| #G097-1968-SE276 - Das Christliche Mysterium #TI FRAGENBEANTWORTUNG Zum Vortrag Leipzig, 25. April 1906 #TX 20111127 17:10 Welche Schulungsmethode soll man anstelle der Jogaschulung wählen? Man darf nicht Okkultismus mit Theosophie verwechseln. Die Theosophie sucht die Lehre von der tiefen Weisheit zu verbreiten. Sie ist an sich nicht da, um die Menschen zum Heilsehen zu führen. Dennoch leitet sie auch zu solcher Ausbildung hin. Es gibt okkulte Schulungen. Manche glauben, sie müssten solche in Indien suchen. Das ist ein großer Irrtum. In Europa finden auch solche Schulungen statt. Derjenige, der seinen Lehrer oder Guru sucht, findet ihn in der Welt. Die Theosophen tun unrecht, nur in Indien zu suchen. Der hochstehende Inder Chakravarti sagte auf dem Kongreß in Chicago die bedeutsamen Worte: «Auch mein Volk ist heruntergesunken von der spirituellen Erfassung der Welt, und die Theosophie hat uns geholfen, uns wieder zu erheben.» Übrigens hat Frau Blavatsky gar nicht, wie so viele annehmen, uns nur indische Anschauungen gebracht. Zunächst war ein Europäer ihr Führer, dann ein Ägypter; damals schrieb sie «Isis unveiled». Man darf nicht glauben, daß gleiche Ausbildung für alle sein muss. Der indische Organismus ist so, dass der Ätherleib viel leichter herausgezogen werden kann. Er steht auf einer andern Stufe. Er befindet sich auf der ersten Stufe der fünften Wurzelrasse, also deren erster Stammrasse, während der Europäer sich auf der fünften Stufe in der fünften Stammrasse befindet. Es ist verhältnismäßig leicht, den Inder zum Hellsehen zu bringen, den Ätherleib herauszuziehen und ihn in den Zustand zu bringen, den man Lethargie nennt, das heißt Betäubung und Unempfindlichkeit. Der Körper ist dann wie abgestorben. Ein Hellseher würde, wenn man beispielsweise einen Finger mittels eines abschnürenden Fadens absterben ließe, den Ätherfinger neben dem abgebundenen herunterhängen sehen. Beim Hypnotisierten sieht der Hellseher das ätherische Gehirn zu beiden Seiten des Kopfes herunterhängen. Wenn also der Körper wie abgestorben ist, muss der Astralleib benutzt werden, und nun drückt dieser das, was ihm eingeprägt wird, dem Ätherleib ein. Weil es nun für den Europäer #SE097-277 17:28 außerordentlich schwer ist, solche astralischen Eindrücke zu bekommen, oder sich geben zu lassen, wurde ein Weg gesucht, auf dem es nicht nötig war, den Ätherleib herauszuziehen. Diesen hatten seit dem 14.Jahrhundert die Rosenkreuzer gefunden, und ihre Methode ist für die Europäer die geeignetste. Unser Körper ist dichter geworden als der der Inder; er entwickelte sich hinunterwärts, dem notwendigen Entwickelungsgang gemäß. Dafür aber entsteht dieser Zustand bei uns bewußt, während bei den Indern das Tagesbewußtsein unterdrückt wird. Das Hypnotisieren ist im allgemeinen nicht gut. Es ist ein Eingriff, der erstens den Willen des Hypnotisierten schwächt. Und zweitens ist es schwarze Magie, man überwältigt den andern. Bei gesunden Menschen darf er unbedingt nicht angewandt werden. Bei Kranken dürfte es etwas anderes sein. Was ist mit dem Ausdruck gemeint: Hinuntetwärts entwickeln? Nehmen Sie die materialistische Anschauungsweise. Sie sagt: Hier Affe, hier Mensch -, also stammt der Mensch vom Affen ab. - Dem ist nicht so, sondern Affe und Mensch haben gemeinsame Ahnen, das erkennt heute auch die Naturwissenschaft an. Tatsächlich muss sich der eine auf Kosten des andern entwickeln. So gab es zu einem Zeitpunkt der alten Mondentwickelung ein Reich, dessen Wesen zwischen Tier und Pflanze standen. Ein Relikt davon ist die Mistel. Die Pflanze entwickelte sich hinunter, das Tier hinauf. Das gilt nun auch für den Menschen: gewisse Glieder entwickelte der Mensch hinauf, andere hinunter. Tatsache ist zum Beispiel, daß der Mensch einst Knorpel statt Knochen hatte. Grob ausgedrückt: er ist in der Verhärtung begriffen. Indessen ist jede Lockerung oder Loslösung der höheren Wesensglieder, wie sie durch die okkulte Schulung bewirkt wird, eine Vorausnahme späterer allgemeiner Entwickelungszustände. Wozu wurde der Mensch im physischen Leib inkarniert? Der Mensch hatte wohl schon früher alle Anlagen, die er auf der Erde zur Entfaltung bringen soll, aber sie waren noch kein eigenes Besitztum. Wenn erst der Mensch nichts mehr auf dieser Welt gewinnen #SE097-278 17:28 kann, braucht er sich nicht mehr zu inkarnieren. Dann gibt er seinen Leib an den Planeten ab. Wie verhält es sich mit der Noahschen Flut? Diese Flut war das große Weltereignis, das eintrat, als das Festland der Atlantis zum größten Teil versank. Sein eigentlicher Untergang erstreckte sich auf lange Zeiträume. Wie alles, was in der Bibel und den ältesten Schriften von Bedeutung ist - es sind da noch unsägliche Schätze zu heben -, so ist auch der Regenbogen, der zu Noahs Zeiten erstand, etwas ganz Bedeutungsvolles. Er soll, so heißt es, den Bund zwischen Gott und den Menschen symbolisieren. Aber okkult hat er noch eine andere Bedeutung. Auf der Atlantis war eine ganz andere Verteilung von Feuchtigkeit und Luft. Der germanische Mythus spricht von Nifiheim, Nebelheim. Die ganze Luft war damals von Wasser erfüllt. Erst nach dem Untergang des atlantischen Festlandes konnte der Mensch der nachatlantischen Zeit leben. Der Regenbogen konnte nur entstehen, als Regen und Sonnenschein zugleich auf der Erde möglich waren. In Beschreibungen der Atlantis liest man von lenkharen Luftschiffen. Wie verhält es sich damit? Bei den Atlantiern war zunächst das zweite Wesensglied des Menschen, der Ätherleib mit der Lebenskraft, hervorragend entwickelt. Dagegen war der Verstand erst ganz schwach vorhanden. Das Gedächtnis musste ihn ersetzen. Der Atlantier rechnete zum Beispiel nicht, er kannte nicht den Wert der Zahlen, doch wußte er aus dem Gedächtnis Mengen zu beurteilen. Er wusste, wenn er zu drei Stück noch drei hinzulegte, welche Menge das geben würde; solche früheren, im Gedächtnis haftenden Fälle verhalfen ihm zu dieser Vorstellung. Weil er nun aber das zweite Wesensglied, die Lebenskraft, voll entwickelt hatte, wusste er die Lebenskraft in der ganzen Natur für sich nutzbar zu machen. So kannte er die Keimkraft des Kornes und verstand es, sie herauszuziehen und zu verwenden. Und welche Kraft liegt in einem Samenkorn! Was alles entsteht aus ihm! Auch die Jogis wissen in einer gewissen Weise die Keimkraft aus dem Samenkorn #SE097-279 17:38 herauszulocken. Denn die Erzählungen vom Stecken eines Samenkornes des Mangobaumes in die Erde und dem alsbaldigen Hervorwachsen erst von einem Trieb, dann von Baum, Blättern, Blüte und endlich Frucht ist keine ausgedachte Erzählung, sondern eine Tatsache. Daß also der Atlantier zu einem lenkbaren Luftschlff wie zu andern Dingen Lebenskräfte zu verwenden verstand, braucht nicht in das Reich der Fabel zu gehören. Ist ein Verzicht auf den nachtodlichen Durchgang durch das Devachan möglich? In einem gewissen Stadium der Entwickelung ist der Ätherleib so fest gefügt, dass er sich nach dem Tode nicht auflöst. Es ist das der Fall, wo der Astralleib dem Ätherleib viel Spiritualität eingeprägt hat. Weil der Äthetleib weiterbestehen kann, braucht der Schüler nicht erst ins Devachan überzugehen, den Ort, wo der neue Ätherleib gebildet wird. Hat die Ernährungweise wirklich eine so große Bedeutung für die Entwickelung okkulter Kräfte? Unbedingt. Vollständig ausgeschlossen ist die Entwickelung bei Alkoholgenuß. Und das ist wieder das Eigenartige, aber Tief-begründete, daß gerade jetzt die Abstinenz- und Temperenafrage lebhaft auftaucht. Aber Wein ist doch nur Traubensaft, also Fruchtsaft? Solange der aus Trauben gewonnene Saft nur Fruchtsaft ist, ist er gut, gegoren aber nachteilig für die Entwickelung. Blicken Sie wieder in die Geschichte zurück. 600 vor Christus fing der Genuß von Wein an, war damals vielleicht schon in voller Blüte, denn da erstanden die Dionysos-Feste, durch die dem Weingott gehuldigt wurde. Aber wie alles seine Zeit hat, auch jede Frucht, so wird auch die Traube von der Erde wieder verschwinden. Denken Sie nur an das Auftreten der Reblaus. Vom Tier ist alles zu genießen, was vom lebenden Tier kommt - Milch, Eier -, von den Pflanzen das, was hinaufstrebt nach dem Licht, der Sonne zu. Deshalb sind Baumfrüchte sehr gut. Knollengewächse, die in der Erde wachsen, wie Kartoffeln, Rüben, sind nicht so günstig. #SE097-280 Früher fraßen Menschen andere Menschen, dann genossen sie Tiere. Sie werden zur reinen Pflanzenkost übergehen und schließlich mit dem Mineral enden. Alles, was sich niederschlägt, ist zu meiden, zum Beispiel Salz. Dies bezieht sich alles auf die Entwickelung okkulter Kräfte, aber nicht auf die wissensmäßige Aneignung spiritueller Wahrheiten. |
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