die Anthroposophie ihre Aufgabe erfüllt, wenn sie starke Menschen im Leben erzeugt.
Unsere Frage nach Leben und Tod hat
Goethe so schön gelöst: Alles in der Natur ist Leben; sie hat den Tod nur erfunden, um viel Leben zu haben. Und so könnte man sagen: Sie hat auch neben dem Tod die Krankheit erfun­den, um die starke Gesundheit zu erzeugen, und sie hat not­wendigerweise der Weisheit scheinbar schädigende Wirkung zugeben müssen, damit diese Weisheit kräftigend und hei­lend auf die Menschheit wirkt.
Gerade dadurch unterscheidet sich die geisteswissenschaft­liche Weltbewegung von den anderen Bewegungen, daß
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man über sie streiten und diskutieren kann, wenn man von ihr verlangt, sie solle sich logisch beweisen. Nicht etwas, was sich bloß mit logischen Gründen erhärten läßt, soll die Anthroposophie sein, sondern etwas, was die Menschen gei­stig und auch körperlich gesund macht. Je mehr sie ihre Wirkungen draußen im Leben zeigt, indem sie das Leben so erhöht, daß der Lebensschmerz in Lebensglück verwan­delt wird, desto mehr werden lebendige Beweise für sie da sein. Mögen die Leute heute noch so sehr glauben, sie könn­ten etwas logisch dagegen einwenden: die Geisteswissen­schaft ist etwas, das wie ein scheinbares Gift umgewandelt wird in ein Heilmittel und dann befruchtend wirkt im Le­ben. Und nicht in der Logik wird sie sich zeigen - sie kann nicht bloß bewiesen werden - sie wird sich bewähren im Leben.

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