| I – 05 Das Johannes-Evangelium, Heidelberg, 3. Februar 1907 |
| GA 97 – Das christliche Mysterium Seite 059 20111218 13:44 Das Johannes-Evangelium Heidelberg, 3. Februar 1907 Fragenbeantwortung Was ist der Kausalkörper? Beim Tode des Menschen von heute trennen sich der Ätherleib mit dem Astralleib und dem Ich von dem physischen Leib. Eine Zeitlang GA 97 – Das christliche Mysterium Seite 060 13:46 lang bleibt der Ätherleib noch bei den höheren Prinzipien, und während dieser ersten Zeit nach dem Verlassen des physischen Leibes tritt vor die Seele des Menschen sein ganzes letztes Leben wie in einem großen Tableau. Das rührt davon her, daß der Ätherleib nicht nur der Träger der Lebensfunktionen ist, sondern auch der Träger des Gedächtnisses. Während des Lebens ist er aber durch das physische Gehirn eingeengt, er kann seine Funktion nicht entfalten. Sobald aber die physischen Schranken fallen, so liegt das ganze Gedächtnis wie ausgebreitet vor der Seele des Menschen. Dies dauert so lange, bis der Ätherleib sich nach einigen Tagen auch von dem Astralleib und dem Ich loslöst. Es löst sich aber nur das Ätherisch-Materielle, während dieses Erinnerungsbild von dem Menschen mitgenommen wird. Diese Essenz des Ätherleibes behält der Mensch, und die Summe dieser Essenzen aus allen Erdenleben ist der Kausalkörper. Wie ist die Feier des Abendmahls im Johannes-Evangelium zu verstehen, besonders die Reichung des Brotes an Judas, den Verräter? Ein ganz bestimmter Vorgang bei der alten Einweihung besteht darin, daß der Schüler in den Tempel gebracht wird und in einem «dreitägigen Tode», wobei also auch sein Ätherleib gelockert wird, durch astrale und devachanische Erlebnisse hindurchgeführt wird. Eines dieser Erlebnisse war, daß jeder Teil des Körpers in eine menschliche Gestalt verwandelt wurde. Zwölf Glieder zählte man, und zwölf Gestalten sah der Schüler, und sich als den Dreizehnten, die Seele der Zwölf. Die Sinnlichkeit hat den Egoismus gebracht, der überwunden werden muß. Das wurde besonders dem mittelalterlichen Schüler gelehrt. Das Folgende hätte etwa ein Lehrer damals zu seinen Schülern sprechen können: Sieh dir die Pflanze an, sie hält die Fruchtorgane keusch nach oben der Sonne entgegen. Eine Frucht kann nur entstehen, wenn die Blüte von der Sonne geküßt wird. Der Mensch ist eine umgekehrte Pflanze. Das Tier steht mitten zwischen beiden. Die Weltenseele geht durch die Pflanze, das Tier, den Menschen. Die Weltenseele ist gekreuzigt am Kreuze der Erde. Der Mensch GA 97 – Das christliche Mysterium Seite 061 14:23 hat seine Substanz durchwirkt von Begierden. Sein Fleisch steht tiefer als das Fleisch der Pflanze. Später wird der Mensch wieder begierdelos werden und sich keusch den geistigen Sonnenstrahlen entgegenbringt n. Es entsteht das, was man den Heiligen Gral nennt, das geistige Hervorbringen. Beim Abendmahl im Johannes-Evangelium erscheint die niedere Selbstsucht als Judas, der Verräter. Der Jünger, den der Herr lieb hatte, liegt an seiner Brust. Die geläuterte Kraft dringt herauf zum Herzen, das in der Zukunft geistiges Hervorbringungsorgan werden wird. Das zeigt sich schon heute im anatomischen Bau des Herzens. Das Herz gehört zu den unwillkürlichen Muskeln und sollte als solcher glatte Fasern (FIBBRE) zeigen. Aber das tut es nicht, sondern ist quergestreift wie die willkürlichen Muskeln. Dadurch weist es schon jetzt auf die Zeit hin, wo es ein willkürlicher Muskel werden wird. Beim Erwachen nach der Einweihung entrangen sich dem Schüler die Worte: «Eli, Eli, lama sabachthani!», das heißt: «Mein Gott, mein Gott, wie hast du mich verklärt!» Dieser Wortlaut läßt sich im Urtext leicht in die andere Version umstellen, die bedeutet: «Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen.» Das Haus, wo das Abendmahl stattfand, war eines der Einweihungshäuser. Was bedeutet die Verwandlung von Wasser in Wein bei der Hochzeit zu Kana? Nach der Erklärung der heutigen Theologen bedeutet es die Umwandlung des Alten Testamentes in das Neue, das den sprudelnden Wein bedeuten soll. Hier im Norden war Siegfried der vorchristliche Eingeweihte, der vor der christlichen Einweihung stehenblieb. Das ist angedeutet durch die verwundbare Stelle Siegfrieds. Siegfried, der Unverwundbare, war an der Stelle verwundbar, wo Christus das Kreuz trug. Einer wird kommen, der den Sinn der Erde bedeutet. Das Blut dieses Wesens ist das Wasser. In allen Mysterien wurde das Wasser das Blut Christi genannt. Im 8. Jahrhundert vor Christi Geburt entwickelt sich der Dionysos-Dienst; mit ihm das Überhandnehmen des Weingenusses. In der atlantischen Zeit kannte man keinen Wein. GA 97 – Das christliche Mysterium Seite 062 14:29 Heute hat der Wein seine Funktion erfüllt. Ein Zeichen für das Schwinden des Weines ist das Auftreten der Reblaus. Als es noch keinen Wein gab, hatten alle Menschen ein Bewußtsein von dem ewigen Kern, der von Leben zu Leben geht. In dem Glauben an die Reinkarnation hatte der ägyptische Arbeiter, von dessen Mühen bei dem Bau der Pyramiden wir uns heute keinen Begriff machen, seinen Trost. Das waren Menschen, die keinen Wein tranken. Durch den Genuß des Weines wird der Mensch abgeschnitten von der Erkenntnis der höheren Prinzipien. Dieser Zustand mußte einmal eintreten. Wäre der Mensch ohne Wein geblieben, so wäre er der Erde überdrüssig (STANCA) geworden, aber das durfte nicht geschehen. Um die Kultur hervorzubringen, mußte der Mensch die Erde lieb gewinnen, er mußte von seinen früheren Verkörperungen abgeschnitten werden, um nur die eine, in der er gerade lebte, zu lieben. Die ganze Menschheit mußte einmal durch eine Periode hindurchgehen, in der sie von ihren höheren Prinzipien und von den früheren Verkörperungen nichts wußte. Das Christentum lehrte in den ersten zwei Jahrtausenden öffentlich keine Reinkarnation, sondern nur den Eingeweihten, wie auch Christus das tat: «Saget es niemand, bis ich wiederkomme«, das heißt, bis sich langsam die Entwickelung des sechsten Prinzips vollzogen hat. Nun ist die Zeit da. Die ganze Menschheit ist einmal durch eine Inkarnation hindurchgegangen, wo sie von oben abgeschnitten war. In alten Zeiten bestand die Nahehe, die Ehe unter Blutsverwandten. Eine Folge des Übergangs zur Fernehe war das Erlöschen des Hellsehens. Heute würde die Nahehe die Degeneration hervorbringen. Zur Zeit der Nahehe hatten die Menschen nicht nur ein Gedächtnis von dem, was sie selbst erlebten, sondern auch von dem Leben ihrer Eltern. Dieses vererbte Gedächtnis trug einen Namen: Adam, Seth, Enoch. Außer dem Gedächtnis erbte sich Gutes und auch Böses durch die Geburt hindurch, die Erbsünde. Sollte das geändert werden, so mußte für die Blutsliebe die allgemeine Menschenliebe treten: «Wer nicht verlässet Vater, Mutter, Weib, Kinder, der kann nicht mein Jünger werden.» GA 97 – Das christliche Mysterium Seite 063 15:20 Jesus geht auch zu den Fremden, zu dem samaritischen Weib. Die Juden hatten keine Gemeinschaft mit den Samaritern.» Christus Jesus stammt aus Galiläa, dem Lande, wo die größtmögliche Blutsmischung bestand. Wenn von einem entfernten Stern ein Wesen die Erde beobachten könnte, so würde es die physische Erde von einem Äther- und Astralleib durchdrungen und umgeben sehen. Würde dieses Wesen etwa die Entwickelung der Erde von Abraham bis heute beobachten, so würde es eine Änderung der Farben sehen in dem Augenblick, als das Blut aus Christi Wunden fließt. – Eine Einweihung wie die des Apostels Paulus hätte vor dem Erscheinen Christi nicht stattfinden können. Es war das eine äußere Einweihung, die dadurch ermöglicht wurde, daß der ganze Astralleib der Erde verändert wurde. Frage nach der Zukunft des Christentums Das Christentum hat so unendliche Tiefen, daß seine Entwickelung ganz unabsehbar ist. Das Christentum ist als Religion die letzte. Es trägt alle Möglichkeiten der Entwickelung in sich. Die Theosophie ist nur ein Diener des Christentums. Der Unterschied zwischen Christus und den andern großen Religionsstiftern liegt darin, daß in den andern Religionen an das geglaubt wird, was ihre Stifter lehrten, im Christentum aber glaubt man an das, was Christus ist. Einfluß des Ätherleibes auf die Heilung des physischen Leibes Geisteskrankheiten beruhen zum Teil darauf, daß der Ätherleib nicht die Macht hat, auf gewisse Teile des physischen Körpers zu wirken. Ist der Ätherleib zu schwach, einen Teil des Körpers zu beherrschen, so wird dieser Teil krank. Macht man den Ätherleib stark, so hat man geholfen. |
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