sabato 3 dicembre 2011

Das Wesen des Musikalischen ERSTER VORTRAG Köln, 3. Dezember 1906

Vorträge über Kunst - GA 283 Das Wesen des Musikalischen und das Tonerle

#G283-1969-SE011 – Das Wesen des Musikalischen und das Tonerlebnis im Menschen
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Das Wesen des Musikalischen
ERSTER VORTRAG
Köln, 3. Dezember 1906
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Das Musikalische hat für die, welche darüber nachgedacht haben, immer etwas Rätselvolles gehabt in Bezug auf die ästhetische Anschauungsweise. Die Musik ist auf der einen Seite das Verständlichste für die Seele, für das unmittelbar empfindende Menschengemüt, auf der anderen Seite etwas Schwieriges für die, welche ihre Wirkung begreifen wollen. Wenn wir die Musik vergleichen wollen mit den anderen Künsten, so müssen wir sagen:
Eigentlich haben die anderen Künste alle in der physischen Welt ein Vorbild. Wenn zum Beispiel der Bildhauer die Statue eines Apoll oder Zeus schafft, dann arbeitet er nach der idealisierten Wirklichkeit der menschlichen Welt. Ebenso ist es in der Malerei. Heute will man sogar in der Malerei nur das gelten lassen, was unmittelbar den Eindruck der Wirklichkeit gibt. Ebenso bemüht sich die Poesie, ein Abbild der Wirklichkeit zu schaffen. Wer diese Theorie auf die Musik anwenden wollte, würde wohl kaum zu irgendeinem Resultat kommen können. Der Mensch muß sich fragen: Woher kommt denn eigentlich der künstlerisch geformte Ton, worauf in der Welt hat er Bezug?
Ein Geist des 19. Jahrhunderts, der in Bezug auf die Kunst klare und treffende Vorstellungen gebracht hat, ist
Schopenhauer. Er weist der Musik eine ganz besondere Stellung zu unter den Künsten und der Kunst als solcher einen ganz besonderen Wert im Leben des Menschen. Er hat im Grunde genommen als Leitmotiv seiner Philosophie den Satz: Das Leben ist eine mißliche Sache und ich suche es erträglich zu machen dadurch, daß ich darüber nachdenke. - In der ganzen Welt herrscht nach seiner Darstellung ein unbewußter, blinder Wille. Er bildet den Stein und dann aus dem Stein die Pflanze und so weiter, weil er immer unbefriedigt ist. So lebt in allem die Sehnsucht nach dem Höheren.
Der Mensch selbst spürt dies, doch bestehen da große Unterschiede:
Der im dumpfen Bewußtsein dahinlebende Wilde fühlt viel weniger das Unbefriedigtsein des Willens als der höherstehende Mensch, der
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viel klarer den Schmerz des Daseins empfinden kann. Da sagt Schopenhauer: Es gibt noch ein zweites, das der Mensch kennt außer dem Willen, das ist die Vorstellung. Sie ist wie
eine Fata Morgana, wie ein Nebelgebilde oder ein Gekräusel der Wellen, in dem die Gebilde des Willens, des dunkeln Dranges sich spiegeln. Im Menschen erhebt sich der Wille zu diesem Scheingebilde. Wenn er dadurch den Willen sieht, wird er noch unbefriedigter. Es gibt aber Mittel, durch die der Mensch zu einer Art Erlösung von dein blinden Drang des Willens kommen kann. Eines dieser Mittel ist die Kunst. Durch sie vermag der Mensch sich hinwegzuversetzen über das Unbefriedigtsein des Willens.
Wenn der Mensch ein Kunstwerk schafft, schafft er aus seiner Vorstellung heraus. Während aber andere Vorstellungen bloß Bilder sind, ist es bei der Kunst etwas anderes. Zum Beispiel der Zeus des Phidias ist nicht durch die Abbildung eines wirklichen Menschen zustande gekommen. Da hat der Künstler viele Eindrücke kombiniert, alle Vorzüge im Gedächtnis behalten und alle Mängel weggelassen. Aus vielen Menschen hat er sich ein Urbild geformt, das nirgends in der Natur verwirklicht ist, aber doch auf viele einzelne Individualitäten verteilt ist. Schopenhauer sagt, daß der wahre Künstler die Urbilder wiedergibt, nicht die Vorstellungen, die sonst der Mensch hat, nicht die Abbilder, sondern die Urbilder. Dadurch, daß der Mensch sich so gleichsam in der schaffenden Natur zu ihren Tiefen begibt, schafft er sich eine Erlösung.
So ist es mit allen Künsten, außer der Musik. Die anderen Künste müssen durch die Vorstellung hindurchgehen, also Bilder des Willens geben.
Aber der Ton ist ein unmittelbarer Ausdruck des Willens selbst, ohne Einschiebung der Vorstellung. Wenn der Mensch im Ton künstlerisch tätig ist, ist er gleichsam mit seinem Ohr am Herzen der Natur selbst liegend; er vernimmt den Willen der Natur und gibt ihn in der Folge der Töne wieder. So - sagt Schopenhauer - steht der Mensch in einem vertrauten Verhältnis zu den Dingen an sich, so dringt er ein in das innerste Wesen der Dinge. Weil sich der Mensch dem Wesen nahe fühlt in der Musik, deshalb fühlt er in der Musik jene tiefe Befriedigung.
So hat Schopenhauer aus einer instinktiven Erkenntnis heraus der
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Musik die Rolle zugewiesen,
das Wesen des Kosmos unmittelbar darzustellen. Er hatte eine Art instinktiver Ahnung von dem wirklichen Sachverhalt. Warum das Musikalische zu allen sprechen kann, warum das Musikalische von der frühesten Kindheit an auf den Menschen wirkt, das wird uns erklärlich werden auf dein Gebiet des Daseins, wo die Musik ihre wirklichen Vorbilder hat.
Wenn der Musiker komponiert, kann er nichts nachahmen. Er muß aus seiner Seele herausholen die Motive des musikalischen Schaffens. Woher er sie holt, das wird sich uns ergeben, wenn wir hinweisen auf die Welten, die für die Sinne nicht wahrnehmbar sind. Wir müssen da nachsehen, wie die höheren Welten eigentlich beschaffen sind. Der Mensch ist in der Lage, sich höhere, in der Seele liegende Fähigkeiten zu erschließen, die sonst schlummern. Wie dem Blindgeborenen durch Operation die physische Welt sichtbar wird, so können auch dem Menschen die inneren Organe erschlossen werden, um höhere geistige Welten zu erkennen.
Wenn der Mensch solche Fähigkeiten entwickelt, die sonst in ihm schlummern, wenn er anfängt, durch Meditation und Konzentration und so weiter seine Seele zu entwickeln, da geht es stufenweise mit ihm aufwärts. Das erste, was er dann erlebt, ist eine besondere Umgestaltung seiner Traumwelt. Wenn der Mensch vermag, bei der Meditation alle Erinnerungen an die äußere Sinneswelt und an sonstige Erlebnisse auszuschalten, und wenn er dann doch noch einen Seeleninhalt hat, dann fängt seine Traumwelt an, eine große Regelmäßigkeit zu bekommen. Es ist dann, wenn er erwacht, als ob er sich aus einem fIutenden Weltenmeer erhöbe. Er weiß, er hat jetzt etwas Neues erlebt, er ist wie herausgekommen aus einem solchen Meer von Licht und Farben, wie er es noch nicht gekannt hat in der physischen Welt. Immer mehr gewinnen seine Traumerlebnisse an Deutlichkeit. Er erinnert sich, daß in dieser Licht- und Farbenwelt Dinge und Wesenheiten waren, die sich dadurch von den anderen Gegenständen unterscheiden, daß man durch sie hindurchgehen kann, daß sie keinen Widerstand entgegensetzen. Er lernt eine Summe von Wesenheiten kennen, deren Element, deren Körper die Farben sind. Es sind Wesenheiten, die in der Farbe sich offenbaren, sich verkörpern. Allmählich dehnt der
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Mensch sein Bewußtsein über diese Welt aus und erinnert sich beim Erwachen, daß er darin handelnd aufgetreten ist. Der nächste Schritt ist dann, daß er diese Welt mit hinübernimmt in die Tageswelt. Dann lernt der Mensch allmählich das zu sehen, was man
den Astralleib des Menschen nennt. Er erlebt eine Welt, die viel realer ist als die gewöhnliche physische Welt. Die physische Welt ist eine Art Verdichtung, herauskristallisiert aus der Astralwelt. Auf diese Weise hat der Mensch dann zwei Stufen des Bewußtseins: das alltägliche Wachbewußtsein und das Traumbewußtsein.
Eine noch höhere Stufe erreicht der Mensch, wenn er den völlig bewußtlosen Zustand umzuwandeln vermag in einen bewußten Zustand.
Der Chela oder Schüler lernt die Kontinuität des Bewußtseins für einen Teil der Nacht zu erlangen, für die Teile der Nacht, die nicht dem Traumleben angehören, sondern die noch ganz bewußtlos sind. Er lernt dann, bewußt zu werden in einer Welt, von der er sonst nichts weiß. Diese neue Welt ist nicht eine Licht- und Farbenwelt, sondern kündet sich zuerst an als eine Tonwelt. In diesem Bewußtseinszustand erlangt der Mensch die Fähigkeit geistig zu hören, Tonkombinationen, Tonmannigfaltigkeiten zu vernehmen, die dem physischen Ohre unhörbar sind. Diese Welt nennt man die Devachanwelt.
Nun darf man nicht glauben, daß, wenn der Mensch die geistige, tönende Welt aufsteigen hört, er nicht auch behält die Licht- und Farbenwelt.
Auch die Tonwelt ist durchsetzt von Licht und Farbe, die aber der astralen Welt angehören. Aber das ureigenste Element der Devachanwelt ist das flutende Meer der Töne. Auch aus dieser Welt der Bewußtseinskontinuität kann der Mensch das Tönende her-überbringen und dadurch auch das Tönende in der physischen Welt hören. Allem in der physischen Welt liegt ein Ton zugrunde. Ein jedes Gesicht repräsentiert bestimmte devachanische Töne. Alle Gegenstände haben auf dem Grunde ihres Wesens einen geistigen Ton, und der Mensch selbst ist in seiner tiefsten Wesenheit ein solch geistiger Ton. Aus diesem Grunde hat Paracelsus gesagt: Die Reiche der Natur sind die Buchstaben und der Mensch ist das Wort, welches sich aus diesen Buchstaben zusammensetzt. - Jedesmal, wenn der Mensch einschläft, bewußtlos wird, tritt sein Astralleib heraus aus dem physischen Leib.
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Dann ist der Mensch zwar unbewußt, aber doch lebend in der geistigen Welt. Auf seine Seele machen die geistigen Klänge einen Eindruck.
Jeden Morgen wacht der Mensch auf aus einer Welt der Sphärenmusik, und aus einem Gebiet des Wohllauts zieht er ein in die physische Welt. Wenn es wahr ist, daß die Seele des Menschen zwischen zwei Verkörperungen ein Devachan hat, so dürfen wir auch sagen, daß die Seele während der Nacht schwelgt und lebt in dem flutenden Ton, als dem Element, aus dem sie eigentlich gewoben ist, das eigentlich ihre Heimat ist.
Der schaffende Tonkünstler nun setzt den Rhythmus, die Harmonien und Melodien, die sich während der Nacht seinem Atherkörper einprägen, um in einen physischen Ton. Unbewußt hat der Musiker das Vorbild der geistigen Welt, das er umsetzt in die physischen Klänge. Das ist der geheimnisvolle Zusammenhang zwischen der Musik, die hier im Physischen erklingt, und dem Hören der geistigen Musik in der Nacht.
Wenn ein Mensch beleuchtet ist vom Lichte, dann bildet sich von ihm ein Schatten an der Wand. Das ist nicht der wirkliche Mensch. So ist die Musik, die im Physischen erzeugt wird, ein Schatten, ein wirklicher Schatten von einer viel höheren Musik des Devachans.
Das Urbild, die Vorlage der Musik ist im Devachan, die physische Musik ist nur ein Abbild der geistigen Wirklichkeit.
Nachdem wir uns dies klargemacht haben, wollen wir die Wirkung der Musik auf den Menschen zu begreifen suchen. Die Einteilung des Menschen, die der okkulten Untersuchung zugrunde liegt, ist diese:
Physischer Leib, Atherleib, Astralleib und Ich. Der Atherleib ist ein ätherisches Urbild des physischen Leibes. Ein noch feinerer Leib, der dem Atherleib verwandt ist und zu dem Astralen hinneigt, ist der Empfindungsleib. Innerhalb dieser drei Stufen des Leibes sehen wir die Seele. Die hängt zunächst mit dem Empfindungsleib zusammen. Dem Empfindungsleib ist wie eingegliedert die Empfindungsseele. Die steckt im Empfindungsleib darinnen. Wie ein Schwert mit der Scheide, in der es steckt, ein Ganzes bildet, so sind auch der Empfindungsleib und die Empfindungsseele ein Ganzes. Außerdem hat der Mensch noch die Gemüts- oder Verstandesseele und als noch höheres Glied die Bewußtseinsseele,
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und diese ist verknüpft mit dem Geistselbst oder Ma­nas. Wenn der Mensch schläft, liegt im Bett mit dem physischen und Atherleib der Empfindungsleib; die höheren Glieder, also auch die Empfindungsseele, sind in der Welt des Devachans. Im physischen Raum fühlen wir alle anderen Wesen außer uns. Im Devachan fühlen wir uns nicht außerhalb der Wesen, sondern da durchdringen sie uns, da sind wir in den Wesen darinnen. Darum hat man in allen okkulten Schulen die Sphäre des Devachans und auch des Astralen die Welt der Durchlässigkeit genannt.
Indem der Mensch so lebt und webt in der Welt der flutenden Töne, wird er selbst durchflutet von diesen Tönen. Wenn er nun aus dieser devachanischen Welt zurückkehrt, dann sind seine eigene Be­wußtseinsseele, Verstandes- und Empfindungsseele von den Schwin­gungen der devachanischen Welt durchsetzt; er hat sie selbst in sich. Mit ihnen dringt er in die physische Welt ein. Wenn er diese Schwin­gungen aufgenommen hat, dann sind die Schwingungen so, daß er aus der Empfindungsseele heraus zurückwirken kann auf den Empfin­dungsleib und den Ätherleib. Dadurch, daß er die Schwingungen mit­bringt aus dem Devachan, kann er die Schwingungen auf seinen Ather­leib übertragen. Dann schwingt der eigene Atherleib mit. Das Wesen des Ather- und Empfindungsleibes beruht im Grunde genommen auf denselben Elementen, auf dem geistigen Ton und auf geistigen Schwin­gungen. Der Ätherleib ist niedriger als der Astralleib, aber die Tätig­keit, die im Ätherleib ausgeübt wird, steht höher als die Tätigkeit des Astralleibes. Die Entwickelung des Menschen besteht darin, daß er das, was er hat, vom Ich aus umformt, zuerst den Astralleib in Manas, dann den Ätherleib in Buddhi, dann den physischen Leib in Atma. Weil der Astralleib der dünuste ist, braucht man die wenigste Kraft, um in ihn hineinzuarbeiten. Die Kraft, die man braucht, um in den Ätherleib hineinzuarbeiten, die braucht man aus der Devachanwelt, die Kraft der Umwandlung des physischen Leibes braucht man aus der höheren Devachanwelt. Auf den Astralleib kann man wirken mit den Kräften der astralen Welt selbst, auf den Ätherleib aber nur mit den Kräften der Devachanwelt. Auf den physischen Leib kann man nur wirken mit den Kräften der oberen Devachanwelt.
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Während der Nacht holt sich der Mensch die Kraft aus der Welt der flutenden Töne, die Kraft, dies auf den Empfindungsleib und
Ätherleib zu übertragen. Wenn der Mensch musikalisch schafft oder wahrnimmt, so liegt das daran, daß er diese Klänge in dem Empfindungsleib schon hat. Während der Mensch beim Aufwachen des morgens sich nicht bewußt wird, daß er nachts Töne aufgenommen hat, spürt er doch, wenn er Musik anhört, daß diese Abdrücke der geistigen Welt in ihm sind. Wenn er Musik hört, kann der Hellseher sehen, wie die Töne fluten, die festere Materie des Ätherleibes ergreifen und diesen mitschwingen lassen, daher hat der Mensch dann das Wohlgefühl. Das kommt daher, daß der Mensch sich dann als Sieger fühlt über den Atherleib durch seinen Astralleib. Dies ist am stärksten, wenn der Mensch es erreicht, das zu überwinden, was im Ätherleib schon ist. Immer tönt der Ätherleib herauf in den Astralleib. Wenn er Musik hört, ist der Eindruck zuerst im Astralleib. Dann schickt er die Töne bewußt in den Ätherleib und überwindet die Töne, die im Ätherleib schon sind. Das ist das Wohlgefühl des musikalischen Zuhörens und auch des musikalischen Schaffens. Bei gewissen musikalischen Klängen geht aus dem Astralleib etwas hinein in den Empfin­dungsleib. Der hat nun neue Töne erhalten. Es entsteht eine Art von Kampf zwischen dem Empfindungsleib und dem Ätherleib. Sind diese Töne so stark, daß sie die eigenen Töne des Atherleibes überwinden, dann entsteht heitere Musik, in der Dur-Tonart. Wenn ein Musikalisches in der Dur-Tonart wirkt, dann kann man verfolgen, wie der Empfindungsleib Sieger ist über den Ätherleib. Bei der Moll-Tonart ist der Ätherleib Sieger über den Empfindungsleib. Der Ätherleib widersetzt sich den Schwingungen des Empfindungsleibes.
Wenn der Mensch im Musikalischen lebt, so lebt er in einem Abbild seiner geistigen Heimat. In dem Schattenbild des Geistigen findet die Seele die höchste Erhebung, die intimste Beziehung zum Urelement des Menschen. Daher ist es, daß die Musik so tief auch auf die schlich-teste Seele wirkt. Die schlichteste Seele fühlt in der Musik den Nach-klang dessen, was sie im Devachan erlebt hat. Sie fühlt sich da in ihrer Heimat. Jedesmal fühlt der Mensch dann: Ja, du bist aus einer anderen Welt!
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Aus dieser intuitiven Erkenntnis heraus hat
Schopenhauer der Musik jene zentrale Stellung unter den Künsten angewiesen und gesagt, daß der Mensch in der Musik den Herzschlag des Willens der Welt wahrnimmt.
Der Mensch fühlt in der Musik die Nachklänge dessen, was im Innersten der Dinge webt und lebt, was mit ihm so verwandt ist. Weil die Gefühle das innerste Element der Seele sind, verwandt mit der geistigen Welt, und weil die Seele im Ton ihr Element hat, in dem sie sich eigentlich bewegt, so lebt sie da in einer Welt, wo die körperlichen Vermittler der Gefühle nicht mehr vorhanden sind, wo aber die Ge­fühle noch leben. Das Urbild der Musik ist im Geistigen, während die Urbilder für die übrigen Künste in der physischen Welt selbst liegen. Wenn der Mensch Musik hört, fühlt er sich wohl, weil diese Töne übereinstimmen mit dem, was er in der Welt seiner geistigen Heimat erlebt hat.

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HINWEISE

Vorträge über Kunst - GA 283 Das Wesen des Musikalischen und das Tonerle

#G283-1969-SE149 – Das Wesen des Musikalischen und das Tonerlebnis im Menschen
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HINWEISE
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Der vorliegende Band enthält die Vorträge, Fragenbeantwortungen und Voten, in denen Rudolf Steiner hauptsächlich über Probleme der Musik gesprochen hat. Ein zusammenhängender Kurs für Sänger war 1924 in Dornach geplant und Vorberei-tungen dazu bereits getroffen. Er kam aber infolge der Erkrankung Rudolf Steiners nicht mehr zustande.
Es liegen jedoch, im Gesamtwerk Rudolf Steiners verstreut, zahlreiche weitere Äußerungen über Musik vor. Um dem Leser, der sich für die anthroposophische Auf­fassung des Musikalischen näher interessiert, das Studium zu erleichtern, ist nach den Hinweisen ein Verzeichnis der betreffenden Stellen gegeben.
Der Vortrag vom 16. März 1923 ist innerhalb der Gesamtausgabe bereits in dem
Band Nr.222 («Die Impulsierung des weltgeschichtlichen Geschehens durch geistige
Mächte») erschienen. Er wurde hier nochmals abgedruckt, weil im zweiten Teil des
Vortrages musikalische Fragen im Zusammenhang mit der Geistesgeschichte der
Menschheit behandelt werden.
Die Vorträge und Voten wurden im allgemeinen in chronologischer Reihenfolge abgedruckt. Lediglich innerhalb der vier Vorträge aus dem Jahre 1906, die nur sehr lückenhaft und nicht wörtlich erhalten sind, wurde eine Umstellung vorgenommen. Derjenige vom 3. Dezember mit der relativ besten und ausführlichsten Nachschrift wurde vorangestellt, der vom 10. November als der am unvollständigsten erhaltene an den Schluß genommen.
Hinweise auf Bände der Gesamtausgabe, bei denen kein Erscheinungsjahr ange­geben ist, betreffen vorgesehene Bände.
Die in den Vorträgen genannten geschriebenen Werke von Rudolf Steiner sind alle innerhalb der Gesamtausgabe erschienen. Siehe die Übersicht am Schluß des Bandes.
Folgende Vorträge und Voten sind früher in anthroposophischen Zeitschriften
veröffentlicht worden:
Berlin, 12. Nov. 1906, in «Das Goetheanum» 1945, 24. Jg. Nrn. 28-29
Berlin, 26. Nov. 1906, in «Das Goetheanum» 1945, 24. Jg. Nr.30
Dornach, 29. Sept. 1920, in «Blätter für Anthroposophie» 1952, 4. Jg. Nr.7/8
Dornach, 20.Dez.1920, im «Nachrichtenblatt» 1945, 22. Jg. Nr.30

Seite
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Arthur Schopenhauer, 1788-1860. Vgl. für die folgenden Ausführungen sein Hauptwerk «Die Welt als Wille und Vorstellung» 3. Buch; über Musik im besonderen den § 52 (Dritter Band der zwölfbändigen Gotta-Ausgabe, Stuttgart 1894, herausgegeben und eingeleitet von Dr. Rudolf Steiner).

Das Leben ist eine mißliche Sache: Bemerkung des jungen
Schopenhauer zu Wieland in Weimar 1811; wiedergegeben von W. Gwinner in «A. Schopenhauer aus persönlichem Umgang dargestellt», Leipzig 1922, S.45. Wörtlich. «Das Leben ist eine mißliche Sache; ich habe mir vorgesetzt, es damit hinzubringen, über dasselbe nachzudenken».

14 Paracelsus,
Philippus Aureolus Theophrastus Bombastus von Hohenheim, 1493 bis 1541. Das genaue Zitat konnte nicht nachgewiesen werden. Ein ähnlicher Wortlaut findet sich jedoch in der «vierten Defension» (Paracelsus, sämtliche Werke, herausgegeben von Sudhoff, 11. Band, S. 145 f.)
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21 in der Natur sind mehr die Absichten: Goethe «Sprüche in Prosa», Abt.: Das Erkennen; wörtlich: «In den Werken des Menschen wie in denen der Natur, sind eigentlich die Absichten vorzüglich der Aufmerksamkeit wert». Vergleiche auch Eckermanns «Gespräche mit Goethe», 20. Okt. 1928 und 18. April 1827.

die Kunst sei Offenbarung geheimer Naturabsichten: Goethe «Sprüche in Pro­sa», Abt.: Kunst; wörtlich: «Das Schöne ist eine Manifestation geheimer Natur­gesetze, die uns ohne dessen Erscheinung ewig wären verborgen geblieben».

Die Natur findet in ihm ihre Vollendung: Goethe in dem Buch über Winckel­mann, im Kap. «Antikes»; wörtlich: «Wenn die gesunde Natur des Menschen als ein Ganzes wirkt, wenn er sich in der Welt als in einem großen, schönen, würdigen und werten Ganzen fühlt, wenn das harmonische Behagen ihm ein reines, freies Entzücken gewährt, dann würde das Weltall, wenn es sich selbst empfinden könnte, als an rein Ziel gelangt, aufjauchzen und den Gipfel des Werdens und Wesens bewundern».


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